Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1861)
- Date
- 1861-06-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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bürgerlichen und staatlichen Laufbahn ausgeschlossen wirb, sich in das einzig zugängliche aber enge Bett der Religion und ihres Kultus alle Ufern überstuthend ergießen, und um aus dem beschränkten Gebiete Beschäftigung zu finden, das Bestehende mederreißen, und wäre es auch nur um Raum zu Neubauten zu gewinnen; während sie dagegen dort, wo ihr in allen Branchen und Zweigen gemeinnütziger Thatigkeit genügend freier Spielraum des segensreichen Wirkens gelaffen wird, den Weinberg des Herrn denjenigen aus ihrer Mitte überläßt, welche zu veffen Wartung und Pflege nicht nur durch ihr spezielles Wissen vorbereitet, sondern was hier die Hauptsache ist, durch Charakter und Gesinnung tüchtig und geeignet sind. Wie viele herrliche Talente Abt es in unserer Mitte, die eine Zierde mancher Universität, des Richter- und Beamtenstandes sein könnten, die auf dem Katheder, dem Pirquet und im Bureau ihren Platz mit Ehren aussüllen würden, wie dies auch wirklich in den obgenannten westlichen Staaten der Fall ist, während sie bei uns von all dem ausgeschlossen, nothgedrungen zum Lehrer - und Rabbinerstande ihre Zuflucht nehmen müssen, für den eben sie durchaus nicht geeignet und noch weniger berufen sind, in dem sie sich daher nicht heimisch fühlen und um nicht isolirt zu stehen, fremdarüge Elemente dahin zu verpflanzen suchen. Man denke! sich nur einen für eine Realschule oder Mr ein Polytechnikum befähigten Lehramtskandidaten, der seines Glaubens halber von dieser Laufbahn ausgeschlossen, sich in einen jüdischen Religionslehrer metamorphosiren muß, in welchem Lichte und Geiste wird dieser die Schöpfungsgeschichte, die Wunder, in Egypten, am rvthen Meere, in der Wüste und die Offenbarung am Sinai der Jugend beibringen und darstelleu!! Oder man vergegenwärtige sich einen Professor der Anatomie oder Chemie in sxe, einen Krimmalrichter in petto, oder einen qualificirten Rechtskonsulenten durch die Verhältnisse wie ein Deus ex rnLebin» an den! Echulchan Aruch versetzt und man wird die theilweise Mißkreditirung des RabbinerstandeS, das unrabbinische Vorgehen mancher Rabbiner!« Schrift und Lhat, welche anstatt das religiöse Gefühl des Volkezu nähren und zu stärken oder doch wenigstens zu erhalten in dem Erbgute Jakobs gleich tBeilage zu Q'2-Q Hdriv Hausen, und man wirb das däräuü resultirende Elend unserer gegenrvSittigen religiösen Ncbelstände begreifen, und zugleich die günstigen Folgen ermessen können, welche eben durch die Gleichberechtigung und die Eröffnung neuer Bahnen für die in unserer Mitte vorhandene reiche Fülle an geistigen Kräften der Orthodoxie zumeist in Aussicht stehen. S. H. Fifchmsnn, Rabbiner: FeuiLleto n. SMtligrutz. (Freie Uebertragnng deS 'Mi .-wd.) Du wunderbar verlobte Jakobsbraut, Verlobt durch Gottes mächt'gen Doppellaut: „Beacht' die Sabbatruh und denk daran!" Auch heute strebt das Herz uns himmelan;. Verherrlicht sei des einzigen Gottes Nach', Von dem an diesem Tag uns Kunde kam! Auf, aus, mein Freund, der holden Braut entgegen: Gruß Dir, o Sabbatruh, Du Gottessegen! — Wohlan, wohlan der Sabbatruh entgegen, — Denn sie ist Quell. Urquell den: schönsten Segen. Schon bei dem ersten Werden unsrer Welt Hat sie als Ziel der Schöpfet hingestellt; Drum sei nach WerktagSmüh dem Erdensohne Der Ruhe Lohn, des Sabbats Königskrone. Auf, auf, mein Freund, der holden Braut entgegen: Gruß Dir, o Sabbatruh, Du Gottessegen! — Doch ach, verhüllt ist Jakobs Majestät, Zerstört die KönigSstadt, der Schutt — verweht; Auf, wirf ihn ab den nächtig dunklen Jammer! Zu lang' schon wellst in trüber Wittwenkammer; SS des Israelit)