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Der Israelit · 1861-06-05 · Heft 23 (5.6.1861) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 23 (5.6.1861)
Date
1861-06-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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274 Das Vedürsniß, wohlfeile Bibeln in hebräischem Texte zu schaffen) ist unabweisbar da, und wir glauben, es existirt nicht ein einziger wahrhafter Jude, der es bestreiten wird. Aber nicht minder groß ist das Bedürfnis, eine Übersetzung zn schaffen, die den Ansprüchen des wahren Judenthums genüge. — Wir Haben oben gesagt, die Bibel, das geschriebene Gotteswort, sei die Grundlage unsrer heiligen Religion. Me Tradition, die von Gott stammende, mündliche Überlieferung aber ist der Geist des Buchstabens. So wichtig die Kenntniß der Bibel ist, so schädlich ist eine der Tradition entgegengesetzte Auffassung derselben. . Es existirt bis jetzt keine Bibelübersetzung, die der gottesfürchtige Israelit ohne Bedenken den Ungelehrten, s Len Frauen und Findern in die Hand geben dürfte. Frölich kann die Übersetzung nicht den ganzen Schatz der Tradition in sich aufnehmenj freilich kann die Uebersetzung nicht ihre Grenzen überschreiten und midraschische oder halachische Momente, die an das Schriftwort nur angelebnt sind, wiedergeben wollen.' Was wir Herstellen wollen, ist eine solche Uebersetzung, die der Tradition niemals zuwiderläust und die da, wo es möglich ist, lohne der Sprache Gewalt anzuthun, der traditionellen Auffassung Rechnung trägt, und da) wo das nicht möglich ist, durch einen kurzgefaßten Commentar ergänzend eintritt. Daß demnach unser Unternehmen ein ganz anderes ist, als das bekannte Philippson'sche) selbst wenn dieses von den gröbsten Verstoßen gesäubert wird, liegt klar am Tage? Indem wir das Unternehmen beginnen, leitet uns nicht der Gedanke, eine Vulgata, d. h. eine sanctionirte Bibelübersetzung zn schaffen, von deren Uebertragnng nicht abgegangen werden darf.? Wir sind weit entfernt davon, der freien Forschung, insofern sich diese innerhalb der Grenzen des NeligionSgcsetzes bewegt, Schranken setzen zu wollen^ Wir wollen nur einem dringenden Bedürfnisse der Zeit .abhelfen, indem mir eine Uebertragnng schaffen, die den echten, d. h. traditionellen Geist des Vibelwqrtes wiedergibh wir wollen einen correcten Bibeltext abdruckcn! lassen ünd wollen dafür sorgen, daß das unverfälschte Gotteswort auch den Unbemittelten leicht zugänglich wird. Die Namen der Männer, die an der Spitze des Unternehmens flehen, bürgen für die sorgfältige und gewissenhafte Ausführung. Herr Oberrabbiner Ettlinger in Altona und Herr Bezirksrabbiner Bamberger in WLrzbnrg, denen sich in tiefster Bescheidenheit der Herausgeber dieser Blätter anschließt, werden die Uebersetzunge», für deren Beschaffung hochachtbare jüdische Gelehrte unter der Redaction des Herrn Rabbiners vr. Hildesheimer in Eisenstadt bereits thätig sind, prüfen und dafür sorgen, daß die größtmöglichste Correctheit des Textes und die treffendste und die ausreichendste Art der Uebersetzung und des Commentars hergestellt werde. Sobald die Kosten der Stereotypirung gedeckt sind, wird zum Drucke geschritten werde». Die Abnehmer werden nichts als die Kosten des Drucks und des Papiers zu zahlen haben, so daß ein Bibelexemplar mit oder ohne Uebersetzung äußerst wohlseil zu stehen kommen wird. — In jüngster Zeit sind die Beiträge nur noch spärlich eingegangen. Die größten Gemeinden Deutschlands haben sich mit wenigen Ausnahmen noch wenig oder gar nicht betheiligt. Wohlan denn, Ihr ehrwürdigen, gesetzestrenen Nabbinen, die Ihr der Stolz Israels seid, Ihr gesinnungstüchtigen Lehrer, denen die Zukunft unsres Volkes anvertrant ist, Ihr edlen, opferbereiten und glaubensmuthigen Privatmänner, die Ihr seib der kräftige Stamm des heiligen Baumes unsrer Nation, lasset das so segensreiche Unternehmen nicht auf halbem Wege stehen bleiben, lasset es nicht unvollendet bleiben, im w i'iQire niLvu >nriM 2r! Wer etwas Verdienstvolles begonnen hat, hat die heiligste und dringendste Pflicht, es zu einem guten Ende zu führen! — Mu MAKer Armenunck MgewsLnungen in Jerusalem. Baruch Marx aus Schierstein t3 kr. PH. Nachman l. in Mainz beim Aufruf zur Thora am Wochenseste 5 fl. Durch S. Hertmann, Lehrer zn Miltenberg: W. Klingenstern daselbst

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