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Der Israelit · 1861-07-03 · Heft 27 (3.7.1861) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 27 (3.7.1861)
Date
1861-07-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Lage von Manchem Rabbiner häufig zu hören be-, kömmt. Borrydad, im Juni. Wir haben-keine Ursache Mer Stagnation im Schooße unsrer Gemeinden zu Nagen. Gm rastloses Streben und Weben gibt sich allenthalben kund. Insbesondere ist es aber ein eigenthümliches Wechselgeschaft, das in den meisten Gemeinden des weiten und großen Magyarenlandes eines ungewöhnlichen Aufschwunges sich erfreuet. Wir meinen den m neuerer Zeit überhandnehmenden Lehrerwechsel, der seit Kurzem in der Gestalt emer Anzahl ÄonkurSausschreibungen uns so unheimlich entgegentritt. Die durch die Gewalt der Staatsbehörde bisher niedergehattene Apathie gegen die Lehrer hatte sich endlich Luft gemacht und eine furchtbare Explosion war unausbleiblich. Ließe sich aus dem Maße und Umfange einer ftattgchabten Verheerung auf Heu Niedern oder hohem Grad?j jener Naturrevoluiion znrückschließen, die der--'? selben voraugegangen —- der!ängegäuste Zündstoff,.; durch beste» zerstörende' Gewalt die , bedauernswerthe UmwAzuug auf dem Wehret « des! ^Schulwesens^ hervorgenrfen w>ard, müßt«! ist?ust geh eurer, Menge? vorhanden gewesen sein. Der Zersetzungsprozeß war ein überaus fürchterlicher — die Zerstönmg eine für viele Jahre nachhaltige, stnheilvolle. Duellen dieses Uebels' im! Allgemeinen zu . enwellen. gehört abe^uscht ist das Bereich her Unmöglichkeit. j stedej einzelne Gememde versucht, ihr'dies-! fälliges! Verführen durch ei» eigenes Motiv zu? rechtfertigen — ein Beweis, wie wenig hiebei ein durchgreifendes Prrncip zu Grunde liegt. Die ganze traurige Erscheinung verdankt ihr Dasein unstreitig Llos der falschen Austastung der zugestandenen Gemeindeautonomie. Ein ähnliches Herz- und gesinnungsloses Verfahren kann indes; keineswegs als naturgemäßer Ausfluß einer gesunden, besonnenen Autononüe, sondern als gefährliche Ausschreitung zügelloser Anarchie betrachtet werden. Zur Rechtfertigung eines solch schrankenlosen Vandalismus gibt's nicht — hat's nie einen genüge »den Grund . geben können! Doch wir beabsichtigen l hier nicht, eine Lanze für die gebeugten Schulmänner einzulegen. Wir beabsichtigen dies nicht in der traurigen Gewißheit, mit unsrem Maidoyer ««gehört zu bleiben; wir beabsichtigen dreh nicht, damit man uns nicht her Hartes lichkeit zeihe., " Laste», wir nun das Interesse des Lehrerfür diesmal aus dem Auge und fasten diesen hochwichtigen Gegenstand von ganz anderm Gesichtspunkte, aus auf. Die bessern Gemeinden — so viel muh, zugestanden werden — haben auch Hierlands bereits die Dringlichkeit und Nothwendigkeit der Volksschule, anerkannt, Nichtsdestoweniger wollen sie die ganze Wucht ihrer Oberherrlichkeit dem Lehrer gegenüber zur Geltung bringen. Unter dem stets zu Gebote stehenden Bürwande: die gegenwärtig angestellten Lehrer können.! . wollest . . . sollen u. s. w., suchen sie sich derselben thunlichst bald zu entledigen. Nehmen wir an, die Gemeinden A. B. C. D. hatten sästuntlichihre Lehrer!aus her vollkommen begründeten Ursache entlassen, da selbe der l hebräischen, der ideutschest : oder ungarischen Sprache -nicht in erforderlichem Grade mächtig, dgm Erblühen der Schule, der Wiaxkunh des. rgligiös-sittlichen Sinnes der ihnen angegrauten ZögÜnge nicht das gehörige Maaß von ÄuWeHamkeit geschenkt u. s. 'w.' ^Wir geben ferner gerütz.!-zü^ jdie Gemeinden waren hi<chei in vollem sie wollen Üie Schulen nicht laufheben, sonderst! ^vielmehr durch die i Äequirirung j neuer Kräfte dieselben reorganisiren,verjüngen, befefiigen.'<^ehen wir nun einmal das Resultat. Der ausEntlassene Lehrer bewirbt sich um hie erledigMAtÄ«! in B? und erhM sie — und so umgekehrt^ IzEin durchaus analoges Verhältmß findet auch zwischen C. und D. statt. Mo, welche dieser Gemeinden hat bei dem Wechsel- oder Tauschgeschäft den größten Vortheil gezogen?- Hat doch jede derselben ein Individuum acquirirt, das von der Schwestergemeinde verdrängt, verjagt geworden — Hiezu kommt noch, daß die Gemeinden A. und B., C. und D. zufällig nicht immer in solch' unmittelbarer Näh e zu einander sind, wie die betreffenden Schriftzeichen in der kleinen Schulsibel. Die Genieinde hat sonach auch noch die oft nicht unbedeutendeu Nchersiedelungskosten zu trage» und dies für einen? Lehrer, der von einer ändern Gemeinde als untüchtig u. s. w. u. s. w. bezeichnet wurde! Wir fragen also noch einmal: was errang sich hierdurch die Gemeinde A.?, was B.?, was C.? und was D.? —Wahrlich, wäre die Sache nicht so sehr ern-

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