Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1861)
- Date
- 1861-09-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2446984-2447020--00889-2456101- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
widmet, die alljährlich vorzünehmenden Schülprüsungen mit Strenge überwacht', einzelne: Mängel,- die sich bemerkbar machen, beseitigt und Wege und Mittel ausfindig macht, um den Unterricht detisr. Jugend in der Religion der Väter immer mehr zu heben und'zu fördern/ - Zur Bewahrheikmg des Msagien erlauben wir uns im Nachfolgend en einen, von dem Referenten Herrn Oberrath Altmänn abgcfaßlen Prüfung? - Bescheid zur öffentlichen Kennttriß zu bringen: „Dem Bezirksradbinat N. N. wird auf dessen Bericht vom rc. erwiedert^ wie wir gerne daraus, sowie aus der betr. Vorlage ersehen, daß die Religionsprüfung an der dortigen isr. Volksschule im Allgemeineu ein wohl befriedigendes. Resultat ergeben habe, und stimme» wir mit der hierfür den Lehrern bereits dortseils ausgesprochenen Anerkennung gerne Sbeyem. : ... Hierbei muß jedoch bemerkt werden, daß einzelne Mangel sich zu erkennen gaben, deren Beseitigung kräftigst angestrebt werden muß. — Wir rechnen hierher zunächst das mangelnde Verstäudniß beim systematischen Religionsunterricht in der dritten Klasse. Es leuchtet ein, daß wenn die Schüler das Erlernte picht gehörig begnffe n und ersaßt haben, der ganze Unterrichtsgegenstand seine Bedeutung verliert, indem alsdann von ein« Erstarkung im Glauben und einer Kräftigung und Belebung der guten Triebe nicht die Rede sein kann. Das mechanische Auswendiglernen ist aber nicht nur bei diesem Gegenstände, sondern bei allen Lehrgegenständen als abstnmpsend und geisttödtend zu vermeide«. *— Ein fernerer Mißstand besteA -arm, daß einzelne Schüler in manchen Anterrichksgegenständen wohl befriedigt habe«, die übrigen aber zurückgeblieben sind. Wir geben zwar zu, daß namentlich in einer so starken Schule wie die dortige, nicht alle Schüler in allen Gegenständen gleich gut sein können; aber eS ist nicht minder bekannt, daß sich der Lehrer durch besondere Begabung einzelner Schüler leicht verleiten läßt, dielen und nur diesen eine besondere Aufmerksamkeit zuzüwende« , wahrend gerade die schwächern es sind, die eine solche erheischen und denen sie auch zu Theil werden muß. Wenn die Mehrzahl einer Klaffe aus Nachzüglern besteht, ist der eigentliche Zweck verfehlt und. :die -Mi'che der Ausgleichung in spätem Klaffen um so größer. 'Ferner halben wib ungerne bemerkt,'^ däß^es die Schüler nicht nur an einer deutlichen, sondern selbst an einer richtigen Aussprache fehlen lasiert. Astk das eine wie auf das andere muß aber'aus leicht begreiflichen Gründen genau geachtet 'werden, und wollen wir hier nur erwähnen, daß eine' kräftige und deutliche Aussprache mächtig zur Befestigung des Gesprochenen im Gedächtnisse beiträgt, während das Gegentheil in der Regel auf eine Schlaffheit des Geistes schließen läßt7 Endlich erwarten wir, daß auf strenge Schulzucht gehalten werde, und verweisen w!r in dieser Beziehung auf die §>i.'19—24 der Ministerial-Verordnung vom 30. Mai 1834, Rg.-Vl. v. 1834, No. 25." — ' ' , Einsender dieses glaubt, der vorstehende Bescheid enthalte manche treffliche Wahrheit und pädagogische Grundsätze, die von vielen Lehrern beherzigt zu werden verdienen. - Aus dem Badischen Seekreife, 22. Aug: Der Großherzogl. Lberrath der Israeliten hat mittelst Erlasses vom 9. d. M. No. 813 — mit Ermächtigung Gr. Ministeriums des Innern vom 12. v. M. No. 7215, sämmtliche Nabbinate des Landes angewiesen, strengstens darüber zu wachen, , daß künftig jede Beschn-idung isr. Knaben nur von einer und derselben Person vorgenomm.en werde, und nicht, me bisher öfters geschah, von zwei Personen, von denen die eine Ehitach und die andere den Akt der Periah vornahm, was schon vielfältig große Mißstäude und auch (rov veranlaßt hat. ' -;O'V Ferner sind wir in der Lage, unsere Leser Lvi Badischen mit der erfreulichen Nachricht zu überraschen, daß durch die, hoffentlich erfolgreichen. Bemühungen unseres wstckeru ÖberrathS, Herrn Alb manu, der in der neuern Zeit eine große Thätigkeit entfaltet, die Gründung einer Central-Casse in Aussicht steht, aus welcher Personalzulagen für verdiente Rabbiner, Vorsänger und RetigtonSlehrer, Stipendien für Studirende der Theologie und dB Lehramts und Unterstützungen zu Synagogenuvb Schulhausbauten bewilligt werden sollen.