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Der Israelit · 1861-08-28 · Heft 35 (28.8.1861) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 35 (28.8.1861)
Date
1861-08-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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424 „Retribution" zu. Mein der Dankbarkeit kann . hier zwar einwenden, daß in vorliegende» Falke nicht Einhalt geboten werden, und der Wetteifer, > der orthodoxe Rabbiner nicht von der Gemeinde, der unter den jungen Leuten entsteht, (die ihren ' sondern nur von der Religionsgesellschaft angestM Eltern gegenüber schon einen starken Willen haben), j ist. Allein jedem Gemeinde-Gliede muß um diese Dankbarkeit durch die That zu beweisen, i eS sreistehen, sich von einem Geistlichen copuliren zu zeigt sich darin, daß die schwachen Eltern von gerin- , kaffen, dessen Ansichten und Handlungsweise seine» gerem Vermögen sich über ihre Kräfte anstrengen,! (des Copulirteu) Ueberzengungen entsprechen. Hatte um hinter den reichern nicht zurückzubleiben, und 'es demnach dem Vorstande zugestände«, dem gerührten Prediger Beweise ihrer Liebe und! der Religionsgesellschaft dieses Recht zu Verehrung darbringen. Freilich würde mancher ein-! entziehen, so würde ein derartiger Schritt sichtsvolle Geistliche lieber auf die Gaben der Armen i den Altgläubigen eine Härte, und ein Unverzichten: allein das müßte wieder für die betref-! recht mehr zugefügt haben, als diejenige» senden Knaben und Mädchen empfindlich sein. Ver- ' Gewaltstrciche, die Herr Rabbiner Stein mit uns nünftig wäre es daher, wenn die Prediger künftig - beklagt. gar keine Geschenke mehr annähmen und mit der ' Aber nicht allein den materiellen Schaden bestillen Liebe ihrer Zöglinge sich begnügten; noch ver- ' klagt Herr Stein, „dessen Bestreben nicht ist, irdische nünstiger, und wahrlich auch pflichtgemäßer wäre es, Schatze zu sammeln;" „der Gemeinde-Vorstand hätte wenn sie die ganze Konfirmation fallen ließen, ' „um der Gemeinde willen" sichgegendiesen Ein- und dafür ernstlich sorgen, daß die Kinder etwas , griff verwahren müssen." Dies ist aber, wie wir lernen und vom Judenthum etwas gewahr wer- ' gesehen haben, eine durchaus irrige Ansicht! Und den. Denn Herr Rabbiner Stein klagt doch selber:! wenn Herr Stein endlich meint, die religiösen Tra»- „Den Kindern unserer aufgeklärten Glaubensbrüder! ungen wären nun seitdem in vielen Fällen dem kommt die Religion im Hause gar nicht mehr zur alten, unwürdigen Schlendrian preisgegeben, so ist Anschauung," und weiterhin (S. 32): Wir haben, : auch dies eine Selbsttäuschung. So brillant wie um der factisch dahier cingetretmen beispiellosen bei Herrn Stein sind die Trauungen bei den Ortho- Unbekanntschaft selbst mit den hebräischen! boxen freilich nicht; aber ne als unwürdig zn be- Lesezeichen Rechnung zu tragen, einen Theil un-! zeichnen, ist wahrlich eine Ungerechtigkeit. Die reichstes Gottesdienstes deutsch eingerichtet. Ist daher! sten und intelligentesten Männer und Frauen habm unser Erstaunen nicht gerechtfertigt, warum dieser l sich hier schon nach orthodoxem Ritus trauen lasse«; deutsche Gottesdienst von unserer Schuljugend! noch nie ist von Nnwürdigkeit gesprochen worden, nicht besucht wird*)?" Dahin also kömmt' eS in! Ja, wir möchten wohl behaupten, daß eben die Ein- Gemeinden, in welchen die Nabbmen durch Nesor- ' sachheit der Handlung mehr dazu beiträgt, daß das men das von ihnen in Gefahr gehalterte Judenthum! junge Ehepaar vor dem Eintritt in die Ehe sich zu retten vermeinen. Und wenn es so weit gekomi sammle, und den Ermahnungen des Redners ei» men ist, daun soll dieCousirmation die religiöse willig Ohr leihe, als das sie empfangende und be- Zukunft der Gemeinde sichern? Unselige Verblendung!! gleitende feierliche Gepränge und die zerstreuende Einen andern Eingriff in seine Rechte! erblickt! Harmonie einer mächtigen Orgel. (Schluß folgt.) Herr Stein darin, daß der Rabbiner der orthodoxen! Kambrrrft, 9. August. Seit he» Jubi- Gemeinde Trauungen in Frankfurt vornehmen! läumsfeierlichkeiten zn Ehren de- Herrn Oberdarf, obwohl er selbst als zweiter Rabbinerja ebenfalls j rabbiners Ettlinger in Altona, die m diese» Trauungen bei Lebzeiten des ersten vorgerwmmen, , Blättern besprochen wurden, zeigt sich in dieser Ge- und obwohl auch in andern großen Gemeinden, wo meinde ein rege- Streben zur Einigung der vermehren Rabbinen sunctioniren, diese'gleichzeitig schiedenen Elemente auf die erfreulichste Weise, und zu Trauungen berechtigt sind. Man könnte können wir daher auch hoffen, daß in der Folge *1 Dikö Erstaunen wird in Frankfurt »r« NinnLudrru g«»! für jüdifche Interessen dort ein einheitlicheres StrelbüUi!,! den sich kund thn» wird-

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