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Der Israelit · 1861-05-22 · Heft 21 (22.5.1861) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 21 (22.5.1861)
Date
1861-05-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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L50 seits den für den Juden besondern, die Kräftigung » denen jene Leute gelebt, andererseits auch in ihxem des religiösen Sinnes und Geistes. Dieses ist der! streng religiösen Charakter. Fassen wir die Zeiten Grundgedanke der ganzen Schrift, von ihm geht sie! des politischen Drucks in's Auge, so ist es ganz naaus, und ihn führt sie durch. Damit erklären wir türlich, daß damals die Leute, die ihrem Geiste uns natürlich vollkommen einverstanden. Nahrung geben wollten, in nichts Anderem als im Doch sind uns in vorliegender Schrift zwei Talmud die Befriedigung ihres Wissensdurstes fin- Stcllen aufgestoßen, die wir nicht als richtig können den konnten. Jede Stellung war ihnen abgefchnitgelten lassen. > teil, sie waren nur auf sich und ihren kleinen jüdi- S. l 1. sagt der Vers.: „Es wird jedoch Manschen Kreis angewiesen, und da konnten sie im Talcher geneigt sein zu glauben, daß der Talmud den ' mud reichlich, ja über das Maß, Alles finden, was Geist beschränke^ daß das Talmud-Studium den sie suchten. Und eben durch diesen politischen Druck, Menschen nur einseitig bilde, da es eben durch diedurch die Feindseligkeit, mit der man sie behandelte, sen Vorzug jedör andern Wissenschaft den Eingang mußte eine Feindschaft gegen Alles, das aus nichtversperre; die Erfahrung lehre es ja, daß die Tab- ' jüdischen Kresien kam, eintreten. Waren doch ihre mudistcn beschränkt seien, und einen falschen Stolz Feinde jene, die sich die Männer der Wissenschaft besitzen, indem sie «nt Verachtung auf die Resultate , nannten, und waren diese, trotz ihrer Wissenschaft anderer Wissenschaften herabblicken und sie als unl doch so roh, doch so unedel; die Wissenschaft mußte nutz von sich zurüchveisen. - ' also, nach ihrer Meinung, nicht so veredelnd aus „ES ist keineswegs zu leugnen, daß es derglei-! das Herz, »licht so gut auf das Gemüth wirken, chen Talnmdisten gibt, hies ist aber noch kein Be- - Zudem ahnte ma»r wohl schon, daß das Sichbefreunweis, daß das Talmud-Studium daran Schuld habe; , den mit andcrm Wissen nicht ohne Revolution vor lernen ja aus dem Gymnasium alle Schüler Mathe- - sich gehen könne , daß das erste Einschreiten wohl matik, und nur sehr wenige haben Idee von dieser; schmerzliche Wirkungen auf das Wesen des Inden- Wissenschaft." Aus diesem Satze scheint die Behausthums selbst ausübcn würde. Lieber wollten sie ihr tung hervorzugchen, daß diejenigen Talnmdisten, die Jude nt hum wahren, sie wollten keinen Schritt thun, mit Stolz und Verachtung auf die Resultate anderer der auch nur ein Iota dem Iudenthum rauben Wissenschaften herabblickcn und sie als unnütz von könnte. Und hakten sie nicht Recht? Haben sie nicht sich weisen, keine Idee von Talmud hätten. Dieser richtig geschaut? Mit welch' schrecklicher Revolution Behauptung können wir nicht beitreten. Es hat , fand nicht der Uebergang der alten in die neue ganz bedeutende Talnmdisten gegeben und gibt deren Periode statt? Hat man nicht gegen sein eigenes vielleicht noch manche, die (ich will nicht sagen, ob Fleisch gewüthet? Wir sind zwar schon aus dem mit Recht) von andern Wissenschaften nichts wissen , ersten Sturm heraus, aber die Nachklänge jenes wollten und wollen, aber dennoch Männer waren grollenden Ungewitters Hallen noch in unfern Tagen, und sind, die jedenfalls so viel Idee vom Talmud War man nun schon früher vorsichtig gewesen, so hatten und haben, wie Alle, die mit der Kenntniß war man es später noch mehr, da man nur die des Talmuds auch die der andern Wissenschaften Schrecknisse sah, die der Eintritt der profanen WisvereimgeN. Es liegt hierin ein unvorsätzlich gemachsenschaften im Jndenthnme hervorgebracht hatte; aber ter Angriff auf! hochstehende und geachtete Talmudigute Früchte zu sehen, hatte man entweder noch nicht die sten , die lieber oen Vorwurf des Nichtachtens ande- Gelegenheit gehabt, oder es waren deren doch nur zu rer Wissenschaften als den des NichtkennenS des wenige, so daß diese nur als Ausnahme gelten konn- Talmuds auf sich nehmen. Allerdings ist das Nichtten. Hierin liegt die Ursache der strengen Abschlieachteu 'anderer Wissenschaften nicht Schuld des Talßung mancher Talmudiften gegen die übrigen Wismuds, es ist aber auch nicht die Schuld des Nichtsenschaften, hierin auch die Verachtung, mit welcher keunenS deS Talmuds. Die Entschuldigung für einige Talmudiften ans die übrigen Wissenschaften jene Männer liegt ganz anderswo. Sie liegt einerherabblicken. Das Vorurtheil schwindet immer mehr seits in den allgemeinen politischen Umständen, in und mehr, da sich, weil der erste Sturm ausgetobt.

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