Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1861)
- Date
- 1861-05-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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253 etwaigen schädlichen Eindruck auf die Kinderseele und eure Haltung und Richtung möge stets das Gepräge solcher Eltern zeigen, welche bei der Erziehung und Bildung ihrer Sprößlinge durch die herrliche Devise: „Wir wollen einen Menschen machen in Gottes Ebenbilde" immer geleitet werden. — „Eltern sollten es nie vergessen," sagt ein berühmter Schulmann, daß sie Gottes Stelle an ihren Kindern vertreten, und denselben gleich guten Engeln zur Seite stehen sollen. Ueberall sollten sie ihnen achtbar und ehrenwerth erscheinen , damit die natürliche Liebe, die nirgends ausreicht, und so tics sie auch g.-wurzelt sein mag, doch durch > Neigungen, Verwöhnungen und Leidenschaften gehemmt und unterdrückt werden kann, in kindlicher Ehrfurcht zur Pietät sich vollende. Das Leben des Kindes richtet sich früh nach Außen; von daher sucht cs Nahrung für den sich regenden Hunger des Geistes zu erhalten, gleich dem Baume, der seine Acste und Zweige ausbreitet, um alle Nahrungsstoffe des umgebenden Luftraumes an sich zu ziehen. Wie aber , auch in dem Kinde nicht mehr die ursprüngliche Gesundheit, nicht mehr das unentstellte Ebenbild Gottes is^, so nimmt es fast begieriger, jedenfalls leichter, verderbliche, als heilsame Eindrücke aus. Sei es, daß man das Bpse als etwas dem Kinde noch Fremdes, oder als etwas seiner Natur Verwandtes betrachte; so zeigt doch die Erfahrung, daß Kinder noch leichter durch böse Beispiele verderbt, als durch gute gebessert werden; zr-, 2- ->L' '2. Es ist daher um so mehr darüber zu wachen, und dahi« zu arbeiten, daß böse Beispiele möglichst entfernt, oder allenfalls unschädlicher gemacht, die guten aber in reicher Fülle mit Kraft und That uud im günstigsten Lichte dargeboten werde». Die Sinne diese Pforten des geistigen Lebens — sind zwar bei den Kindern ungeübter, aber weit empfänglicher als bei den Erwachsenen; schärfere Angen, leiseres Gehör, leichter erregtes Gefühl fesseln das zarte Leben an die Außenwelt und machen es um so abhängiger, je weniger noch die geistige Belbstthätigkeit zu der Kraft gelangt ist, die sinnlichen Eindrücke zu beherrschen und Honig selbst aus giftigem Kelche zu ziehen. Es ist zwar nicht möglich von den Kindern alle nachtheiligen Einflüsse fern zu halten. Man kann oft mit bestem Willen nicht hindern, daß ihren Augen und Ohren auch böse Beispiele begegnen, aber man soll die zarten Pflanzen nicht preisgeben den Stürmen des Lebens, den vergiftenden Einflüssen des Lasters; das kindliche Auge soll dieses wo möglich nicht eher anschauen, bis die Seele durch weise und fromme . Lehre und gutes Beispiel gehörig dagegen gewaffnet ist, die Sünde soll ihr am wenigsten im elterlichen Hause, am wenigsten in denen erscheinen, zu welchen sie sich liebend und ehrfurchtsvoll hinneigt. Eltern sollen sonach dahin wirken, daß ihr frommes Beispiel ans das Gemüth ihrer Kleinen zu jeder Zeit befruchtend wirke; sie sollen jeden religiösen Gebrauch n:2 im Hause beachten, jede- Ceremonialgesetz selbst üben, und ihre Kinder fleißig über dasselbe belehren. Die meisten Zwecke der Ceremonialgesetze und warum sie eingesetzt sind, sind uns wohl bekannt, und können auch dem Fassungsvermögen des Kindes nach, beigebracht werden. Man erkläre B. .-NN2 Mesussa, den Denkzettel aus der Thürpfoste und am Eingang des Hauses angebracht und sage dem Kinde^ daß darin enthalten ist der Abschnitt des 5. Buch Mosis Cap. 6. und daß der Zweck sei, Ms bei unserem Ein- und Ausgehen, ar^ daß Dasein Gottes, an dessen Einheit, an die Liebe, so wie an die Pflichten gegen ihn zu erinnern.— Tesillin pd'LN. Der Gebrauch täglich die Denkricmen, um den Kopf und um den Arm zu binden (an deren Enden sich zwei aus Pergament verfertigte Kapseln Lesinden, rrrit^ Inhalt 5. Mos. 0, 4 — 9. N, 13—21. 2 Mos. 13, 1—10 und 11 -tk). Sie dienen zur Erinnerung an die Einheit Gottes, ermuntern uns zur Ausübung der Tugend, indem sie auch ihrem Inhalte nach auf die egyptische Knechtschaft, und aus die wunderbare Befreiung aus derselben hindeuten, und Gottes Allgerechtigkeit beurkunden. Zizit (r!»'Ä). An jedem Kleide, welches vier Zipfel hat., vier Doppelfäden aus Wolle als Schausäden zu binden. Diese dienen dazu, uns beim Anblicke derselben an die Gebote Gottes zu erinnern, damit wir uns vor Ausschweifung und bösen Lüsten in Acht nehmen (4. Mos. 1L, 36.). Kriath Schma (p2s rw'->p). Täglich Abends SS