Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1861)
- Date
- 1861-05-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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251 immer mehr und mehr Beweise zeigen, das; die Wissenschaft, richtig begriffen, mit dem Judenthnm nicht collidirt*). Tie zweite Stelle, die wir als unrichtig bezeichne» müssen, findet-sich S. 12. Da heißt eS in der Fnßbemerkung: »Der Talmud liefert uns ans dein Alterchume wohl das einzige Beispiel, daß ein menschlicher Körper einzig um der Wissenschaft willen, secirt wurde." Daß ein menschlicher Körper, und zwar einzig um der Wissenschaft willen, secirt wurde, findet sich nirgends im Talmud, eS findet sich nur, daß man glaubte einen menschlichen Körper scciren zu können, um zu erweisen, daß ein Gemordeter schon mit einen: tödtlichen inner» Leibessehlcr behaftet gewesen, damit dem Gerichte die Gelegenheit gegeben werde, einen zum Tode Verurtheilten von der Hinrichtung freiznsprechen (S. Tract. Ehullin ll^). Einzig um der Wissenschaft willen darf kein menschlicher Körper dem Gesetze nach secirt werden, man wollte nur später eine Erlanbniß für das Scciren aus der eben berührten Talmudstelle für ganz besondere, selten vorkommende Fälle heranssindkn, deren Nechtsgültigkeit aber noch nicht seststcht. (S. I. Landau R. B. 2. Ausg. Iorch Deah Eap. 210.) Wenn der Vers, gesagt hätte, daß im Talmud sich schon eine Stelle finde, die ans das Seciren hindeute, so wäre er im Rechte gewesen, die Handhabung des Sccircns aber den; Talmud zu vinoiciren, ist unrichtig**). *) Ann». der Red. j Wir können uns weder mit Herrn Vr. F., nock mit der eben ausgesprockrncn Ansicht des Herrn S. vollkommen einverstanden erklären. Versieben die Herren unter »Verachtung der profanen Wissenschaften" das, was die deutsche Sprach« stets mit diesem Werte bezeichnet, so müssen wir entschieden prctcsriren. Kein echter Talmudi'it »verachtet" düs profane Wissen, wie ja such die Inhaber desselben in der Hejülmnten für eschen Literatur mit dem Worte L ^-«1 bezeichnet werden; meinen sic aber damit, daß der Talmudgelehrte das religiöse Dissen höher schätzt als alles Ändere, so müssen sie zugrsiehc», daß derselbe vollkommen in seinem Rechte ist, es kann somit von einem »Dorurtheile* nicht die Rede sein; ebensowenig von einer Entschuldigung. Dem echten Talmudjünger ist alles übrige Wissen vollkommen entbehrlich; durch di« Thora allem kann er die höchste sittliche und geistige Vollkommenheit erlangen. — Das profane Wissen ist nur eine Forderung der Zeit.! *-) Anm. der Red. Wir meinen nicht, daß der Vers, die angeführte Steve im Auge hatteauf die seine Bemerkung durch- Ferner müssen wir noch außer einigen kleineren Druckfehlern, einige Flüchtigkeiten rügen. S. 4. wird als das erklärende Buch zum 3. und 4. B. M., während es das zum 4. und 5. B. M. ist, angegeben. Ein ähnlicher Flüchtigkeitsfehler ist S. 24, wo die Bücher Josua, Richter, Samuel zu den '^.x 2'X'2Z - gezählt und für die oberen Classen '^x-> 'x^' als ' Lchrgcgensianv angegeben werden, was doch beides wohl umgekehrt sein soll. Endlich ist S. 12. für die Talmudistcn der Ansdruck „die Begründer des Talmud" nicht ganz richtig, und wir hätten hier lieber die Bezeichnung „Träger des Talmud" gesehen. Was nun den Lehrplan betrisst, so gestaltet sich der jetzige gegen den früheren besser, obgleich auch dieser noch ei:re Verbesserung erfahren dürfte. Dem alten Lehrplane nach (S. 21.) waren für die erste Classe 7 St. wöchentlich für Talmud angesctzt, während man für die poetischen Bücher der Bibel mit grämt. Hebungen verbunden nur 1 Stunde anberaumt hatte, nehmen wir mm auch noch die t Stunde für die histor. Bücher der Bibel hinzu, so ist Talmud 7 St. und 2 St. kein gutes Verhältnis;. Hebr. Grault, und dürfen als die Basis des jüdischen Wissens dem Talnrndstndiunl gegenüber nicht auf ein Minimum herabsinkcn; wenn auch.für diese Schule dem Talmudstndium mehr Zeit als und Grämt, eingeräumt werden muß, so darf es doch nicht im Verhältniß von 7 zu 2 stehen. Für den jetzigen Schnlplan (S. 23) gestaltet sich die Sache besser. In der. ersten Elasse sind für Propheten 1 St., für Granit. 1 St. und für. Ge- , mara -1 St.*) angcsctzt. Es wäre aber besser, wenn ' man für Propheten noch eine Stunde anwenden aus nickt Pasten würde; er sckrint vielmehr auf di« Mischnah j rudNX, 1, zu rerurriren, woraus die genaueste anatomische Äirnntniß des menschlichen Körpers herverleuchtet; aber auch diese beweist für den Vers. Nichts 'X N'.l (bbulin LO''). i *) Anm.' der Red. Doch dünkt uns 4 Stunden Gemara wöchentlich für eine Talviudschulr gar zu wenig; freilich Hot - diese Schule, da sie einzig die von andern Schulen frrigegebene Zeit benutzen kann, mit unendlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, j die nickt eher ganz gehoben werden können, bis sich aus derselben eine selbstständige Anstalt entwickelt, die frei über den Ge« 1 sammtuntrrrickt der Jugend dtsponirt.