Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1861)
- Date
- 1861-08-28
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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«npsahl er der Gemeinde zwei untaugliche Subjecte als Prediger, die, me er wohl wissen mußte, durchfüllen mußten; so hielt er die Stelle für sich offen und trat sie Lei erster Gelegenheit an. Die Reform hat keinen Lhatigeren Gegner in Amerika als Einhorn. Er hat die Valtimorer Tempelgemeinde zu Grunde gerichtet und wird innerhalb zweier Jahre die von Philadelphia ruiniren. *) A. - i r F errLtleLon. Die Iuäen in Kom. .- ZIc.ch dem Magazin für die Literatur de8 Auslandes.) (Fortsetzung.) . > Das Ghetto liegt unmittelbar an der Tiber; man gelangt zu Demselben entweder von der Stadt her, am Marcellus-Theater und an der Oclavia durch die Straße der Savelli, oder von Trastevere über die Tiber-Insel und die Brücke Quatro Capi. Man sieht da das malerische Trastevere mit seinen alten Bauwerken und zersplitterten Thürmen, sieht über dem Flusse die römischen Bogen des Ponte rotto und darüber den prachtvollen Temvel der Vesta, den alten Thurm der Santa-Mariä in Cosmedin, die riesigen Trümmer der Kaiser-Paläste mit ihren schwarzen Cypressen und in der Ferne die Gipse! des Albaner-Gebirges; — vor sich aber sieht man die Häuserreihe des Ghetto, thurmartige Waffen, bizarr gebaut, mit vielen Mumenscherben an den Fenstern Und zahllosem, an die Wände gehängtem Hausrathe. Mit wenigen Schritten ist man m dieses Judenquartier von der Brücke hinunter getreten, und nnmLkürlich schrickt man zusammen vor dieser fürchterlichen Enge und dem unbeschreiblichen Schmutze dieser winkeligen Dassen und Gaßchen, deren Häuser sich hoch und schmal Hinausstrecken in den blauen Raum, kleiner als der sechste Theil einer Stadt mit gleicher Einwohnerzahl,— und wie elend, wie auf's, äußerste zerfallen sind diese Hasser, denn kein Jude wagt eS, etwaigen Reichthum hier zur Schau zu tragen. Alljährlich tritt die Tiber über ihre Ufer, und da der Strom in der Nähe dieses Stadttheiles durch Inseln eingeengt ist, so trifft eine jede Ucöerschrvemmung zuerst das Ghetto. Furchtbar ist die Noth der armen Bewohner in einem solchen Falle — das geht über alle Beschreibung, wenn der Fluß seine gelben Flnthcn durch die Fiumara strömt, die unterste Ghetto-Straße, deren Häuser-Fundamente unmittel' bar als Quai den Strom selbst einfassen. Der Fluß strömt auch von der andern Seite am Bogen der Octavia herein, und bedeckt die untern Räume der tief stehenden Häuser. Bisweilen steigt die Noth fürchterlich, wenn die Tiber, vorn Schnee der Berge und der Regenflnth schwellend, noch durch den Westwind von dem Meere zurückgetrieben , überströmt, -- dann flüchtet sich, was zu unterst wohnt, in die obern Stockwerke, welche sich, ,da ohnedies die kleinen Häuser schon überfüllt sind, begreiflicherweise unerträglich ansüllen und von erstickender Atmosphäre verpestet sind. Nahrung und Gewerbe stocken, und die Fluth verwüstet, was ihr nicht entzogen werden kann. Im Jahre 1846 stieg die Flnth so hoch, daß nicht zwei Zoll fehlten, um auch in die obern Stockwerke der Häuser einzudringen l Und bei dieser schrecklichen Noth fehlt alle Hilfe; — es gibt wodl noch andere Städte, die ein Ghetto haben, hinsichtlich des Raumes, vielleicht eben so beschränkt und nicht geringes Elend bergend, — aber da. wird den Unglücklichen wenigstens in solchen Zeiten der Noth eine, wenn auch nur geringe Aufmerksamkeit und Hilfe zugewendct — die fehlt hier ganz, — sie mögen selbst zusehen, wie sie sich Helsen, und wenn die Wasser immer hoher steigen und selbst in die oberen Gelasse dringen, den letzten Zufluchtsort überschwemmen, sie verlassen auch nicht eine Nacht die zu Himmel. Welch' ein armseliges Leben führen die Dewoh- > einer Gesundheit und Leben bedrohenden Stätte des uer dieses traurigen Winkels der so prachtvollen; Elendes und der Verwüstung gewordenen Häuser! Stadt, — Viertausend sind eingezwangt in diesen Svm. der Red. Wir wünscht« dazu, den besten Erfolg, Dvraucgesetzt, daß rinkj Umkehr, oder vielmehr ein Fortschritt zum Eejfrrn «intrete» möchte! — i «Nag« ,» Nro.! Durchgeht man die schmalen und winkeligen Gassen des Ghetto an einem Werktage bei günstigem! Wetter, so sieht man den größten Theil der Bevölj kerung, Männliche und Weibliche, Alt und Jung SS d«s Israelit).