Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1861)
- Date
- 1861-05-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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26Z auf den Lehrer vollkommen zuwider. Auch in dieser Beziehung würde die angedeutete Vereinigung abhelfend eintreten können. Freilich ist diese Vereinigung' nicht überall möglich. Auf dem großen WLchenraume des Könige. Hannover z. D. liegen die einzelnen, kleinen, isr. Gemeinden weithin zerstreut. Ein solcher Zustand ist eben ein w-I-Unglück wie so manches Andere, das mit Ergebung getragen werden muß. Es läßt sich hierüber im Allgemeinen überhaupt nur sehr wenig sagen; die Verhältnisse gestalten sich allüberall verschiedenartig; nur das Eine wollen wir noch einmal hervorheben, daß es die ernsteste Pflicht eines jeden, echten Jsbcssere Gestaltung der Besoldungsverhältinsse der jüdischen Volkslchullchrcr ein dringendes Bcdiirfniß der Zeit ist. Möchte es uns gelungen sein, durch diese Zeilen zur Abhilfe dieses dringenden Bedürfnisses das Unsrigc beigetragcn zu haben. — Dtnkrrurllige Aeusserungen rrrdbinisckrr Auionliilcn rerjMeütim Illkrkunäcrlt. Von bmanuel Büsck, Dezirkörabbiner zu Apvstag. II. raeliten ist, für die auskömmliche Stellung der Lehrer zu wirken, damit dieser, für das Judenthum so wichtige Stand nach Innen und Außen gehoben wird. 1 Als zweiten Grund des erwähnten Mangöls an Achtung den Lehrern gegenüber, stellt Herr F. den Umstand dar, daß häufig Männer als Schulrüthe und als Schulinspcctoren bestellt sind und zwar namentlich in jüdischen Kreisen, die?von^dem. was sie berathen und inspiciren sollen/ nicht den geringsten Begriff; haben, daß! diese dänü in das methodisch-jdidaktische Verfahren eiyzugreifcrrsich anmaßen, ngitütliiH dadurch! mit dem Confliktgerathen iurch dadurch den so schalHchen!,' hau ßgtn sDehrefwiWel veranlassen. Wir!glMhewHerrn F. ganz' gern,« daß; solche Dinge hhusig Hrlommen. Allein wie ist dem' abznhclfen? Das könnte einzig nur dadurch geschehen, daßdic betreffenden , hoyqn Regierungen auch! d^s jüdische Schulwesen rurter Aufsicht Md Pflege nähmen; so lange aberKas; sioch nicht geschehen ist,; möchten wir dem LehrD rAhen, sich hei solchen' Coustikten mit Kljtghe^t benehmen, in Liebe und Freundschaft den lInwiHerHen zu belehren, und dadurch das Verhältniß umzMhren, d. h. den!anmaßenhen Leiter zum' unbewußt Mclei- Ledeu zu machpr^! . u ^^!. , j Herr Fischer, führt weiter aus,! daß! aus der schlechten Stellung der Lehrer die Corruption. des Lehrerstandes selbst vielfach hervorgehen muß, daß dadurch Neid und Scheelsucht zu gegenseitiger Verleumdung und daß das dringende Bedürsniß des Lebensunterhalts zur Charlatanerie führen muß vnd schließt mit seinem eateruin eensao, daß die Halacha und Kabbala, diese zwei großen Acste am Lebensbaume unserer Religion umschatten und umduften mit ihren Blättern und Blütben in höherem oder minderen! Grade das Geistesleben deZ echtgläubigen Jsraclitest. In der Art und Weise der Einwirkung, in Richtung und Zweck unterscheiden sie sich jedoch wesentlich von einander. Tie Kabbala erfaßt das Gemüth, erweckt und entzündet die Imagination, entrückt den Menschen seiner gewöhnlichen Atmosphär? und erschließt ihm neue, nie geahnte Volten j in s -denen imposante Gestalten, Bffder und.Erscheinungen seinen Geist! fesseln und ihm die Süßigkeit des beschaulichen L ebens lehhaft vor die! Seele führen. Sie führt zur AbstMtion, zum; EhaMismus in engerer Bedeutung. Die Halacha hingegen spricht zum schlichten, nüchternen Verstände, ist ihren zergebenen Jüngern eine i treüe und zuverlässige Begleiterin auf allen Wegen uiid SlegeH ihrer irdischen Wallfahrt; dient ihnen!zu,m,i vollständigausreichenden Kalender für alle Seiten und j Zustände, ^Lagcn, Bewegungen und Vorkommnissen^ Sie erhebt und adelt die Sinnlichkeit durch Beschränkungen , aller Art nnd umstrahlt die >an sich profanen Handlungen mit dem Glänze der Heiligkeit, mjit dem Lichte der Religion. § Bei so gestalteten Verhältnissen ist cs. ganz natürlich und folgerichtig, daß die praktische Anwendung , der Gesetzesbestimmungen nur halachische Normen zum Maßstabe nimmt. Wie hoch in Ehren und Ansehen die Wissenschaft der Kabbala in allen Perioden bei dem Halachisten stand und stehet, wie ehrfurchtsvoll die Heroen, Träger und Wortführer der-