Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1861)
- Date
- 1861-07-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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332 Der Allbarmherzige aber hört mit Wohlgefallen diese Aerchenmg einer fast übermenschlichen Ergebung, - und er beschlicht, das Kind in die Arme seiner El- , tern zurückzusühren.! Karnn ist Nathanael am Hose deS heidnischen! Königs angelangt, da befällt diesen ein Unwohlsein, das zu heben die Kunst seiner Nerzte nicht vermag, j Da erinnert sich der König, unter seinen Büchern eine medizinische Abhandlung zn besitzen; er sendet in seine Bibliothek, um daS Vnch holen zu lassen und selbst vielleicht sich Hilfe zu schaffen. Da leitet ein Engel Gottes die Hand des Boten, daß er ein anderes, ähnlich gebundenes Buch ergreift. Als der König daS öffnet, schauen ihm so seltsame Schriftzüge entgegen, die er noch niemals gesehen und die seine Neugier erregen. Er sendet nach feinen Gelehrten — Niemand kennt die Schrift und die Sprache. Dn spricht einer der Diener: vk-lleicht kennt das fremde Kind, das erst gestern aus fernem Lande hierher gebracht worden, die fremde Sprache." DaS Kind wird herbeigeholt und als es das Buch erblickt, fällt es ohnmächtig zu Boden. Sind's doch die lieben, bekannten Schriftzüge, ift's doch das Sepher Dereschith, das hier vor dem Throne deS Königs aufgeschlagen liegt! Man bringt den Knaben wieder in's Leben zurück; „du fürchtest dich wohl vor mir?" fragt ihn der König. ,/Nicht doch, spricht das Kind mit Thrä- «en im Auge, das Buch hat mich so erregt; ich bin der einzige Sohn meiner Mutter, Gott hat mich meinem Vater geschenkt, da er 70 Jahre zählte, und dieses Buch hat er mich lernen lasten." „Kannst du mir wohl daraus Etwas vorlesen?" fragt der König. „O, wohl," spricht das Kind und liest von Vereschith bis Wajechullu. „Kannst du das Gelesene mir auch erklären?" fragt begierig der König. Da gibt der Heilige, gelobt sei Er, Einsicht, Weisheit und Vernunft dem Knaben und er erklärt ihm Alles. Da der König also verkünden hört die Allmacht deS Schöpfers, erbebt er sich von seinem Throne und hört stehend dem wunderbar begeisterten Kinde zu. — Gehoben ist jetzt die Krankheit. ,D« hast mich geheilt, spricht der König zu dem Knaben, erbitte dir, was du willst, ich will es dir geben." „Ach, ruft da das Kind, ich verlange Nichts von dir, als daß du mich zu meinen Eltern znrückführen löstest." Der König aber beschenkt ibn reichlich mit Gold, Silber und Edelsteinen und nach wenigen Tagen umarmen die Eltern den wiedergeschenkten Sohn. Ist es wohl möglich die Freude der Mutter, daS Glück des Vaters zu beschreiben? — Unsre Weisen fügen binzu: Dieser da, der seinen Sohn nur das Sepher Bereschith lehrte, erlangte einen solchen Lohn — wer seinen Sohn lernen läßt Thora. Mischna, Genrara, um wie viel,! wie viel mehr! und dieses Kind, das feinen Vater nur einmal ehrte (indem es ihm den Weg ersparen wollte), dem gab der Heilige, gelobt sei Er, all diese Ehre — was wird Er erst dem, der Tag und Nacht seine Eltern ehrt, verleihen in dieser und in der künftigen Welt!" N M Z s i A § M. Mit Beschwerden wegen unregelmäßiger Zusendung wolle LUN! sich an das betreffende Postamt odrr an die bttr. Buchhandlung wenden! Mtr um Hilfe! Mosckin bei Posen, 20. Juni Unsere Gemeinde, aus 30 Mitgliedern bestehend, ist genötbigt - eine ncue Synagoge zu bauen, da eie alte dem Einstürze nabe ist. Die Buttel, welche von den wenigen Begüterten lncrielbst seit Ial-ren da;» geivendet wurden, betragen 500 Rtblr., wozu senk! >izck eine lausend? läinnabm? don ^0 Ntblr. kommt, die aus den Gemeindretat gebracht wurde. Da der Vau aber etwa 2000 i Nrblr. kosten würde, so müßte er noch viele Iabre binauszrscksi ben werden, wenn wir auf uns allein angewiesen blieben. Die! Gemeinde würde dadurch einem innern Zerfall entgegen geben,! zumal wenn, wie ww -.ägl'ch befürchten, di? steige Snnagoge von Amtswegen gescblofsen würde. Das bat uns ceranlaßt, die Hilfe unserer Vrükcr in Ansvuch zc nekmen, und wir bade» bei der ökönigl. Negierung um die Erlaubnis einer öffentlichen Gollecte nacögrsucht. Dir erlauben un? daber, an unsre edlen Glrubenobrüver in der Näl,e und in der Ferne die dringende Bitte zu ruhten, unser Gemeindeleben durch lluwnrü^ung zurr. Nrubaue unsres Gottes, bauses zu erba.'ten. Gs ist die dringende Noll-, die uns zum Baue treibt — die Dichtigkeit der Lacke unk ken Loba der Doblrhat kennt das gläubige, wohltbätige Herz. (Die erfolgten Gaden werden nach?.bjch!uz der Sammlung in diesen Bl veröffentlicht werden.) Neritz Bvidsch, Gorxcraiionsoorstand.