Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1861)
- Date
- 1861-08-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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4M jetzt für die Anmeldungen eröffnete *). Mögen noch andere Stimmen rathend und das Gute fördernd sich vernehmen lasten vn .ix-.i. Bodknhrimer. -.r- V2N' ->2lv 72 : X7N .17LV X"»n Frankfurt a. M. (Fortsetzung.) So viel Unrecht und Thorheiten auch von Herrn Stein während seiner Amtsführung begangen worden sind, so ist eS doch sehr zu bedauern, daß in einer gebildeten Gemeinde, wie Frankfurt a. M., ihm so schreiendes Unrecht geschehen konnte; und auch der fernstehende Leser wird daraus schließen können, was erst die, der religiösen Richtung dcS Vorstandes nick;! angebönae Partei erdulden mußte. ES ist traurig, was in unserer Zeit unter der Acgide der Aufklärung ungestraft gewagt werden darf. Herr Stein wurde als Rabbiner von seinem eignen Vorstände mißachtet, jgnorirt, bei Seite geschoben. „Das Verhältniß der Gemeindebehördeklagt Herr Stein, „ist nie so gewesen. Früher bestand in allen großen Gemeinden ein „lletd-vin," nnd Niemand wird leugnen, daß dieses die NcligionSbehörde, und in ihm der Schwerpunkt des religiösen Lebens lag. Jetzt ist der Gemeindevorstand die Neligionsbehörde. Man hat mir jüngst osten und trocken erklärt: „„wenn mir den Rabbiner fragen wollen, fragen wir ihn; wenn wir ihn nicht fragen wollen, fragen wir ihn nicht!"" Ein solches Verfahren des Vorstandes istallerdings nach unserer Ansicht eine nicht zu rechtfertigende Anmaßung und Gewalt. Allein Herr Stein hat dennoch keinen Grund, sich zu beklagen.? Denn in der Wirklichkeit hat der Vorstaich ihn nichts zu fragen. Tic Gemeinde hat als Neformgemeinde nur einen Prediger nöthig, wie wir daß schon in einem früheren Artikel ausgenchrt haben. - Da Herr Stein vor allen — wir wollen fsgen ccremoniellcn — rn»2, außer dem Smragogcnbefuch, so .wenig Achtung gezeigt hat, so ist es natürlich, daß diejenigen Gemeindemitglicdcr, die ebenfalls nicht 'X2' n.t.2 sind, auch für den Synagogenbesuch nicht viel übrig Haben, ist es natürlich, daß der Vorstand ihn wie einen, ihm untergeordneten Gemeindebeamten betrachtete und nicht wie einen würdigen Lehrer verehrte. Es ist daher ferner erklärlich, daß Herr Stein *) Wir find hiezu gern bereit. Red. bei den Lehrern der Realschule (s. S. 3S) um fleißigen Synagogenbesuch bettelte, und auch um Nnleitung der Kinder dazu. Es ist erklärlich, daß er» „wenn er an Sabbatmorgen die neue herrliche Synagoge wahrend der Predigt verödet sah, ohne Männer, ohne Jünglinge, ohne Knaben, ihm die religiöse Zukunft seiner Gemeinde bedroht erschien,* und daß er Einfluß auf die Schule haben mochte, um den erhebenden Anblick zu genicßen, „die Synagoge mit 300—400 Zöglingen gefüllt zn sehen!" (s. S. 33.) Das ist aber ganz unmöglich in einer Gemeinde, in welcher der Rabbiner auf alle rnr?, außer der öffentlichen Gottesverehrung, so wenig Gewicht legt. Wer feine Gemeinde zu ">nx c'2^ 7M22.1 erzieht, der darf auch stets auf zahlreichen Besuch der Synagoge rechnen; denn dieser ist anch eine N'Lv. Die Neformrabbincn hingegen, welche den Synagogendienst als höchsten Gottesdienst aufstellen und sich selbst als die wichtigsten, geweihten und mttentbehrlichen Personen darin, müssen zuletzt zn der Erkenntnis; kommen, daß dieses erkünstelte Jndcnthum keine innere Lebenskraft enthält. Hiermit ist auch dem Vorwurf begegnet, den Herr Stein schon in dem „BolkSlehrerund auch jetzt wiederholt in der genannten Broschüre der Orthodoxie gemach^ hat. „Man habe," meint er, „um die reformistischen Bestrebungen abzuschwächen, den Leuten den Gedanken plausibel gemacht, der öffentliche Gottesdienst habe gar die große Bedeutung nicht, die man ihm heikege, während die Orthodoxen den ganzen Tag in die Synagoge gehen." Wer aber die fünf Bücher MoseS gelesen hat, der wird wissen, daß alle Gesetze auf einen sittlich - frommen Wandel, auf Reinheit und Heiligkeit der Gedanke», also ans einen Gottesdienst in That und Leben hinzkekcn; der Synagoge n besuch aber nur einer der Factorcn ist, die dieses Ziel erstreben Helsen. Darum ist es auch unwahr, daß die Orthodoxen „den ganzen T?.g" in die Synagoge gehen. Es wird von jeher bekanntlich täglich zweimal in der Synagoge gebetet, einmal zu und einmal zu Wer Zeit und Neigung hat, geht hm; wer aber nicht hingeht, kann darum doch ein wackerer Jude fein*). Wer aber, wie Herr *) Anm. der Red. Er muß es aber doch über «ich ergebe» taffen, zu heißen.