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Der Israelit · 1861-07-10 · Heft 28 (10.7.1861) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 28 (10.7.1861)
Date
1861-07-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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343 Abraham tritt vor das Antlitz des Allliciligen und weint und raust sich das Haar aus Haüpt und Bart und zerschlagt mit beiden Händen sein Angesicht und streut Asche ans sein Haupt und durchzieht das Heiligthum und weint und spricht klagend: „Allbeiliger, warum ist von allen Nationen und Sprachen gerade mir solche Schmach und Schande geworden?" Da ihn die Engel also sehen, beginnen auch sie zu wehklagen und stellen sich ans in langen Trancrreihen und rufen, bitterlich weinend: „Wehe, verödet sind die Pfade, die nach der Gottesstabt führen, Niemand wandert ans den Straßen mehr, aus denen sonst die Festeswaller sich drängten! wehe, zerstört ist der Bund mit Abraham, durch den die Welt, dich Höchster, als Schöpfer von Himmel und Erde erkannt hat — verachtet hast du Jerusalem und Zion, die du ehedem erwählt hattest!" Und Gott spricht: „Warum, ihr meine Diener,, bildet ihr wehklagend lange Traucrrcihe:.?" „Abraham, dein Freund , entgegnen die Engel, ist gekommen in dein Haus, wehklagend^ und weinend, war^m achtest du nicht sein? ' j i - i Und Gott spricht: „Seitdem mein Freund der. Welt geschieden^ war er uiHt in meinem! HctMj;!und zeht. was Mll'Wnnl Freund mcmerujHansE''. Und Abraham spricht: „Herr der Welt, wann« Haft du vertrieben mcinb Kinder, und hast sie überliefert Lü die Hand der NMlonKi, die sie tödteu mit-best schrechlichsten TodeSartcnh und hast;erstörtz dein Heiligthnm, dcnselhen L^t, an welchen: ich meisten Sohn Jizchak als ttzanzopser hlr darg boteuNmEsk „Deine Kinder haben gesündigt," spricht Gott,! sind haben übertretn die Thora und st den Buchstabe^ dann." ' -- ' - ' - f? „Wer zeugt wider sie?" fragt Abraham. Und die Thora tritt auf, wider Israel Z.'uar rß a'r;u!es sgcn. „Meine Tochter, spricht Abraham, du bist ge! kommen, um wider Israel Zeng-.uß abznlegcu, daß sie deine Gebote übertreten haben, und du erröchnst nicht? vor meinen ^Kindern?- Gedenke doch jcncs Tages, da Gott dich umhcrgcführt und dich äuge do:en j^der Nation und jeder Sprache, und Niemand wollte dich nehmen, bis meine Kinder hingetreten an den Berg Sinai, und haben, dich in Empfang genommen und haben dich geehrt, und heute, am Tage ihrer Roth, kömmst du, um zu zeugen wider (Beilage zu Htro. sie?" Da die Thora ihn also sprechen hört, tritt sie zur Seite und zeuget nicht. Jetzt treten die einzelnen Dnchstab n der Thora ans, um Zeugniß abzulegen wider Israel, das Aleph zuerst. Und Abraham spricht: „Du bist, Alepld der erste unter allen Buchstaben , und kömmst zu zeugen wider meine Kinder am Tage ihrer Noch. Gedenke des Tages, da der Ällheilige sich offenbarte ans Sinai und mit dir begonnen: ich bin der Ewige , dein Gott — und von allen Nationen und Sprachen haben nur meine Kinder dich ausgenommen!" — Allsogleich tritt das. Aleph zur Seite und zeuget nicht. Da tritt das Veth hervor, aber Abraham spricht : Du willst zengen wider meine Kinder, die so fleißig die Thora strrdiren, deren Anfang du bildrst.-vo-r-n?" und auch das Beth tritt zur Seite. Jetzt tritt das Gimmel vor, und Abraham spricht: Du willst zeugen wider meine Kinder, daß sie die Thora übertreten? Gibt eS wohl eine andere Nation, die das Gebot der Scb.auiäden erfüllt, an denn Spitze du stöbst: "ft NL'pri Q'^.r?" und auch das Gimmel tntt zur Seite. Da nun die übrigen Buchstaben sehen, wie Abraham diese zum - Schweigen gebracht, .treten sie .beschämt zur Seitepnd zeugen nicht. All-! sogleich begittNt Adraham vor Gottzu sprechen: ^Herr der Welt, zu 100 Jahren hast du mir eine» Sohn gegeben, nnstj da er herangewachseu und ein herrliches.Jüngling? geworden!war, sprachst d»! zu mir: bringe ihn mir zum Ganzqpser. Ich aber verfuhr wie ein Erbarmungsloser mit ihm und band ihn selbst— und das willst du mir nicht gedenken und willst dich nicht, erbarmen meiner Kinder?" u. i - - , Und Jizchak ruft ens: „Herr der Welt , als mein Vater zu mir sprach: Gott wird sich ausersehcn als Lamm znm Kanzopfer meinen Sohn, — da habe ich die Erfüllung deines Wortes nicht verhindert und habe mich willig binden lassen auf dem Altar und habe meinen Hals anegrstrecst unter da? Schlachtmesser — und das willst du mir nicht gedenken und dich nicht erba:men meiwr Kinder?"— Und Jakob hobt an zu reden: Herr der Welt, 20 Jahre habe ich im Haine Labans geweilt, und als ich sortzog von dort, erreichte mich Eham und wollte nuine Söh.rr »rschlmun; ich aber war bereit, für sie mein Leben hinzugcben, und jetzt sind 2 8 des Israelit^

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