Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1861)
- Date
- 1861-05-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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270 Schweiz. * Äon -ec Lr'mmat, im Mai. Wir haben in unserm Artikel in Nr. 19 d. Bl. die Ansicht durchblicken lassen, daß es sowohl im Betreffe des Herrn Rabbiners W. als auch in jenem der Gemeinden En dingen und Lengnau läge, wenn der Berufene resigniren wurde. Unsere Meinung hat prophetischen Werth erhalten; Herr W. hat seine Resignation angezeigt und bewirbt sich, sicherem Vernehmen zufolge, um das erledigte Orts-Rabbinat Buchau. — So wäre also diese gefährliche Klippe sür diesmal glücklich umschifft —; aber daß dcßwegen das Schiff in sichern Hafen eingelaufen, glauben wir nicht und werden solange nicht daran glauben, als nicht durch Schritte bei der obersten Bundesbehörde eine Aenderung der Geschäfksbehandlung bei der in Frage stehenden Besetzung erzielt wird. Sprechen wir offen. Wäh-! rend im freien Heloeticn den Gemeinden in Verwal- ' trug ihrer Angelegenheiten Selbstständigkeit im wer- tcsien Sinne Anerkannt ist, ist diese Autonomie in! einer der wichtigster! Angelegenheit, der Besetzung! der Seelsorgerstelle, den israelitischen Gemeinden Endingen und s Lengnau keineswegs beschießen. Dies wäre nur dann der Fall, wenn diese Gemeinden aus der Zahl der Kompetenten drei derselben, die ihr Vertrauen besitzen, der Kantonalregienmg behuf Er-! Nennung eines derselben präsentiren dürfte». In; Staaten, wo ein isr. Consistorium oder ein Oberrath konstiturrt ist, ernennt das Ministerium auch nur auf ü Vorschlag dieser israelitischen Oberkirchenbehörden einen Rabbiner. Bei uns, die wir nicht so glücklich (?) sind, eine Centralkrrcheubehörde zu besitzen, und wo , also die Gemeinden selbst diese reprasenfiren, sind aber merkwürdigerweise die Rollen gewechselt. Eine rein christliche Behörde sichtet die Bewerber und präsentier den Gemeinden mosaischen Glaubens die von ihr gebilligten!! drei Kandidaten des Seelsv'geramtkS zur Wahl. — Daß aber selbst dieses Recht der sogenannten Wahl ^ur ein Spiel mit Worten ist, hat die Berufung des mehrgedachten Rabbiners W. trotz der Einstimmigkeit, mit welcher Herr vr. F. gewählt! war (s. unfern Art. in Nr. 19 d. Bl.), zur Evidenz bewiesen. Wir vindrciren aber den geuaunten Gemeinden um so mehr das Recht, bei Entscheidung dieser Frage ern maaßgebendes Wort in erster Linie mitzureden, weil sie den Rabbiner aus — ihrer Tasche bezahlen. Möge also die Tit. Vorsteherschaft von Endingen und Lengnau vor allen Dingen Schritte bei der obersten Bundesbehörde in angedeuteter Weife Lhrm, da nur dadurch für alle Zukunft den gerechten Besorgnissen, die bei jedesmaliger Erledigung auftauchen, begegnet werden wird. Asien. LLrnfte- -am, Ende Mai. Wir ersuchen Sie folgenden Brief in die Spalten Ihres geschätzten Blattes auszunehmen: Jerusalem, 25. April. Geehrteste Herren! Ihre werthen Zeilen vom 28. Zebr. d. I. habe ich lammt dem vorn Bangmer Jacob Valero u. Comp, in Baarem entrichteten Betrage von '25 Tausend Türk. Piaster zur Bestreitung der Kosten der Schuttwegräumrmg u. Anschaffung von Baumaterialien richtig erhalten. Die über diese Summe von den Comitö-Mitgliedern gefertigte Quittung No. 2! 47 wird Ihnen durch I. Valero u. Comp, zngelchickt werden. Mit den Pilgerwohuungerr sind wir bereits am Ende der dritten Arbeitswoche und in der That wurde seither mit verhältnißmäßrg! wenig Arbeitskräften schon ziemlich viel geleistet. > Statt im vollen Flächenraume sämmtlrche» > Schutt wegzurämnen, werden nur an den Endpunkten des begonnenen ersten Gebäudes sogenannte Füße, diese aber sehr tief eingegraben, errichtet; über diese Steinsäulen werden sodann Mauerbögen! gespannt, worauf der Baukoiper endlich mit vollster Beruhigung ausgesührt werden wird. Sehr günstig ist der Umstand, daß man bei den Grabungen ganze Mauerparzellen, ja sogar er» gut erhaltenes unterirdisches Zimmer aufgefundcn hat, wobei eine schöne Anzahl von verwendbaren Bausteinen abfällt, deren Anschaffung in eben dem Maaße wieder erspart wird. > Ich begab mich schon einigemal auf den Bauplatz und fand die arbeitenden Leute vollauf bcschästiget. Die Aussicht über Letztere läßt nichts zu! wünschen übrig. Mit dem arabischen Baumeister, -- r ' i - - .;