Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1861)
- Date
- 1861-07-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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S39 zu beklagen; allein sie sind aN ihr« Grenzen gelangt Mit dem Ausbauen, dem Verbessern, dem, Erhalten «ms gutm Wecks wird der Mensch nie fertig; doch mit dem Zerstören muß es endlich zu Ende gehen, wenn nichts mehr zu zerstören da ist. Wir - werden diese Wahrheit bei Fortsetzung dieser Be- - Pachtungen mehrfach bestätigt sehen. Seit zehn Iah! ren hat sich die Orthodoxie ermannt; sie hat ver- - Loren gegeben, was sie nun einmal nicht, erhalten! konnte; aber sie hat sich in sich zurückgezogen, in Sch abgeschlossen, und die verirrten Brüder gewahren! lassen. Das Judenthum wiederholt Ln unfern Tagen ' wieder die große geschichtliche Erscheinung, daß es hei ihm nie aus Zahlen ankomckt, und daß der Geist der Wahrheit unverwüstlich in ihm lebt und uns ewige Triumphe feiern läßt,, die um so herrlicher sind, je mehr der Wahn und der Geistesdruck auf uns lasteten. Diesen einstigen, vollkommenen Sieg konnte man wohl schon seit Jahren voraussehen, und eß gehöck kein prophetischer GM dazu, wenn. gesammten Neformpartei M Boden werfen. Man mißverstehe uns nicht! ES ist nicht niedere Schadenfreude an dem Ruin unserer Gegner, wenn wir uns so unumwunden darüber aussprechen; allein wir glaube», daß unsere verirrten Brüder durch die allgewaltige „Logik der Thatsachen* endlich zur Besinnung kommen und einsehen lernen werden, daß der Weg, den ihnen gewisse „Seelsorger* zeigen, eben nicht zum Heile führt; und daß die Conservativen um so mehr unbeirrt ihren Weg weiter gehen und ' ausharreu sollen, bis unsere Nation dereinst wieder eine einzige geworden ist. In diesem Sinne wollen wir um der hohen Wichtigkeit des Ereignissewillen! in den folgenden Artikeln einige Momente aus Herrn Stein's Broschüre, hervorheben, und aus den literarischen Erzeugnissen, welche sie hervorgeruseü hat. MuH der Afakz, 28. Juni. Zum Zwecke der Beseitigung des in der Pfalz bei den Gerichten! noch, zulässigen Eides .mors Sulaiov wurde am 23. dieses M Ludwigshasen eine Persammlung von un- Zeigen l diese Bestrebungen von dem in unsrer Einsender dieses schon vor einem Jahres) Ihren ge- HrLeuj Lesern das fragliche Merhältniß in unserer sere^n^ ^sälz^chen Gläuhcksgeyqssen abgehalten. Gsnekch^mit folgenden-!Worten schildeck:. . . sjwurdck mnMeckÄest S^rüto nach den ver« „Kerne Partei hatte hier mAr Grund ursd:Boheu/!'schreMl^s'HorschlHjzeU-" beraten' ztüü» n^an einigte alS die! hes-Herrn Rabbiner Stein; und jM? >k sich man »E sagt,sck j>ck zii'^et-reLfende» Wie sehr Md ferne Verehrer! und Anhänger zusM-! zweckdjcklichck ^Mittekn, die 'iy dieser Angelegenheit MengeschmMeu!" ^-r!„Wex! ,uock die. Synagoge I aus gesetzlichem Wege am schnellsten! zum Ziele Stei u's besucht, der thut! , einzelne Ausnahmen " nicht gerechnet^ mehr aus Klugheit und Pietät, als aus SeLerzeugung," ........ „und es wird nicht zu verwundern sein,/ wenn nach Verlaus von abermals zehp Jahren Herrn Stein's Wirkrmgs-I kreis sich so verkleinert haben wird, daß von einer jüdisch reformirten Gemeinde in Ff. a. M. nicht mchr die Rede sein kann." - Mr ganzes Decennium, so glaubten wir damals, müsse uoch darübershmgehen,!his dre Auflösung des siechen Küppers erfolgenkönnte. Daß Herr Rabbiner Stein uns aber schon jetzt, »ach kaum verflossenerJahresfrist mit Trauer und Wehmuth, aber -auch mit ehrlicher Offenheit die Hohlheit, die Leere, ja den totalen Bankerott seiner Aesormgemeinde ankündigen mußte und angekündigt hat, das hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen; das muß die Hoffnung der *) Liehe: JSraelit, Jalrzanz I. No. 8. (Torr,spenden; aus Frankfurt.) Hoffnung Hmgeben, daß! Unsere loyale und gerechte SlsraMchirrusig der Beseitigung dieses letzten Nestes des Andenkens an eine finstere mittelalterliche Zeit ihre hohe Zustimckung nicht! versagen werde,' da ohne dies der israelitische Pfälzer in allen Cjvll- Sachen sowie bei Zeugen-Aussagen in keiner besoudern Eidesformel zu schwören hat; nur im Processi über Mein und DM kann der Eid mors juäaico Noch yerlangt werden.— Daß aber die Versammlung bei dieser Gelegenheit von dem Felde der Politik auf das religiöse übergesprungen, und einen Antrag auf Reform der inneren und äußeren Cultusoerhältniffe sich stellt«