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Der Israelit · 1861-05-29 · Heft 22 (29.5.1861) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 22 (29.5.1861)
Date
1861-05-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2«2 len, im Hinblicke aus seinen schweren und schwleri- Lehrer zu stiften! Keinem wie chm ist es möglich auf gen Beruf g--rn vcr;>rhen? Daß dieses gar zu haul die zarten Kinderherzen veredelnd zu wirken, die fig nicht geschieht, ist wohl im Allgemeinen Ln der ' Schwingen des Geistes zur Entsaktung zu bringen. menschlichen Natur begründet. Nicht bloß der Lehrer, sondern jeder, der eine öffentliche Stellung inne hat, muß darauf gefaßt sein, daß, da die Augen Aller vorzugsweise aus ihn gerichtet sind, seine schwachen Seiten sehr bald erkannt werden und von der Klatschsucht und Verkteinerungssucht derartige Entstellung und Verbreitung finden, daß in den Augen der Umgebung die guten Eigenschaften gänzlich zu verschwinden scheinen. In keinem Stande jedoch wird so viel über Mangel an Und die Frucht solcher Aussaat soll für Nichts gerechnet werden, soll nicht mitgewogen werden beim Abwiegen der Vorzüge und Nachtheile des Leben-, soll nicht im reichsten Maaße entschädigen für manche Entbehrung, für manchen Kummer? Von diesen geistigen Freuden, Hoffnungen und Aussichten, von diesem erhebenden Bewußtsein allein kann jedoch der Lehrer nicht leben, kann er nicht seinen und der Seimgen Hunger stillen, kann er nicht all die Bedürfnisse befriedigen, die unser Cul- Achtung geklagt, als in dem des Lehrers und nal turleben fordert. Wir wollten nur mit diesen Bemenllich des jüdischen Lehrers. Herr F. stndei die i trachtungen das hervorgehoben haben, was, wie uns Ursache davon zuerst und hauptsächlich in der aus t scheint, irr unserer materiellen Zeit zu sehr in den mangelhafter Besoldung herrührenden Armuth! vieler > Hintergrund getreten ist. Es muß daher nothwen- Lehrer. Herr F. gibt eine ausführliche Schilderung - diger Weise für eine auskömmliche Stellung der wie und in welcher Weise Armuth, Mangel, Schulj Lehrer Sorge getragen werden. Keine Opfer sollte» den dem Ansehen des. Lehrers schaden müssen. -Wir glauben den Lesern diese' Schilderung ersparen zu ' dürfen, da die Folgen einer nicht auskömmlichen! Stellung überall zu Tage liegen. Wir wollen'viel- ' mehr die Fraget erörtern^ wie und in welcher Weise! diesem Nebclstande wohl abzuhelfen sei. Zuerst über > möchten wir den Lehrern selbst den genügsam züfrie-! Sinn so recht an's Herz legen. Die Errün-! der Gemeinde zu groß sein, um das zu ermöglichen. Gilt es doch, für das geistige und sittliche Wohl der theuersten Besihthümer des Menschen, der Kinder Sorge zu tragen. Möchten doch die Gemeinden bedenken, daß es in ihrem eigenen Interesse wie nichts Anderes begründet ist, wenn der Lehrer frei von Nahrungssorgen mit freudiger Hingebung seinem schonen, aber schwierigem Berufe wird kebeu können, genschasten geistiger Arbeit sollen namentlich geistiger i Sollte es jedoch einer kleinen, unbemittelten Gemeinde Art sein. DaS Müden um materielle Interessen schlechterdings unmöglich sein, dem Lehrer einen trägt auch materielle Früchte. Der LandmanN, der! auskömmlichen Gehakt zu bieten, so wäre dahin zu Handwerker, der Kaufmann — sie Alle finden nicht! rathen, daß sich einzelne, in der Nähe liegende Gespeciell geistigen Lohn für ihre Anstrengungenste meinden zur Errichtung einer gemeinsamen Schule entschließen dürften. In unserer nächsten Nähe, in der Provinz Starkenburg (Großh. Hessen) befinden sich mehr als hundert kleine isr. Gemeinden, die eine von der andern oft kaum eine halbe Stunde entfernt, die theilweise ohne Lehrer sich befinden theilweise einen Gehalt von sechszig, siebzig, hundert Gulden jährlich zahlen und den Lehrer zu dem mit Recht so verhaßten Reihetisch vermtheilen. Hier wäre es dringend geboten, daß die oben angedeutete Vereinigung stattsäude. Ei» anderer NebMand ift die unfreiwillige Ehelosigkeit, zu der so viele jüdische Lehrer auf dem Lande verurtheilt sind. Diese ist nicht allem dem jüdischen Religionsgesetze im Allgemeine», sondern auch namentlich iu Bezug Essen daher rem materiell dafür entschädigt Werden. Der mit dem Geiste Arbeitende hingegen muß allerdings für sich und die Seinen auch die körperlichen Bedürfnisse erschwingen, er erntet jedoch für seine Bemühungen zugleich einen geistigen Loh», der geeignet ist skr manche Entbehnmg die süßeste Entschädigung zu verleihen. Das muß namentlich der Lehrer in Anschlag bringen; sein Wirken und Streben ist das schönste, das aus Erden existirt, der Erfolg seiner Bemühungen der segensreichste, welcher nur gedacht werden kann. Der Schöpfung Meisterwerk selbst ist der Gegenstand seiner Bearbestung» die-Entwickelung des Menschengeistes das Ziel seiner Mühen. Wie unendlich viel Gutes vermag ein

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