Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1861)
- Date
- 1861-08-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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in weitem Kreisen einen guten Klang haben, um i einer RaböinerseminarS unter der Kaiserin Maria sich schließlich der Hoffnung hinzugeben, daß die Leiter der Nabbinatsschule zu P. fürderhin den Anforderungen der Zeit Rechnung tragen werden*). Die Redaktion besagten Wiener Blattes erhielt hierauf eine Zuschrift (die eine diesbezügliche Notiz zur Folge hatte), in der es unter Anderm hieß: „Eines schonen TageS wird für alle Welt etwa Folgendes zu lesen sein: Unsere jüngst ausgesprochene Hoffnung, bezüglich der Nabbinatsschule zu Preßburg, hat sich leider nicht bewährt; die Errichtung eines Rabbinerseminars in der Metropole Oesterreichs, unter Leitung von Männern, die auch in weitern Kreisen bekannt sind, stellt sich demnach als ein dringendes Bedürfnis; heraus, und sind wir aufs Innigste überzeugt, daß eine eben so weise als humane Regierung demselben in Bälde abhelsen wird." — Und in der That haben wir nun die Genugthuung, es zu erleben, wie unsere" Prophezeiung, wenn auch etwas später als wir dachten, aber endlich doch in Erfüllung gegangen., Dieser Tage war von demselben Hern; W. in demselben Wiener Blatte ein Artikel zu lesen, in dem unter Anderm aus die „Anfänge Theresia" hingewiesen wird und her mit den Warten schließt: „Tor einigen Jahren wurde in Preßburg eine Rabbinatsschnle in's Leben gerufen (?!), der freilich fast alle Kriterien einer Schule fehlen. Hat sich das Ministerium von der heilsamen Wirkung dieser Schule überzeugt? Im Publikum verlautet nichts davon." Da hier hei einer hohen Behörde der Antrag gestellt zu sein scheint^ alle jene Raöbmatskandidaten, die sich nicht zu Tempelherren erziehen lassen wollten, unbarmherzig als Solvaten abführen zu kaffen; so ist Jedermann wohl zu der Frage berechtigt, was denn das Tempelritterthum seinen Besitzern gar so viel eingebracht habe, daß sie damit alle Welt durchaus beglücken möchten. Hat es das Schulwesen unter den Juden zur Blüthe gebracht? Im Publikum verlautet nichts davon. Die Schule gebt ihren Gang von Westen nach Osten und weil Gemeingut der Menschheit, blüht sie in ihrem Lusgange bei den Dekennern der mosaischen Religion eben so schön wie bei den Bekennern einer andern Religion; ostwärts jedoch ist sie nun bei den Juden aus Widerstand gerathen, aber aus keinem andern Grunde, als weil sie die zufällige Folge mit der nothgedrungenen Wirkung verwechseln. Als in dem Herzen und Geiste einer edlen und frommen Frau der Gedanke Sll'rkiber se, »jenem Treiben* fremd, aber wenn an der Preß-! austauchte, in Jerusalem eine Schule zu gründen, J.Wd« «,'Mch -in,- «.-,-»g.n.n Z.i.! Ed ihr- Sab- »°» dm dort k-bmdm -Ili-pöischen Juden mit Entschiedenheit zurückgewiesen, weil dies, wie sie ausdrücklich meinten, nothgedrungen zum Tempelherrenthume führen würde. Bis die Zeit kommen wird, und die kann nicht mehr ferne sein, wo es auf dem ganzen weiten Erdenrund keine Spur mehr von einem Tempelritterthum gibt — dann wird auch jedweder Widerstand bei den Bekennern der mosaischen Religion gegen die Schule sich von selbst heben*). § *) Kurze Zeit darauf ward iu der A. Z. d. I. von Dresden aus vcn den »betrübenden Mittheilungen* berichtet, die der .Wanderer* über die Nabbinatsschule zu Preßburg enthalte. noch maßgebend sind, so sei das ein bhillul Haschen, und daher! Pflickt eines jeden wahrhaften Iehüdi, demselben entgegen zu > arbeiten. Hierauf erhielt Herr vr. B. Veer in Dresden aus I Dien folgendes Schreiben: »tsw. Wvhlgrboren! Man will bier : wissen. daß der Correspondemartikcl in der jüngsten Nr. der! A. Z d. I. datum Dresden von Jlmen berrübre. Der erge- > denst Gefertigte, ein ehemaliger Zögling der Nabbinatsschule zu P., fühlt sick demnach verpflichtet, den Mann, der es bei jeder Gelegenheit zeigt, wie warm ibm der Glaube feiner BLter am ' Herzen liegt, aus einem Jrrthume heraus zu führe». Jener aus Preßburg datirte Artikel im »Wanderer* ist von jener Partei sabrizirt worden, die lein Mittel scheut, um damit zu ihrem selbstsüchtigen Ziele zu gelangen. Man geht hier mit dem Plane! um, rin Rabbinerseminar zu errichten, woran so und so viel i Lehrer mit so und so viel Gehalt angcstellt werde» sollen. Was! von einem »Schlupfwinkel* (für alle jene, dir sich der M'kitLrpstickt cntzieben wollen) gesagt wird, ist nicktS als eine elende - Verleumdung, die man sich nur einem orthodoren Rabbiner, gegenüber ungestraft erlauben darf. (srtstirt ein kbillul hajckrm, so ist er wabrlicb nicht auf Seite der Preßburger Jesckiba zu suchen.' 8. ' *) Wir fügen bier nock die Bemerkung hinzu, daß man KL in den Reihen der Temxelberren vergebens um einige tüchtige Gelehrte umsteht. Die beiden Altmeister der Wissenschaft des Iudcnthums sind sicherlich nicht zu den Ihrigen zuzablen. Zunz» dem sie all ibr bischen Wissen zu danken haben, gab seine »Selichoth* berauü und seit dieser Zeit sind sie nicht gut zu svrechen auf ihn, haben sie doch keine Idee davon, daß der wahrhafte Denker den Schwerpunkt seines Lebeas und Webens nie außer