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Der Israelit · 1861-05-14 · Heft 20 (14.5.1861) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 20 (14.5.1861)
Date
1861-05-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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244 L'i'v.i) woraus dann die irdische Hülle der Erde übergeben wurde; sein unsterblicher Geist aber war entschwebt nach jenen himmlischen Höhen, wo ihm ein neues Leben, klar und ungetrübt, erstrahlt. OV rr-.n rjmx i2'p2 2«. Die tief trauernde Menge hatte in sichtlicher Rührung von 3 Uhr bis 8 Uhr Abends ausgeharrt; man kehrte mit einbrcchender Nacht nach Hause zurück und fühlte mächtig, daß wiederum ein Glanzgestirn am Firmament unserer Religion für uns erloschen. — Um diese so schmerzliche Mittheilung mit etwas Erfreulichem zu schließen, reihe ich hieran eine kleine Notiz über die ersprießliche Wirksamkeit des Rabbiners Freimann in der Gemeinde Filehne. Von dieser Gemeinde kann man sagen r?'«i 2"-r .12 i2i'; denn nicht allein war in früherer Zeit eine bedeutende Anzahl von Capacitäten im Thorastudio hier vorhanden, sondern es entstammen auch ihrem Schooße mehrere namhafte Gelehrte unserer Zeit — Rabbiner Or. Jsaacsohn in Rotterdam, Rabbiner vr. Lazarus in Prenzlau, Professor vr. Lazarus in Berlin — und sind auch heute noch mehrere tüchtige 2'rivv da, die sich in iwci rnici ihren Berus zeichnen. Nachdem nun die Gemeinde eine Reihe von Jahren hindurch eines regelmäßig qngesteUtcn Rabbiners entbehrte, wurden im vorigen Jahre ernstliche Anstalten zur Wiederbe-! setzung der Stelle getroffen. Es gelang nun, in der Person des Herrn Freimann einen Rabbiner zu gewinnen, der mit seinem in unserer Zeit so seltenen talnmdnchen Talente und seiner schonen Rednergabe der Gemeinde zur wahren Zierde gereicht. 'Schon in der kurzen Zeit seiner Function — seit »2'a v. I. — steht er seine Bemühungen in der für Hebung und Stärkung des religiösen Sinnes so empfänglichen Gemeinde auf's Herrlichste belohnt. An seinem^ allabendlichen ii>-x im '2.1 w2 nehmen die gerste Theil Md auch der Laie Hort mit regem Interesse.zu. Auch dem Religions-Unterrichte wendet der Rabbiner eine außerordentliche Sorgfalt! zu' und hat die jüngste Prüfung in der obersten - Klaffe (die übrigen Klaffen werden nämlich im Hebräischen von den drei öffentlichen Lehrern der Elementarschule privatim unterrichtet) seinen gewissenhaften Fleiß auch auf diesem Gebiete documentirt. So gelang eS ihm auch, durch freiwillige Zeichnungen eine Summe von Il'O Thalern jährlich auszubringen, die für den Religions-Unterricht armer Kinder verwendet wird. Denn bekanntlich sind die Elementarschulen der Provinz Posen nur öffentliche Anstalten in Bezug aus den gesammten, deutschen Unterricht, während für den hebräischen ein jeder Hausvater selbst Sorge tragen muß. Da sieht's nun aber in mancher Gemeinde in Betreff des hebräischen Unterrichts für Kinder unbemittelter Eltern sehr traurig ans; während ln Filehne durch die Bemühungen des Rabbiners Freimann gegenwärtig 14 arme Kinder auch diesen Unterricht erhalten. i>rriv'2 i2i> 1,1122! — Mit diesem Wunschescheiden wir in Hochachtung von diesem Gelehrten; dann können wir getrost und ruhig ans die Zukunft blicken. 12X- Oesterreichischer Kaiserstaat. Krakau, 30. April. Bis jetzt war der bnkowiner Landtag der einzige, auf dem die Judensrage überhaupt verhandelt und auf Antrag des vr. Fechner die Zulassung der Juden zu allen Staatsämlern und die völlige Gleichberechtigung derselben beinahe einstimmig befürwortet wurde. (Oest. Z.) Rußland. Warsckart, 27. April. Ueber die Arbeiter- Exceffe in L 0 dz werden dem „Dresd. Journ." von hier aus folgende nähere Mittheilungen gemacht. Am 19. d. Abends hatten sich mehrere Personen vor der Wohnung des Or. Wolberg versammelt, um demselben eine Katzenmusik zu bringen, welcher in einem Wortstreit mit einem jüdischen Handkungsdiener in der hiesigen Ressource sich feindseliger Ausdrücke gegen die Deutschen bedient; auch früher gegen hiesige Bürger gerichtliche Verfolgungen wegen Pfusch-Doctorei veranlaßt haben soll. Der Polizei gelang es ündeP, diese Unruhestifter zu vertreiben. Am 20. d. Abends fanden sich aber weit mehr Personen vor der Wohnung Wolberg'S ein, die Polizei vermochte dießmal diese Leute nicht auseinander zu treiben und die Katzenmusik fand statt und wurden (Hierbei eine Beilage.)

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