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Der Israelit · 1861-08-07 · Heft 32 (7.8.1861) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 32 (7.8.1861)
Date
1861-08-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Hat es die Judenemsncipation zu Stande gebracht? Im Publikum verlautet nichts davon. Jene mittelalterlichen Religionsvcrfolgrmgeu schmolzen Angesichts der Strahlen der Kultur des ncunhalb seines eigenen Volkes verlegt,! zumal wen« es eine selche Grschichre hat wir das jüdische. Ja all die Lhraaen, die er über das so bittere Leid »ergossen, dos sein Volk vo» jeher getroffen, tüuektk er seine Feder and schrieb feine jüngsten Werke. Sind den Tempelherren Piutim und Selichoth nichts anderes als barocke Ueberbleibsel einer bereits verschollenen Zeit, so find sie Zunz begeisternde S chlachtgefängr, die selbst anker einer lahmen und matten Führerschaft sicher -um Eiegr für Recht und wieder R'ckr führen. (^Solch' eia Charakter durfte es auch nur, zur Zeit als die Domaökukgrschichte zum erstcnmale erschien, jenen eng- und mattherzigrn Philistern zurufm: „Die Judm haben wieder gelitten l* Der französische Minister Thiers, der »es französischen Lonsul, welcher das Ganze angrzettklt, nicht wcllrc fallen lasten, gab in der Deputirtrskauuner, bet Gelegen» bcit, » tk rin jüdisches Mitgliev derselben mit warmen und bered- «n Lenen für seme unglücklichen t^laubevsgrnostcn in Danias- »tairirte, unter Ackrselzvckea dis Erklärung ab: Er werde '.ä wcl l, hüten von den Juden Frankwichs ft» etwas zu glauben, aber von den Juden im Orientes -7-^ — ' Wollen NUN; die L,mrelberrcn über die Dlütbqschuldignngr», die gegen die Juden rr. v'alac;, Odessa, Kvnstantwoprl w. s w. g^chteudert werden, i.«K »nirüsien; so antworten ihnen unsere Feinde «it Recht: Gej Lehr Jt.r nicht selber, daß. sich so »icke der Bräuche und Eere- Mvn:ea Euerer orientalischen Ahnen mit Euerer europäischen Kultur nicht vereinbaren lasten. So war es rmter Anderen unter dev Juden früher Sitte, daß tte kinderlose Wittwe ihrem Schwagers der nicht gewillt ist, ihr Gemahl und Herr zu wer» dm, in s Gesicht speie, welches tz» Oriente hie höchste Keschämung avsdrückt) wie Ihr selbst sagt, und fo mag es wohl Lei den orieatalifchfli Juden religiöser Brauch sein, beim Oster» mahle Ehristenblut zü vrrwrndm, man würde sich ja sonst gerade dies nicht allüberall ^ausgedichtet habe^ Freilich Ihr, die Ihr von der europäischen Eulturdurckträvkt seid, habt von dieser Greulthat keinen Begriff mehr, und wer w«ß, wie es selbst in Europa bei den orthodoxen Indes mit dieser Cerrmoaie steht.— Herr Rabbiner David Oppenheim zu Gr. Decskerek in Ungarn führte einmal in der A. Z. d.J. bittere Klage darüber, daß der k. k. Professor, Ritter v. Stubevrauch ln seinem so gediegenen Commevtar zum allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch? Z. 125 die Stelle hat: Früher war es bei den Juden Brauch. — Et. hält von seinem Standpunkte, weil vom bürgerlichen Gesetz- Luche nicht geboten, dir Lhaliza überhaupt für antiquirt — daß dle kvdeckose Wittwe ihrem Schwager, der ihr die LeviratSrh« verweigert, tu'L Gesicht speie u. s. w. — Diese barbarisch« Sitte, meint Herr Oppenheim, habe bei den Juden »le ge» herrscht, dir Annahme derselben beruhe einztz ans einem Mißverständnis des «HNv, und hoffe «, daß Herr Stuienrauch, dem es doch nur «» Wahrheit zu thun'sck, derselben nachträglich ihr Recht gebe» werde. Unseres Wissens ist nun Herr St. diazehnten Jahrhunderts von selbst — daß sie sich einzig dem Jüdenthume gegenüber stabil erhielten, hat seine Ursache in dem Umstande, daß man von der Ansicht ausging, daß die Juden ihre Sehnsucht nach Jerusalem am Ende doch aufgcben, wie auch mit Bekennern einer andern Religion „aus einer Schüssel" essen werden, wie ja dieses Alles bereits so Viele unter ihnen gethan. Erst wenn sie selbst die innere Emancipation vollzogen haben Herden, hieß es, werden wir ihnen die äußere gewahren. Aber trotzjjener Herren haben die edelsten aller Nationen sich bereits dahin ausgesprochen, eS nicht begreifen zu können, warum ein Mensch irgend welcher seiner Rechte deßhalb etwa verlustig werden soll , weil er einenHart, trägt, keinen Schinken ißt, und anstatt Sonntag in der Kirche, Sonnabend in der Synagoge inbrünstig betet — daß hingegen jeder, der im Stande sei, .seinen Gesetzen zu Liebe alles Irdische!zu opf^m, nur allcrWrew werth ist^ l Doch mögen die '^Tempelherren thun was ihnen gut dünkt und kein Msttel scheuen, um Andersdenkeu- .s»en ih^re UeLerzeugun^ einzuimpfen, aber! sagen sollen sie na^her nicht, daß ^sie das MÄrcheNj voll den dr-i Ringens begreifen; sie! haben die! Entdechung gemacht und!sse freuen sich! Lischt ÄeNig!darüber,^daß das MLHrchen von! den drei Ringen — das oen Kern von Lesstng's! Nathan bildet, wie dies ja aus einem Briefe beffelbcn an seinen Brndjer deutlich hervorgehe ' ' '' ' srm Ersuchrü bis seht noch nicht nachgekommen, denn mit Recht, entgegnet rr: Ich habe, bi« betreff ende Stelle in brr Bibelübersetzung drS Redakteurs eben jener Zeitschrift nach gesehen, in welcher Cie sich über mich so beklagen, ich habe aber umsomehr Grund dieselbe, alS im echt jüdischen Geiste gearbeitet, anzusehrn, als sie ja eben jetzt in eine! Anstalt ausgenommen wird, die dazu bestimmt, fremde Einflüsse vom Judeuthumr fern zu halten. Wenn nun die Konsequenz der Wahrheit Jemandem unange» nehm und unbequem ist, so bedauere ich dies sehr, aber ich kann an der Cache selbst nichts ändern. (Vergl. Israelit, 1. Jahrg. Ro. 9). — Rappoport sprach sich erst jüngstendahin aus, daß Geiger ein Feind des JudrnthumS, wie ohne tiefere Kenntniß der heiligen Schrift sei; eben so wegwerfend lautet sein Urtheil über „Hachaluz,* ,Brn Ehananja* und wie ihre Organe alle heißen mögen. Der Vers, der „religiösen Porsie der Juden in Spanien* lst von ihnen gar alS ,rvher Fanatiker* hlvgestrllt worden, weil er den Muth batte, seiner Ueierzeügung ein Opfer bringe« zu wollen. Und so haben auch unsere andern Gelehrten, die bekanntlich mit Salvnmänaern nicht zu verwechseln, nicht dir Ehre ihrem Orden avzugrhören. 3.

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