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Der Israelit · 1861-07-31 · Heft 31 (31.7.1861) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 31 (31.7.1861)
Date
1861-07-31
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Amtsführung zurückgelegt, möge man aber das Herbeiziehen der Gemeinden zu dieser Feierlichkeit unterlassenda die auf diese Weise heröeigekührte Theiluahme doch nicht als spontaner Ausdruck tiefgefühlten Dankes, wie ihn ja nur wirkliche Verdienste Hervorrufen, betrachtet werden kann. — '1 '2^1 i2'2V' :22 lvV2' 2'Z»S721 Frankfurt a. M. Es würde uns zu weit führen^ und dürfte der Nachsicht des geehrten LescrS zu viel zugemuthet heißen, wollten wir nach dem Gesagten eine ausführliche Besprechung der Stein'schen Broschüre folgen lassen, — so lohnend eine solche Arbeit an sich auch sein würde, und so belehrend und interessant sie für Viele erscheinen müßte. Sie bildet in der That ein Gewebe von Irrthümern, Widersprüchen und Inkonsequenzen, wie nur die Confrqnenz des Unrechtes und willkürlicher, selbstersnndener Regel sie zu erzeugen vermögen. Nur einige Momente mögen noch, wie gesagt, aus der mehrerwähnten Schrift hervorgehoben werden, die das bereits Gesagte bestätigen, und das, worin Stein gesündigt, in ein Helles Licht stellen werden. — Der Herr Rabbiner beschwert sich gegen seinen Vorstand, daß er ihn in (§. 10) der Instruction verpflichtete, seine Amtsfmrctioneu dem Einzelnen gegenüber auszuüben, selbst wenn derselbe die jüdischen Neligions- und Ceremonialgesetze nicht beachtete. Obwohl er diese Bestimmung nach seinen jetzigen Ansichten billigt, so meint er doch, der Rabbiner sei ja auch nur Mensch, „dessen Ansichten sich ändern könnten" und findet es unangemessen, eine solche Bestimmung in eine Dienstanweisung auszunehmen. Wir aber meinen, das Amt eines Rabbiners sei eben kein Kinderspiel; ur.d wenn ein Rabbiner andere Ansichten über seine Religion gewonnen haben sollte, als diejenigen', mit welchen er sein Amt angetreten, so ist es seine Pslkcht, freiwillig zurückzutreteu, um nicht gegen den Willen der Gemeinde und gegen sein eignes Gewissen zu verstoßen. Denn ein solcher Rabbiner könnte im Laufe der Jahre noch mehrmals seine Ansichten ändern, und nach ihnen seine Gemeinde hin- und Hergangeln, daß sie zuletzt nicht mehr wüßte, woher? und wo hinaus? Eine solche Kalamität aber könnte bei keiner Confession geeignet sein , wahrhafte Religiosität zu fördern. Mit Recht klagt Herr Stein sich wiederholt selbst an, daß er eine Dienst-Instruction unterzeichnet, welche so „drückende," und wir möchten hiuz»- fügen, so herabwürdigende Bestimmungen für den Rabbiner enthält. Kein orthodoxer Rabbiner, dessen sind wir überzeugt, hätte sie unterschriebe», denn ein wirklich fromimer Mann würde sich nur von Gott und seinem Gewissen leiten, nicht aber von Menschen binden lassen, nicht seine Handlungsweise nach fremder Neberzeugung einrichten. Nick wessen Ueberzeugung kam hier in Betracht? Die Ueberzengung, die Laune eines Vorstandes, „dessen Mitglieder fast alle des Hebräischen unkundig sind." So geräth, wer von der vollsten Pflichttreue gegen seinen Schöpfer sich emaucipiren will, in die unerträgliche Sclaverei zahlreicher Pharaonen. In der Wechselordnung-Angelegenheit hatte Hr. Stein ein, der orthodoxen Geschäftswelt günstiges Gutachten versaßt. Er beschwert sich daß der Vorstand dasselbe nicht in der ursprünglichen, auch die „Männer der altern Richtung" befriedigenden Fassung genehmigt, sondern derart verstümmelt habe, daß es von Jenen nicht mehr zu benutzen war. Wir begreifen hierbei nicht, warum Herr Stein ein solches verstümmeltes Gutachten Unterzeichnete , beziehungsweise den orthodoxen Peteuten vorlegte. Eine solche Verpflichtung enthält doch seine Instruction wahrlich nicht! Unsinnig und ein Widerspruch in sich selbst war Stein'S Benehmen den Orthodoxen gegenüber bei Gelegenheit der Rabbiner Versammlung im I. 1845 (S. S. 10.).! Es sind in dieser Beziehung seine Bekenntnisse ein wichtiges Docüment für die Geschichte der Reform, und führen deren Bodenlosig-! keit klar vor das Auge. Für eine ausführliche Besprechung ist hier nicht der Ort; sie würde selbst zu einer Broschüre anwachserr. Jnconfequent handelte Herr Stein ferner, als er mit Einführung der Reformen zögerte, die doch von der heiligen Nabbinerirersammlung beschlossen waren. Hören wir seine Gründe. „Einmal," sagte er, „hatte ich die Hoffnung, hie Männer der älteren Richtung, die sich mehr und mehr von der

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