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Der Israelit · 1861-09-11 · Heft 37 (11.9.1861) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 37 (11.9.1861)
Date
1861-09-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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' 'r > 44S Römerzeit Israeliten gewohnt, und die Leidensgeschichte der Gemeinde zur Zeit de- Mittelalterfüllt viele dunkle Blätter der Geschichte, bis die gänzliche. Austreibung erfolgte. Seitdem durfte kein Jude das „ heilige Köln " betreten, bis ein milderer Geist am Ende deS vorigen Jahrhunderts mindestens den Durchzug gegen eine Steuer von 3 Thalern die Person erlaubte. Am Thor erhielt jeder Nachkomme Abrahams 2 Stadtsoldaten zur Begleitung, bis er das heilige Köln wieder verlassen hatte. Im Jahre 1798 zog die erste isr. Familie dorthin, um sich bleibend daselbst niederzulassen und jetzt wohnen mehr als 400 isr. Familien in Köln, und ihre Synagoge ist das schönste Gebäude der Stadt! -O'IMTl NX O'NZl 7UVV T>"O Gelobt sei Der, welcher die Zeiten ändert, rufen wir mit dem Festredner, Herrn Rabbiner Dr, Schwarz, aus. Z Um drei Uhr versammelten. sich die! Mitglieder des Festzuges und die eingekadenen Ehrengäste km alten Betlocale. ES war ein großer, «glänzender Zug — voran die größten Schüße Israel-, die heiligen Gesetzesrollen, Unter ungeheurer BetheiLgung der Bevölkerung durchzog der! Zug einen größesi Theil der Stadt, deren Häuser «nt zahlreichen Fahnen decorirt waren. Die Bürger j Köln-, deren Großeltern vielleicht nie einen Juden gesehen hatte», decorirten die« Wohnhäuser derselben, zu Ehre« der Einweihung einer Synagoge! r Doch wer beschreibt den entzückenden Anblick des Prachtgebäudes, in dem Kuppel über Kuppel sich wölbt, wer den wahrhaft bezaubernden Eindruck, den das Innere dieses schönen Gotteshauses hervorbrmgt! Die Phantasie ist zu arm, die Pracht der Ausstattung auszumalen. Leicht und luftig strebt das Gebäude in die Höhe, das Licht fällt von Oden und der Glanz der Vergoldungen blendet das Auge, wohin es sich wendet. In der Mitte der Synagoge erhebt sich geschmackvoll der prächtige Almemmor, keine Orgel hat in diesen wundervollen Räumen Platz gr wonnen. Als einige wenige resormsüchtige Männer diese einsuhren wollten und sich innerhalb des Vorstandes Debatten darüber entspannen, ging ein schlichter Greis zum Geheimen Commerzienrath v. und sprach in seiner Weise: „Herr Geh. Commerzienrath, es gibt Machalokeß in der Kehilla." „Warum," fragte dieser. „Man will eine Orgel in die Synagoge bringen." „mdm vn, antwortete der Geh. Commerzienrath, ich will ein Haudes Friedenbauen und nicht den Zankapfel in die Gemeinde werfen. Beruhigen Sie Sich, es wird keine Orgel hineinkommen." O, nehmt Euch ein Beispiel Ihr Großen und Reichen in Israel? Nach den üblichen Gesängen geschah die feierliche Ueberreichung der Schenkungsurkunde. Da- Haus war in allen seinen Räumen gefüllt, ohne daß, trotz der heißen Tagestemparatur, (in Folge der Hohe de- Gebäude- und glücklicher Ventilation) übermäßige Hitze lästig geworden wäre. Die höchsten Civil- und Militärbehörden der Stadt waren gegenwärtig.- - .! - >! Der edle Stifter hatte mit seiner Gemahlin, um den Huldigungen Nick» Lobsprüchen aus dem Wege zu gehen, bescheidenen Sinnes Köln verlassen; sein Bruder, der Kgl. Pr. Commerzienrath, Herr Simon Oppenheimer, überreichte den Vertretern der Gemeinde die Schenkungsurkunde, ei» Meisterwerk der Kalligraphie unsreberühmten Gkau- ) Lensgenossen Levy Ella ». Dieselbe, einfach rührend, ' ward vom Vorstehers Herrn D. Jang verlesen, der! im Namen der Gemeinde Iden Dank derselbe« auL-! sprach. : Nach verschiedenen Gesängen betrat Herr Rab-! biner vr. Schwarz die Kanzel und sprach denEin-; weihungssegen, anknüpfend an dre (hebräischen) Jn-! schritten des Gebäudes, die, glücklich gewählt, de» I Charakter des JudenthumS und der Synagoge aussprechen. Wir heben, um den Geist des Gebetezn , characterisiren, folgenden Ausspruch de- Redner-; hervor: „Nicht der Glaube allein macht den Jude». - sondern die Erfüllung der geoffenbarten Gottesgesetze"! — und schätzen uns glücklich, Solches unter den erj sten der in der neuen Synagoge gesprochenen Worte! vernommen zu haben. ' Nach den Nmzügen um den Almemmor und dem Placiren der Thorarollen im heiligen Schrein, der vollständig aus weißem Marmor, bestieg der Rabbiner wiederum die Kanzel, um die wohkgekungene Festrede zu hatten. Sie handelte von der Aufgabe des JudemhumS, seinem Wesen und feiner Bestimmung; sie gab eine Uebersicht der Geschicht

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