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Der Israelit · 1861-05-14 · Heft 20 (14.5.1861) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 20 (14.5.1861)
Date
1861-05-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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241 men und ist somit der Gesammtbeschluß der beiden Kammern erzielt. AuS Sachsen, 29. April. Wie sich's erwarten ließ, hat der Deputation der ersten Kammer das illiberale bürgerliche Gesetzbuch, welches den Inden nicht gestattet, eine Vormundschaft über Christen zu führen und dergl. mehr, sehr goutirt, und sie hat den! Entwurf zur Enbloc-Annahme empfohlen. Dabei war sie so naiv, in ihrem Berichte zu behaupten, daß die Wissenschaft bei der Verfassung des Entwurfs ihre gebührende Stellung eingenommen, und sieht cs sogar als eine Ehrenpflicht gegen die thüring'schen Negierungen, deren Commissare an den Berathüngen Theil genommen, an, daß das Gesetz so bald als möglich die ständische Genehmigung erhalte. (H. N.) Harsbttrg, 1. Mai. (Nach theilweisen Privatmittheilungen aus Altona.) Vergangenen o'7, am Jubeltage des v'm feierte die Gemeinde Altona das Amtsjubiläum ihres Rabbiners. Seit ihrem dritthalbhnndertjährigen Vesteherr erfreute sich diese Gemeinde stets der seltenen Auszeichnung, daß ihre Rabbiner die hervorragendsten Männer im Jndenthume waren, hatte aber nie das Glück, einen derselben ein viertel Jahrhundert lang in seiner Amtsthütigkeit wirken zu sehen. Daher wurde auch schon lange vorher mit seltenem Eifer die Vorberci- - tunz zu diesem Feste getrosten. In vielen Comitöen wurden Festgeschenke und Adressen zu diesem Tage vorbereitet und beschlossen. Damit aber eine gewisse Ordnung dabei stattsinde, übernahm der Gemeinde- Vorstand die Leitung der Feier und ihm, besonders dem Präses desselben, ist es zu verdanken, daß Alles nach der schönsten Ordnung von Statten ging. ES wurde zu diesem Behufs ein Fest-Eomitö ernannt, das auf eine sehr rühmliche Weise zur allgemeinen Befriedigung seine Ausgabe löste. p'? nach versammelten sich sämmtliche Deputirte der verschiedenen dazu gebildeten Vereine im Gemeindczimmer. Um 9Uhr wurde der Herr Oberrabbiner mit seiner Familie von dem Fest-Eomitö aus seinem Wohnzimmer in die unteren, neu decorirten Zimmer geführt. Hierauf begaben sich sämmtliche Deputirte in die Vorzimmer. Der Präses des Collegiums der Ae-ltesten begrüßte zuerst den Jubilar, indem er daraus hinwies, wie sämmtliche Gesetzesfeste mit dem Eintritt des Abends beginnen, so auch das heutige natürliche Fest, überreichte benrselben eine äußerst schön gearbeitete silberne Krone zur Ausschmückung der dem Herrn Oberrabbiner gehörigen n'o, mit der ebenso innigen als ehrenvollen Anrede: „Sie haben Ihr ganzes Leben der Erforschung und Ausübung der Thora gewidmet, gestatten Sie uns, Ihnen diese! Krone, die äußere Verzierung derselben als Zeichen unserer aufrichtigsten Verehrung darzubringen." Der Jubilar erwiederte darauf, wie sehr es ihm wohlthue, nach 25 Jahren seiner Amtsführung, die ihm gewordene Aufgabe, die Orthodoxie in der Gemeinde zu wahren, noch immer mit des Allgütigen Hilfe in ungetrübter Weise erfüllen zu können und hoffe er, unter Seinem Beistände, eS auch noch ferner zu können. Alsdann folgten die übrigen Deputaten, überreichten ihre Geschenke, verlasen ihre Adressen, hielten Anreden, die vom Hrn. Oberrabbiner mit beredten Worten ebenso treffend als. passend beantwortet wurden. Es würde mich zu weit führen, wenn ich Alles genau mittheilen wollte, genüge es daher, wenn wir die Reihenfolge der Geschenke nur kurz wiedergeben. Dem Aeltesten-Eollcgium folgten die 2'v'i; hieraus die verschiedenen Verwaltungsbeamten, die prachtvolle Moderateur-Lampcn schenkten; die Schlachterinnung überreichte eine silberne Büchse nebst Leuchtern; hierauf folgte eine Deputation von vielen Gemeindcmitglicdern, die eine sinnreich verzierte Mappe mit Werthpapieren gefüllt übergaben. Auf dem Deckel derselben befindet sich in photographischer Abbildung das Geburtshaus in Carlsruhe, die Klausnermohnung in Mannheim und die Nabbinatswohnung in Altona. — Diesen folgte eine Deputation aus Rendsburg, die dem Jubilar eine sauber und treu ausgeführte Ansicht des Innern ihrer Synagoge, die bekanntlich zu den neuesten und schönsten des Landes gehört, überreichten. ES ist der Moment der am 12. November 1845 geschehenen Einweihung gewählt, wo der Oberrabbiner im Orte vor versammelter Gemeinde und den der Feier beiwohnenden Ehrengästen die Festrede hält. Mehrere Figuren, u. A. die.des Jubilars, sind Portraits. Die Elmshorner Gemeinde ließ sich durch den Rabbinatsassessor I. M. Eohn vertreten, der im Namen derselben ein silbernes Schreibzeug darbrachte. Den Beschluß machte die Deputation der jungen Leute, die ihr sehr geschmackvoll und sinnreich ge-

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