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Der Israelit · 1861-08-21 · Heft 34 (21.8.1861) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 34 (21.8.1861)
Date
1861-08-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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berührt und nur langsam nach und nach vielleicht! „Der große Cardinal, vre man ihn in Rom irr fernen Jahrhunderten, wird es in seiner Gesammt- - nennt, bestand indessen mit Wohlwollen darauf, inheit so denken wie einst einzelne Männer im Alterdem er mich erinnerte, daß Rom, wie von jeher (?) r.» -:-r- Land wäre, wo die vollkommenste Freiheit des thüme, mehrere schon im Mittelalter, viele schon in unserer Zeit gedacht haben. — Daß marr jedoch ganz in jüngster Zeit wieder etwas mehr gegen Juden und Judenthmn schreien hört, haben wir dem Prozesse des Herrn Mirös zu verdanken. Derselbe Jude, von portugiesischer Abkunft, hatte sich wahrend der Zeiten des AktienschwindelS zu einer ungeheuren Höhe emporgearbeitet, und fast mit Nichts a»fangend, sich ein Vermögen von Millionen erworben. Sein Ehrgeiz ftrnnte aber keine Grenzen, der gute Mann wollte bald Dilles überflügeln, und da er durch verschiedene Verluste, die er erlitten, mit rechtlichen Mitteln nicht mehr auskom-! men konnte, so nahm er zu Betrügereien seine Zu-! flucht, die Hunderte von Familien in's Unglück stürz- - ten. Die Negierung beobachtete ihn schon längere! Zeit mit mißtrauischem Auge, dal wurde er von! einem seiner früheren Freunden dernmcitt, öffentlich j angeklagt und von dem Zuchtpolizeigerichte zu 5 Wortes herrsche, was auch durchaus wahr ist (??). — Wohlan denn, da Ew. Eminenz eS wünscht; hier meine Meinung. Ew. Eminenz! wird wohl bemerkt haben, daß die Macht des Eapitals, wie zu keiner andern Epoche, die herrschende geworden ist; durch die Macht des Eapitals bildet sich die öffentliche Meinung, durch das Capital allein erheben sich die Nationen, streben die Völker nach materiellen Verbesserungen. Diejenige Elaste nun, die dieses Capital besitzt, oder was für die Menge dasselbe ist, diejenige, die es zu besitzen den Ruf hat, ist demnach aus einen gegebenen Augenblick, dein größten Haffe, der blindesten und unsinnigsten Rache ausgesetzt. Urtheilet jetzt. Eminenz, wenn man dieser dem menschlichen Geiste natürlichen Äpkage jenes Gefühl hinzufiigt, das von Kindheit an in has Herz der guten Katholiken gepflanzt wird, und gegen die Menschen gerichtet ist, die den Stifter der christl. Religion ge- Jahren Gesängniß verurtheiit O'-rz.-r nx; kreuzigt zu haben »«geklagt sind; urtheilet jetzt, sage cr:ü- -n ___,_! .... ,_ _ e.r— Für das Judcnthum ist an ihm wenig verloren gegangen, während seiner Glanzperiode hat er sich wenig darum gekümmert, und jetzt, ha er angcklagt j ich, welchen Gefahren dieser Stamm anSgeletzt sein! wird, wenn das irrige Volk eines Tages die Neli- . gion zum Deckmantel seiner Eifersucht und seines worden, hat er sogar in der Broschüre „K iner» j glühenden Neides machen würde. — Das größte zuges," die zu seiner Veriheidrgung dienen sollte, - Glück nun, solche Falle fern zu hatten, wäre alle r> einzelne Steinchen ans dasselbe geworfen, die ihm j oder lO Jahre eine nme Mottarageschichte, denn inaber hoffentlich nichts schaden werden. Der Seltenj dem dieses Sympathien für die Juden erweckte, erheit wegen Einiges davon. — . stürbe der Haß, den der Besitz des Eapitals gegen „Während meines Aufenthaltes in Nom, schreibt! sie' aushäufen könnte." — „„Ach, antwortete mir er vom Jahre 1850, wurde ich gar Manchmal auf's geistreich der große Cardinal, Sie wünschen ein wenig Wohlwollendste von Sr. Eminenz dem Cardinal j Verfolgung. Wohlan, mein gnter Mirüs, Sie wer- Nntonelli empfangen. In einer dieser Audienzen » den keine mehr haben, und Ihre Glaubens genosten fragte er mich einmal, was ich über die Angelegenheit Mottara'L dächte. „Eminenz, sagte sich ihm, möge nur im Interesse der Juden erlauben, nicht meine Meinung zu äußern, keineswegs daruni, weil dieselbe nicht zum Lobe der päpstlichen Negierung aussallen würde, sondern, was noch schlimmer ist, weil dieselbe die indessen lehr hohe Einsicht derjenigen Leute tasich ganz allein vertheidigen wüsten."" — Nicht wahr? das sind herrliche Gedanke», doch Geduld, weiter unten kömmts noch bester, da wundert er sich nämlich, daß das Volk, die Maste so geduldig dieses Joch der Juden erdulde; doch dieser Neid und Zorn werde schon noch einmal losbrechen, — (er hat auch wahrscheinlich aus diesem Grunde allein seine Tochter dein müßte, die im Vatikan herrschen; da sch mir zum Taufbecken geführt) — nur bedauere er dann. jedoch die Gewogenheit Ew. Eminenz bewahren möchte, so bitte ich Sie, mir meine Meinung über diese Angelegenheit zu erlaffen.* — ' wenn man die Juden des Südens (portugiesische) mit denen des Nordens (deutsche) verwechsele; denn jene hätten wirklich Sinn für'S allgemeine Beste, (Hierbei eise Beilage.)

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