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Der Israelit · 1861-07-10 · Heft 28 (10.7.1861) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 28 (10.7.1861)
Date
1861-07-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Ä40 ließ, ein Antrag, der wie es sicher scheint, de« meiftrÄ Anwesenden unerwartet vorgebracht wurde; muß sehr arlffallend encheinen. Nicht minder muß es befremden, daß dieser Antrag so übereilt zum Beschtuffe erhoben und zur Wahl eines Ausschusses geschritten wurde, der sich mit dem Neformwefen «befassen soll, da doch G. s. d. in der Pfalz die Zahl reformsüchtiger Glaubensgenossen sehr unbedeutend ist und das heilige Altherkönm.liche npch in'voller Geltung steht; somit derartige! Anträge nur dazu geschaffen sind, Hader und Zwietracht in die Gemeinden zu schleudern und Zwiespalt hervorzurufen. Und mit Recht dürfen wir dörr Reform-Ausschuß fragen wbp issf *2? -! - Jene Männer sollten sich die jüngsten Ereignisse bei einem Theile unserer christlichen Mitbürger zur Lehre dienen lassen, die ebenfalls durch! Cultus-! angelegenheiicn hcrvorgeruseu wurden, und abstehen 1 von einem Vorhaben, das nur dazu geschaffen^ die? Fackel der Zwietracht in unseren Gemeinhert zu ent-! zünden.-! « Kann die Kluft, die zwischen uns! und unfern! christlichen Mitbürgern kaum noch besteht', nur durch Abwerfen unserer heiligsten Gebräuche auSgesüllt werden? ,! Vertreter des Jndenthnms, wie Ihr Ench so gerne nennet, müßt Ihr denn stets rütteln an dem, § was das Judenthum im Innern zusammenhält; um! eS nach Außen zu vcrrheidigcn? — Ihr wollet eine Cultnsrcform herbeisührcn? L2".'2 nrr: 'v? An rr nsere Brüder in der Pfalz wollen rW die! aufrichtige Mahnung richten, sich den resormatowchen Bestrebungen zu widersctzen und nicht in die geringste Abbringung des uns Ncberlicferten «zu willigen. Keinem steht cS zu, in uwerer Zeit irgend einrAendernng an der uns überlieferten Gebets- und ^ynagogenordnung vorzunchmen, unh jeder, dem irnscre heilige Religion am Herzen liegt; wird sich hüten, seine Zustimmung zu geben, daß Hand angelegt werde an die mit derselben so eng verbundenen und unzertrennlichen Cultuseinrichtungen. — Treten wir vielmehr in die Schranken für die unzcrstückelte Erhaltung unserer religiösen Institutionen, und es möge an einem Jeden von rnrs, wie! an jenem Gottcscncrer , von dem der heutige Mochenabschnftt erzählt, das göttliche Wort zur Wahrheit werde«: mdv. c-ri. P sruz r?»!«rP2 k; 7;. Luxemburg, 23. Juni. Bei! de« letzte« Gememdewahlen in Sandweiler (eine Stunde von Lureiuöurg) wurde. der Bürgermeister Efodchaux von den Wählern gänzlich ausgeschlossen, weil er (unter andern Gründe«) ein „Jude" ist! und als solcher leine christliche Ehe vollziehen kann, Wie aber dann, wcnndie Israeliten gegenüber denchristlichen Civilbeamten für sich dieselben Gründe in Anspruch nehmen? Das ist nicht mehr religiöse Intoleranz, sondern der graffeste Fanatismus^ Die Regierung hat aus Grund des Eommunalgesetzes, welches der Krone das Recht zur Ernennung des Bürgermeisters außer dem Gemeinderathe einräumt, Herrn Godchaux in sein Amt wieder eingesetzt Warans sieben andere Gemeinderathsmitglicder ihre Entladung einreichten, und zwar in Folge der eingreifenden Vorspiegelungen des Herrn Pastors von Sandwciler. Die jungen Männer aus allen Scctwnen der Gemeinde veranstalteten dagegen eine festliche Cavalcade und setzten Hrn. Godchaux einen Ehrenbanm. Dresden, 1. Juli! Nach kurzem Krankenlager starb heute, i',0 Jahre alt, am Typhus der auch in weiteren Kreisen als Schriftsteller und; Gelehrter, besonders im Fache der Wischen Literatur, rühmlichst bekannte vr-. phil Verrrhard Beer, Vorstand der hiesigen israelitischen Neligionsgcmciude.! -- / Preußen. " Berlins 26. Jun^ Die westphäkische Blätter melden, ist dem Oberräbbiner Sutro zu Münster von dem Könige der rothe Aoler - Orden verliehe« worden. Herr Sntro ist der erste Rabbiner i« Preußen, dem eine solche Ausz»ichmmg zu Theik ge- ' worden. « > c ' - 7 FranSfare -a. vH Psr? wP« nzQM NN2L7^ uv' Der hier gegründete Verein zur Colonifirung Palästina's (s. Nro. 7 d. I. Nro. 28! v. I.) muß . so oft die Entgegnung hören: „Die Inden haben ja keine Lust zum Ackerbau," daß eS uns freute, die zahlreiche« 7 Beweise des NngrundeS jener Beschuldigung durch das schöne Zeugniß einer hochsnhenden Person vermehren zu können. Der Fürst Hohen Lohe sagt

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