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Der Israelit · 1861-06-19 · Heft 25 (19.6.1861) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 25 (19.6.1861)
Date
1861-06-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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307 F e « L l l e t o rr. Mir rrrifts Nrlkril Sslomo's. s (Noch dkm Midrssch.) Einst machten drei Kausieute zusammen eine Geschäftsreise. NnterwegeS verirrten sie sich, und da «L gerade an «nem Rüsttäge des Sabbats mar, drohte die Rächt und mit ihr der Sabbat heremzubreches, ehe sie einen bewohnten Ort erreichen konnten. Da sprach Einer zum Ändern: Was beginnen mir? es wird bald Sabbat sein und wir müssen uns schon entschließen, denselben im Freien zuzubringen. Was aber sangen wir mit unserm Gelds an? Da beschlossen sie, das Geld zu vergraben? und sich dann ernzurichten, so gut es möglich sei. Sie suchten hiezu einen gelegenen Ort aus, wo dasselbe sicher verwahrt Wen, «nd begaben sich dann in eine Höhle, nahmen ^von dem? Mundvorrath, den sie bei sich führten, hieve» die Sabbatmahlzeit und legten sich zur Ruhe niider. Aber das Auge des Jüngsten von ihnen floh der Schlaf. Sem Herz hing am Gelde und die großen Summen, die seine Gefährten vergraben Hallen, machten seine Habsucht rege. Ms seine Gefährten im Arme des süßen Schlummers ruhten, echob er sich leise vlM seiner Lagerstätte, Me zu dem Orte, an welchem die Schätze verborgen lagen, achtete nicht des Sabbats, nahm sie und vergrub sie an einer entlegenen Stelle. Dan» Me er zurück zu seinen Gefährten; diese lagen im tiefsten Schlafe; Keiner von ihnen hatte seine Ealiernung bemerkt. Wie cs fromme» HraeLiten geziemt, verließen die Kausieute den Ort nicht während des ganzen kommenden Tages. Sie verbrachten die Zeit im Gebet und Ln religiösen Gesprächen, bis der Abend sich herabgesenkt hatte und eS ihnen gestattet war, wieder ihres Weges zu ziehen. Sie Men an den Platz, an welchem ihr GÄd von ihnen vergraben worden; doch wer beschreibt ihr Entsetzen, als sie uachgruben und Nichts fanden! Kein Mensch hatte den einsamen Ort betrete» — nur einer aus ihrer eignen Mitte konnte mit Entweihung des Sabbats den Diebstahl begangen haben. Der Eine beschuldigt natürlich den Andern, und Jeder sucht die That von rBeLLage zs Mro. sich aözuwälzen durch die feierlichsten Betheuerungert und die heiligsten Schwüre. Daß der wirkliche THL« ter am lautesten betheuerl, geschworen und angeschuldigt, versteht sich von selbst. So kömmt ein Verbrechen niemals allein, es zieht immer ein großes Gefolge anderer, manchmal noch schlimmerer nach sich; in diesem Falle hatte der Diebstahl bereits zur Entweihung des Sabbats und zum Meineide geführt. Doch wer wird den Lhäter bezeichnen, wer bringt Licht in dieses dunkle Ereigniß? In erbittere Feinde sind plötzlich die drei Freunde umwändest; sie wollen zum Richter eilen, doch welcher Richter wird hier einen Rechtsspruch zu sprechen im Stande sein? das Geld ist nicht da und die That hat Niemand gesehen, als der Mond, der hell die Nacht durchstrahlte. Ja, wer den fragen könnte! Da ruft der Netteste von ihnen: „Auf, laßt uns ziehen nach Jerusalem! dort wollen wir uns niederwerfen am Throne des weisesten Königs, am Throne Salomo'S. Seine Weisheit wird ein Mittel finden, den Thäter zu entdecken und uns zu unserm Eigenthume zurüä- Zrwerhelfen." Die Andern sind's zufrieden, selbst der Dieb widersetzt sich nicht, da er sich zu sicher weiß, --k- Sie kommen nach der Stadt der Städte und gelangen in den Palast des Königs. Da sitzt Salomo auf seinem erhabenen . Throne, umgeben von den Großen und Weisen des Reiches. Angst und Schrecken erfaßt den Schuldigen, da er das Antlitz des weisen Königs erblickt, aber er faßt sich schnell, und der Aelteste der Drei trägt dem Könige den RechtsfaÜ vor. „Welcher menschliche Richter vermag da zu entscheiden, spricht Salomo, und sich zu versenken in die Tiefe der Herzen, wo allein die Wahrheit zu lesen! Vielleicht ist auch Keiner von Erich der Schuldige; vielleicht hat euch Jemand, von euch ungesehen, beobachtet und hat nachher den Schatz gehoben.— Eins jedoch ist möglich, daß nämlich der Dieb beim Verwenden und Ausgeben des Geldes entdeckt wird; deßhalb kommt morgen wieder und bringet mir Jeder ein genaues Berzeichniß der Münzsorten, die ihr vergraben/ Das Antlitz des Verbrechers leuchtete aus der diesen Worten; schien doch der König geneigt, die Schuld einem Fremden beizumesien. und besaß er doch jetzt das Mittel, durch Umschmelzcn des Goldes 2S dsS TsraelLt-.

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