Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1861)
- Date
- 1861-08-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Würdigen Sie die Versicherung unserer tiefsten Hochachtung entgegen zu nehmen, mit welcher die Ehre haben zu sein den Herren (owssisurs) . Paris, den 12. Juni 1861. unterthanigst gehorsamste Diener Der Präsident: Avalle. Der Sekretär-Adjunkt L. Nordmanu. 1228 '1220 '2 '521 1*2 Frankfurt«. M. (Fortsetzung.) Ein solches willkürliches Verfahren ist keineswegs geeignet, wahre Hochachtung gegen Männer hcrvorzuruscn, welche nur nach dem Beifall der Menge buhlen, und eS immer so machen können, wie man es von ihnen haben will, (was gethan zu haben Herr Rabbiner Stein in seiner Predigt am jüngst vergangenen N2V sich sogar zum Ruhme anrechnet). Am wenigsten kann dies wahrhaft religiösen Männern gefallen. Daher mußte Herr Stein! eine „Periode bitterer Leiden" durchwachen, und „mehr und mehr in der Gemeinde in Ae traurigste Vereinsamung" gerathen, konnte in „Zeitungsblättern auf eine unerhörte Weise von gewissen Parteigängern geschmäht," „von Schulbuben mißhandelt," „von dem Cynismus beleidigt werden und Niemand war da, der sich seiner annahm!" Er mußte da um so empfindlicher den Gegensatz wahrnehmrn, daß „ein glühender Eifer seiner Anhänger de» orthodoxen Rabbiner umgab. Nach solchen Erfahrungen wäre es an der Zeit gewesen statt zu abdiciren, wie er schon 1817 beabsichtigte (s. S. 17), lieber Halt zu machen, Freiheit von den Strömungen der Zeit sich zu verschaffen, und auf den alleinigen Weg des Heiles, auf dem sein ehrwürdiger Vater gewandelt, zurückzukehren. Statt dessen ^brachten die hereinbrechcnden Stürme des Jahres 1818 wichtigere (?) Frage» in Fluß und so wurde er, der Redner des Montagkränzchens," von den „weltbewegenden Ideen jener Zeit so mächtig ergriffen, Laß alles Andere für ihn in den Hintergrund trat.", Er wurde Politiker. Hier bestätigte sich also die Ähre des weisen Rabbi Pechunjah: piie.i 5? .7^1 ^.^2^2 ..um.,.rrp,. Mv» „Wer das Joch der Thora von sich wirft, der, bürdet sich das Joch des staatlichen und des socialen Lebens auf." — Aber für die Altgläubigen waren die polst tischen Fragen des Jahres 1818 bei weitem nicht die wichtigsten; im Gegentheil, ihnen standen stets die religiösen Angelegenheiten in dem Vordergrund, und so benutzten sie die Errungenschaften jener Tage, um die Erlösung von dem rücksichtsloses und ungerechtesten Drucke eines treulosen, die heiligsten Rechte der Gemeinde verletzenden Vorstandes sich zu verschaffen, um selbst nach eigner Ueberzeugung eine Neligionsgemeinde zu bilden. Wir begreifen, daß diese thatsächliche Trennung des Kernes der Gemeinde Herrn Rabbiner Stein sehr schmerzlich sein mußte, begreifen, wie er mit befangenen Augen und unter Umkehrung der Thatsachen der hiesigen Orthodoxie Vorwürfe. wegen der ausgcsührten Trennung machen konnte. „Orthodox," sagt er, „d. h. nach den Grundsätzen des wahren, echten Glaubens gehandelt," war das nicht. „„Selbst wenn Israel eine Bande von Götzendiener, aber einig ist, soll man es nicht trennen und spalten."" Herr Stein meint (S. 19) wenn im Tempel fremder Dienst geübt worden wäre, die Propheten nie und nimmer es gut geheißen haben würden, die Einheit der GlaübeuSgemeinde zu zerstören und einen andern Tempel zn erbauen. Ebenso habe der Erfolg gezeigt, daß dir zehn Stämme „lieber Jahrzehnte hindurch den furchtbarsten Druck hätten ertragen sollen, um nur die Einheit des Reiches, nicht zu zerstören." Ss viel Zeilen, so viel Jrrlhümer. Wir wollen einige herauShebcn. Einmal ist Herr Stein's Vorwurf gegen die Orthodoxen höchst ungerecht. Noch nie j waren die Juden im ru^ durch Juden so-, in ihrer Gewissensfreiheit beschränkt, als hier in Ff. a. M. Die Aktenstücke darüber sind vorhanden, und werden zum ewigen Gedächtnis ansbcmahrt. Wir können sie hier nicht weiter berühren, .und müssen die Leser, die ein weiteres Interesse dafür haben, auf eine vor mehreren Jahren erschienenen. Broschüre*): „Die Religion im Bunde mit dem Fortschritt" verweisen. Es genüge hier aus Herrn,Stein's! eignes Zeugniß aufmerksam zu mächem Herr Stein j wird iücht leugnen können, daß die Altgläubigen! Alles gethan, um ihn zu gewinnen/ und nm die - Einheit der Gemeinde ' zu' erhalten. Er wird nicht i ———- ' -' - ' - - ", ' .. *) Diksetbe ist dur/h die I. K-uffwaüu'sche Antiquariats- Buchhandlung bicrselbst zu beziehen.