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Der Israelit · 1861-07-03 · Heft 27 (3.7.1861) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 27 (3.7.1861)
Date
1861-07-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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wiewohl krese'gerade, zumal irr Rußland, einedurchauD berechtigte ist; nein, die ganze Mikau'sche Ge^ meinds, dir jä ans gleicher Bildungsstufe mit uns Deutschen steht, hat gegen den ihr aufgedrungenen unreifen Geistlichen Protest eingelegt und war genötigt , neben ihm einen altern, ihres Vertrauens würdigen Mann an die Seite zu stellen, der die eigentlichen Funktionen des RabbinatS verwaltet. Nnd was leistet denn ein solcher moderner Rabbinör der kaiserlichen Negierung gegenüber? Das Cwilstandsregifter zu führen, das können auch andere ehrliche Leute, die nicht dafür ein so schweres Geld von den Mitgliedern einziehen. — Wir sind bei unserer nur skizzenhaften Darstellung dieses modernen Rabbinatsverhältnisses in Rußland wahrlich unparteiisch, sine je» et stuklio verfahren und appelliren deßhald an die Weisheit und Humanität der kaiserlich russischen Regierung, welche die allgemeine Bildung und Gesittung eines nach Miüioüen zählenden Volkes gewiß, nicht auf dem Wege des Gewissenszwanges erzielen j will. Darum fort mit der Anstellung solcher unreifen! Jünglinge als Seelenhirten großer, einflußreicher Gemeinden! Mögen sie ungehindert den Nementarunterricht der Jugend leiten; auch dies ist verdienstlich und ehrenwetth. ZW> Verwaltung von! so wich-i tigen Nabbinatsämtern! eignen sich nur.bewährte jüdische Celebritäten, deren das große Kaiseirreich sa viele hlesttzt, Männer, die dem ehrwürdigen Mterthum und der Neuzeit zugleich: Rechnung tragen. —! Almom. Oesterreichischer Kaiserstaat. 18. Juni. Die hiesige israelitische Gemeinde ist soeben Mit der Wahl neuer Vertreter für ihre Cultusangelegenheiten beschäftigt; möge die neu gewählte Repräsentanz von der edlen Gesinnung! beseelt sein, ihr Mandat derart aufzufassen, daß sie zur Belebung des echt jüdischen Geistes, zur Hebung des religiösen Sinnes sich berufen fühle, um durch Errichtung geeigneter Anstalten, die Kcnntmß der religiösen Wissenschaften zu verallgemeinern und der Jugend eine höhere Ausbildung m derselben zu er- I möglichen. In neuerer Zeit ist auf diesem Gebiete be- I reitS ein schöner Anfang gemacht worden. Das so I lauge gänzlich vernachlässigte, alte israelitische Knabenrvaisenhaus, wurde durch die rastlose Bemühung: der Herren Ernst Wehli und S. K. Frankl im Verein mit andern Menschenfreunden völlig ne» organisirt. In einem recht freundlichen Hause, welchemit allen nöthigen Einrichtungsstücken wohl versehen, wohnen gegenwärtig 8 Waisenknaben mit ihrem Erzieher. Recht väterlich iß für Kleidung und Nahrung, wie auch für guten Unterricht von Seiten der Gemeinde gesorgt. In Verbindung mit diesem schönen Institute ist eine Talmudthoraschnle errichtet worden, wo Bibekunterricht ertheilt und reifere Kinder zum Talmudstudium vorbereitet werden. Auch wird eine schöne Gemeinde-Bibliothek von hebr. und talmudischen Werken zur öffentlichen Benützung gegenwärtig ausgestellt, wo NabbinatLkandidaten Gelegenheit haben werden, ihre Studie^ eifrig zu betreiben^ , Dessenungeachtet find diese-nur schwache An-i ssttze, und j es bleibt noch recht viel zu thun übrig.' .neuesissr Zeit ist auch die Errichtung eines > 'Fraueybades m Anregung gebracht worderr. WaS! jeßt den Namen einer derartigen Anstalt trägt, ist zur!. Benützung für die an Comfort gewöhnte jüngere Genetalion nicht möglich. Und doch ist ein folcheS- Jnsiitut in jeder Gemeinde ein hochwichtiges Erft»rdsrrpß, ch^cheS im. jüdischreligihfen Lehr« nicht entbehrt werden kann. ES wäre ein, LeWks in Verbindung mit einer der hier befindliche» BadehLrcker; ein iSr. Frauenhad ohne gar gtoße Kosten zu eri richten, welches den gegenwärtigen Ansprüchen völlig Zusagen kann. Aus dein Lande steht eS gar kläglich! mit derartigen Instituten, woran die Unw ffenheit . der Vorsteher nnd die unverantwortliche l rdokenz mancher Rabbiner Schuld tragen, so daß rromme Frauen vom Lande 6 Meilen weil na^- Prag gehen, um hier in jenen Kellerlöchern ihrer religiösen! Pflicht zu genügen. ES ist wahrlich r^l noihwendiger für einen Rabbiner, eine strenge Aussicht übex vorschriftsmäßiges Gebühren mit dem koscherfleisch in der Fleischbank zu führe», sowie die gehörige Erhaltung der den religiösen Bed - smffen. entsprechende Anstalten aufrecht z» halten,!s am Sabbat salbungsvoll von Gegenständen zu rechen^ die dem Interesse des Publikums ferne liege Eme praktische Belehrung, dem Publikum mm gerecht vorgrtragen, spezielle Falle berührend, he' mehr Interesse als geistlose Tiraden, die man entzu^

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