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Der Israelit · 1861-05-29 · Heft 22 (29.5.1861) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 22 (29.5.1861)
Date
1861-05-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
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2bS Etwas unangenehm berührt wurde die Versammlung der israelit. Repräsentanten durch folgenden unliebsamen Umstand. In einer Privatconferenz wurde derselben nämlich von Seiten des Hrn. Gr. Ed. Karolyi die Eröffnung gemacht: man sei an maßgebender Stelle wohl geneigt, die Emancipalion auszusprechen; allein keine vollständige, sondem eine partielle. Was unter dieser Bezeichnung eigentlich zu verstehen, hierüber sind die Ansichten sehr divergirend. Im Allgemeinen ließe sich hiefür ein entsprechendes Analogon in der Art und Weise rviederstnden, wie die Possessionsfähigkeit vor einiger Zeit den Juden Galiziens zngestanden wurde, die bekanntlich von der Erlangung eines gewissen Bildungsgrades bedingt ist. Daß dies ungerechte Ansinne» von Seiten der gesainmten *) jüd. Versammlung mit gerechter Indignation zurückgewiesen wurde, wird wohl jeder gcsinnungStüchtige Israelit aus vollem Herzen billigen. Die hierländische Presse, die seit einigen Monaten der Judensrage die gebührende Aufmerksamkeit schenkt, ist unsrer Sache entschieden günstig. Eine unerquickliche Ausnahme macht der „Pesthi Hirnök," ein Blatt, das durch seine markirte judenfrefferische Tendenz sich gänzlich unschädlich gemacht. Bedauern müssen wir, daß die in Pesth erscheinenden jüdischen Zeitschriften sich mit den grundlosen Angriffe» erwähnten Journals immer und unablässig beschäftigen. Im Gegentheile sind wir dem „P. H." für seine unwürdige Haltung in diesem Entscheidungsmomente zum innigsten Danke verpflichtet. So lange Herr Török, der unsterbliche Hauptredakteur des „P. H ", uns offen bekämpft, sind wir vor etwaigen gefährlicher» Feinden vollkommen gesichert. Mit einem Menschen wie H. Török unter einer und derselbe» Fahne zu fechten — dürste sich kaum Jemand herbei lassen. Der bekannte Verein „Magyar israelita egylot" Ln Pesth beabsichtigt die Bibel mit ung. Uebersetzung *) Anm.der Red. Das ist jedock nickt von der „gesammten" Versammlung geschehen; Herr Rabbiner Löw von Szegedin, Redacteur des B. bh-, soll auf die Vorschläge des edlen Grafen emgegangrn sein und von der Bildung eines jüdischen Culturr-rrrins (!) gesprochen haben. Herr L. Hai damit natürlich zugkstanden, daß er feine Glaubensgenossen der Emancipativa unfähig, oder vielmehr unreif halt und sie deßhalb erst .eulti. Viren* will. Schmach und Schande dem Lästerer seiner Ration l - eilaae zu Mro. zum Gebrauche der ung.-hebr. Volksschulen nächstens im Drucke erscheinen zu lasse». Das vielverbreitete Gebetbuch für jüd. Frauen von Fanni Neuda ist soeben in ung. Uebersetzung erschienen bei Johann Herz in Pesth. Eine ähnliche Metamorphose steht dem bekannten Werke gleicher Tendenz von M. E. Stern bevor. — heil. Courorn, im Monate Siwan. *) Das Rad der Zeit rollt unaufhaltsam fort und mit ihm verändern sich auch die Verhältnisse des Weltalls im Ganzen wie im Einzelnen. Auch dem Berichterstatter wird oft der Stoff durch die plötzlich unerwartet eingetretene Aenderung entzogen, so daß er sich durch dieselbe genöthigt sieht, heute ganz was Anderes zu berichten, als er gestern berichten wollte. Auch ich bin in der Lage, durch die in der in unserer Nähe liegenden Gemeinde Vatorkeß in letzterer Zeit eingctretenen Veränderungen, über daS Vergangene den Schleier der Vergessenheit zu decken und an die Zukunft die bestell Hoffnungen zu knüpfen. Der dort bisher sungirende Gemeindevorstand — dem wir mit Recht all die bisher dort stattgefundenen Unbilligkeiten zuznschreiben berechtigt waren — wurde aus Verlangen der Gemeinde durch den Hrn. Stuhlrichter seiner Stelle entsetzt, und durch H. Vr. C. Stern ersetzt, welcher schon früher während dreier Jahre das Amt eines Vorstehers mit Energie und Pünktlichkeit verwaltet hat. Wir glauben mit Recht die besten Hoffnungen an dessen energische Kraft und erprobten Willen zu knüpfen, indem er als Gelehrter, der Schule wie überhaupt, gewiß die größte Aufmerksamkeit zuwenden wird.. B. Gyarrnath, 17. Mai. Unter den Änspicien des Herrn Oberrabbiners D. Deutsch blüht die hiesige Jeschiba, die gegenwärtig mehr als 60 Talmudjünger zahlt, seit länger als 10 Jahren. Die Meisten derselben finden durch die Fürsorge des Hrn. Oberrabbiners und durch den Wohlthätigkeitssinn der hiesigen Gemeinde ihren vollkommenen Unterhalt. — j Am ersten Tage des Wochenfestes hat Herr D. in ergreifender, begeisterter Rede zum Beitrage zum Bau! der Armenwohnungen in Jerusalem aufgefordert; in Folge dessen ist bereits heute eine Sammlung zum erwähnten Zwecke veranstaltet worden. v. *) Siehe Nr. 12 unter Comorn! 22 -es Israelit.)

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