Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1861)
- Date
- 1861-07-03
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Per, sie würde im höchste» Grade lächerlicher Natur sein!-- - Wir haben über diese Angelegenheit bereits viel Zn viel gesprochen. Es war aber mich vollkommen nothig. Wir wollten den Gemeinden einleuchtend machen, daß ihre Berbefferungsoersuche illusorisch, daß die meisten entdeckten Uebel imaginärer Natur sind. Schließlich noch folgende Notizen. Der bekannte Verein „dlsA^sr irrsolita v»?!st« in Pesth erhielt von Seiten der ungarischen Akademie die Aufforderung, eine genaue Statistik der Israeliten in Ungarn auszuarbeiten. Es find zu diesem Behübe bereits Circulare an .sämmtliche Gemeinden von Seiten des genannten Vereins versandt worden. — Dieser Verein hat soeben eine hebr.-ungar.-deutsche Fibel durch den Druck veröffentlichen lassen. Ein Unterrichtsplan für die hierländische Volksschulen soll von demselben ebenfalls nächstens erscheinen. Letzteres scheint uns bei den scharf marlirtcn Anschauungsverschiedenheiten unsrer Gemeinden — als sehr gewagt. , In dem bekannten Deak'schen Adressenentwurse wird die Gleichberechtigung aller NationaliLäten und Confessione» wesentlich hervorgehoben. ---heil. Mrs der Balaton-See-Gegend. (Achtung gegen das Publikum). In der letzten Nr. der „Carmel, Jll. Judenzeituug," hat uns H. Stern, Bez.-Rabbiner in Lenyel TäLi seine Meinung über Vorlesung der Kethuba bei der Trauung ausgetischt. Der Herr glaubt, daß die Kethuba dermalen ganz gleichgiltig sei und läßt uns m seiner Deduction freilich mehr den Verfasser eines, als Makulatur erschienenen Rechenbuches als den 'p2 erkennen, indem er sagt, „daß die Kethuba den Werth einer zur linken Seite der Ziffer stehenden Null" repräsentire. Wir empfehlen dem gelehrten Manne '.-.2 ''s 2-221 und die einschlägigen O'522 im p'n zu studiren. Aber i'Lppötit v!ent on mnn^onnt, nachdem sich unser Neformheld an miniature weidlich ausgesprochen, kommt er nun Ln No. 23 mit einem „Postscriptum." Der Mann hat Muth bekommen; 'es ist ihm angeblich eine russische Broschüre zugekommen, die die K.-» Frage im erwünschten Sinne löst und zwar mit der Begründung „Achtung gegen das Publikum." Nun tritt Herr St. vor das größere Publikum und benützt dieses Schlagwort zu einem doppelte» Zweck. Erstens als Neklam. Herr S. läßt zur Notiz für vacante Nabbmake ganz deutlich zwiWnden Zelle» erkennen, wie sehr er von der Idee „Achtung gegen das Publikum" durchdrungen fei. Der andere Zweck, den H. S. unverkennbar verfolgt, ist eine Denunciation; er denuncirt die Orthodoxe», Hyper- und Neuorthodoxen, und wie die Sorte» i» dem Kauderwelsch dieser Schriftsteller alle heißen möge«, daß sie keine Achtung gegen das Publikum hätte». Hieraus schwingt er sich ganz begeistert auf den Paradegaul, das Steckenpferd des H. Schwiegerpapa'S, H. Fassel, und schreiet gewaltig: „Im Talmud liegt die Reform und hätten die Rabbmen des letzten (?) Jahrhunderts an dem Grundsatz des Talmuds, „Achtung vor dem Publikum/ wie an einem festen Pfeiler gehalten; fo wären auch die Grundfesten nicht erschüttert! worden — man soll dem Volke geben, was ihm gebührt." Sie haben sich, werther Herr St., ganz in der Fährte des Hrn Schwiegervaters verrannt und vergessen, daß, was für den Einen paßt — nicht für Alle paffe. Herr Fasset hat bis vor mehr als 20 Jahren „ein Jahrhundert," um in Ihrem Jargon zn sprechen, fleißig und tüchtig O'p2i-n o'V gelernt; als er dann später ein „kehrt um" nach links gemacht, glaubte er sich berechtiget den non-sens, im Talmud liege die Re» form, zu seinem Losungsworte zu machen. „UebrigenS kinnmert er sich um Talmud wie z. B. bei np:'2 u. dgl. eben so wenig wie um die unschuldigen „inu" des Sie erlassen mir doch die weitere, sich von selbst verstehende, Auseinandersetzung? Und dann was verstehen Sie unter dem Publikum, das man achten müsse? Wie die Herren doch mit jedem Begriffe, mit jedem Worte Mißbrauch treiben und das mnnckus vu!t ckeeipi zur Devise ihrer Amtsthäkigkeit machen. Publikum ist ihnen Ihr Publikum, das andere ignoriren sie vornehm; Ächtung vor dem Publikum bedeutet für sie, allen Schwächen dieses ihren Publikums zn sröhnen und alle JrrthÜmer im Namen Gottes und der Heiligkeit der Religion, zu sanktioniren. Sie gleichen jenem Admiral, der auf einem Auge blind, sich das andere zuhält, um die ertheilte Instruction nicht zn sehen — was in der Politik von manchem Erfolge gekrönt wird, aber auf religiösem Gebiete keine Berechtigung. (Hierbei eiue Beilage.)