Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1861)
- Date
- 1861-08-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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4SS eines ordentlichen Proseffors und Mitgliedes der philosophischen Facultät zu erlangen. Er ist der erste Israelit«, der eine ordentliche Professur an unserer Hochschule bekleidet. Weil gilt mit Recht als einer der gründlichsten Kenner der arabischen Sprache und Literatur in unserer Zeit. (S. M.) "I'77? -W2N '2 > s (.i*e Lv-.p rNZ'TO) ^2 Frankfurt a. M. (Fortsetzung.) Gerecht ist die Forderung des Herrn Stein, in irgend einer Beziehung zu der Gcmeindeschule zu stehen. Man hat dies aus Grund der berüchtigten Dienstinstruction verweigert. Wenn man aber doch eine Resormgemeinde bildet, und durch den Rabbiner «x oKaio Reformen einfyhrcn läßt, so muß demselben allerdings Gelegenheit gegeben werden, die Jugend für jene schon in der Schule angemessen vorzu'oereiten. Mein hierauf hatte sich Herr Stein mit seinen Forderungen beschranken sollen; so weit hatten sie noch einen Sinn. Wir sind freilich nicht einer Meinung mit dem Verfasser der, die extremste Richtung vertretenden, Artikel in der hier erscheinenden „Volkszeitung/ welcher meint, Herr Stein hätte ebenso sehr zum Commandeur der Bundesarmee getaugt, als zum Pädagogen, weil — zu beiden Stellen — ihm die Vorstudien rc. fehlten. Wir glauben, ihm mindestens eben so viel Fähigkeit und Beruf zum Rector einer Nnterrichtsansialt einräumen zu dürfen, wie dem jetzigen Oberlehrer der Realschule, der erst durch die Praxis zum Pädagogen geworden ist. Allein darin hatte Herr Stein nicht recht, daß er die Confirmation, oder vielmehr die Berechtigung zu confirmiren, für sich allein in Anspruch nehmen und der Schule entziehen wollte. Herr Stein hält durch die Confirmation. oder wenigstens doch durch den Religionsunterricht, der ihr voranacht, „die religiöse Zukunft seiner Gemeinde" gesichert. Wir wissen, daß die Reformer den Eclat und religiösen Pomp nicht entbehren können; Diese sind das Linsengericht, um welches sie und ihre Gemeinden die Erstgeburt verkauft haben. Wir wollen hier gar nicht davon reden, daß das ganze Konfirmations- Puppenspiel, das für eine Komödie zu ernst, und für Ernst zu viel Komödie ist, im Judenthum nimmer Wurzel hat, noch fassen wird. Das Eonfirmalionswesen wird noch eine lange Zeit Modefachr bleiben, und wieder verschwinden, wenn das Aeschetisch- Schöne, und das Süß-Rührende erst Gewohnheit geworden und Gleichgiltigkeit erzeugt. Gesundes, kräftiges Vrod wird der Mensch nie müde; doch Confect und Marzipan kann er sich endlich zuwider essen. — Pon der ersten Confirmation, welche Herr Stein im Jahre 1645 in Frankfurt a. M. gehalten, erzählt er (S. 16), daß sie «einen großen Eindruck" bewirkt, daß sie ihm «die anerkennendste Belobung des Vorstandes eingebracht hatte; gleichwohl waren für 1846 nur 6 Kinder angemeldet, (das.) und in diesem Jahre (1661) nur 5 Knaben und 7 Mädchen, — ein Beweis, wie wenig Anklang sie selbst bei Modernen findet, und wie man das Religionsexamen innerhalb der Schule für genügend hält. Aber selbst von Herrn Stein's Standpunkt aus, also die Wichtigkeit und Nethwcndigkeit der Confirmation zugebend, muß es ihm doch einerlei sein, wer confirmirt, die Lehrer der Gcmeindcschule oder er selbst, vorausgesetzt daß Jenen die Fähigkeit nicht äbgeht, und das nimmt Herr Rabbiner Stein doch gewiß von Lehrern einer Schule nicht an, die «auf dem höchsten Gipfel der Aufklärung und des Fortschrittes" steht. Somit hätte Herr Stein denken und sprechen muffen: L'«'2>'i Op n'.-n srn'2 „O, wenn doch das ganze Volk des Herrn lauter Propheten, mären, und der Herr seinen Geist auf sie legte." Man hat Herrn Stein deshalb, — aber gewiß mit Unrecht — beschuldigt, er strebe nur, und kämpfe nur, die Consirmatipn zu einer Prärogative des Nabbinais zu machen, um in den alleinigen Besitz der.mit dieser Handlung verbundenen Stola- Gebühren zu gelangen. Wer Herrn Stein's Uneigennützigkcit kennt, weiß, daß dieses eine boshafte Verläuiudung ist; ihm war's nur nur Anerkennung als Rabbiner zu thun. Wir, von jeder Partcirichtung absehend — wir finden es allerdings im Allgemeinen Unrecht, daß den Gemeinden — man verzeihe uns, daß wir über diesen delicalen Punkt offen uns aussprechen — daß den ohnehin genug belasteten Gemeinden durch die Eonsirmalion eine neue Contributiou aufgelegt wird, die am empfindlichsten den Mittelstand trifft. Von AmtSwegen komnit dem Prediger für dieselbe allerdings keine ' .o ......... ", ----- - ^7^.