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Der Israelit · 1861-08-14 · Heft 33 (14.8.1861) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 33 (14.8.1861)
Date
1861-08-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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M Dämm entgegensetzen, sondern vielmehr sie zu Heil- ' Mellen des JudenthumS umwandlm, indem wir sie! von ihrem Schlamme zu reinigen und ihre Trübe - Lkznkloren uns ernstlich bestreben." . Die Mittel zur Verbesserung unsrer rel. Zustande r windet der Verfasser in der Belehrung von Seiten - der Rabbiner. Daß von unfern Volksschulen nur wenige den Namen jüdischer Schulen verdienen, s lo daß in ihnen gar vielerlei Wissen und nur. das! 'peziell jüdische nicht vertreten ist, ist leider nur zu! wahr. Der Verfasser legt es den Nabdinen ans Herz, daß ste sich „bis zur Fassungskraft des Kindes : herablaffcn" und dadurch, daß . sie die Kinder im; Talmud unterrichten, eine Brücke zwischen Volksschule und Jeschiba bauen. „Wir müssen unsere Thora- - Lämpfer aus dem Boden der Gemeinde hervor stampicn! Nimm Dir, Herr College! den ersten , besten armen Jungen in Deiner Gemeinde zum Schüler; nimm Dir die ersten besten Talmudschüler aus Deiner Schule, und unterrichte ste mit Ernst nnd Hingebung, und — Du wirst bald einen entsprechen- : den Wirkungskreis haben. Thust Du es nicht, so erwarte auch nicht von Deiner Gemeinde, daß sie ohne weitere Aussicht den Talmud unterricht mehr fördern soll, als der Rabbiner selbst. Dies nun die Ursache, warum der Talmuduuterricht in neuerer Zeit gänzlich in Verfall gcräthcn ist. Denn man vergleiche, wie viele profane Schulen dem! Anfänger offen stehen, wenn er eintreten will, und wie wenige Jeschiboth für den Talmudjünger geschaffen und geeignet sind. Sollte mau nicht anch in Betreff der Lehranstalten mit den profanen WisiensHallen gleichen Schritt halten?" Was der Verfasser über das zweite Mittel zur Hebung unsrer rcl. Zustände, über die Gründling von Na bb iua tshoch schnlen (Jeschiboth) sagt, erscheint uns im Allgemeinen sowohl als auch namentlich für Mähren so wichtig, daß wir das Betreffende ganz hierherstellen: „In jedem Lande müssen nach der Anzahl der Mischen Bevölkerung eine N a b b i n a t s - H o ch s ch nl e, oder auch mehrere errichtet werden. Es ist nämlich einleuchtend, daß, wenn auch jeder Rabbiner in seiner Gemeinde die lalmudfähigen Schüler, sowohl in der Schule als außerhalb derselben, für das Studium der heiligen Thora erziehen würde, eine eigentliche Jeschibah noch immerhin npthwendrg wäre, eine Jeschibah nämlich, wo allenfalls das Gesetzstudium nicht in den Kinderschuhen zu wandeln hätte; wo der Talmud im höheren Stile unterrichtet werden sollte. Diese Jeschiboth dürsten mit der Zeit maßgebend werden, wie dieß in den Zeiten der G'onim der Fall war. Daß dies zu Stande kommen könnte, dafür bürgen, uns die großen Männer in Israel, dir wir noch heute überall Gottlob besitzen. Nur müßten sie dazu berufen werden! ... Wer soll sie aber dazu berufen! — Ich glaube, cs könnte dies ebenfalls der Art geschehen, wie es zu den Zeiten der G'onim Sitte in Israel war, daß sich nämlich die Weisen versammelten, aus ihrer Mitte einen Nosch-Jeschibah wählten und ihn als solchen proclamirten. Hierzu wäre aber eine ' Nabbinats-Versammlung nötbig! .Nun wohl, ich glaube nicht nur an die Möglichkeit, sondern auch an die Dringlichkeit solcher Zusammenkünfte der Weisen Israels, worunter freilich nicht nur die diplomirtcn Rabbiner, sondern jeder für. Gott und seine Lehre begeisterte Schristgelehrte zu verstehen ist. Wir viel gibt es nicht ohnedies in jedem Lande heute für Gott und Glauben zu thun, wo nur gemeinsame Kräfte entscheidend einwirken könnten! Wie gut wäre cS ferner, daß durch solche Versammlungen die eine Sonne sich an den Strahlen der andern erleuchten und erwärmen nnd durch Gedankenaustausch, ein reiferes Denken und Handeln erblühen würde! Doch wir wollen zur Nöthwcndigkeit einer Jeschibah zurücklchren. Ich habe gesagt, die Jeschiboth könnten maßgebend werden, ich will dies deutlicher erklären. Es ist heilige Sitte in Israel — hier m Mähren Landesgesetz — daß so Jemand, von einer Gemeinde zürn Rabbiner gewählt wird, er von einer rabbinischen Autorität — hier vom Landesrabbiner — - diplomirt sein muß. Wie schwierig ist cs aber, von , einigen auf die an den Candidaten gestellten Fragen ertheilten richtigen oder unrichtigen Antworten aus . den Grund der Gründlichkeit der Gesetzkcnntniß . auf die Casuistik schließen zu können; wie schwierig ist cs ferner, einem unbekannten Eharacter so ausS j Gerathewohl ein Nabbinats-Diplom auszustellen! Web chen Grund hat may aber dann, die betressende Au- , torität zu tadlen. wenn das von ihr ausgestellte Diplom fürs Iudenthum böse Folgen hat; wenn Männer,

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