Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1861)
- Date
- 1861-05-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2446984-2447004--00675-2455871- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
239 lichen Zügen verzeichnet ist, da ich wohl weiß, welchen beschwerlichen Mühewaltungen Sie sich bereitwillig unterzogen, um Ln den Geist der heiligen Thora einzudringen; in Dingen, wo Cie sich von der Wahrheit offenbar entfernen, kann ich nicht Nachsicht üben, ja in dem Maaße als mein Inneres von Liebe bewegt wird, muß das strenge Wort der Rüge meinen Lippen entströmen. Was muß ich zu meinem Leidwesen wahrnehmen! Eie wagen cs, Grundsätze der Halacha, die den Bergen gleich unwandelbar fest von jeher dastehen, die uns von Riph, Rambam, Rasch!, Tosaphot, Nosch u. a. m. als unantastbares, theures Erbgut tradirt wurden, für null und nichtig zu erklären! Wer vermag es zu leugnen, daß es eben die bezeichnet« Großen waren, die uns Wege gedahnt haben, auf denen wir es uns jetzt leicht und bequem machen können; ohne ihre classischen Vorarbeiten, ohne die leuchtende Fackel ihrer gediegenen Erörterungen würden wir uns wahrscheinlich noch heute vergeblich abmühen, die Eingänge zu unserer erhabenen Literatur zu finden. Die Vorschriften und Anordnungen unserer Alten sollten uns daher hoch und ehrwürdig sein; willig dürsten wir uns zu unbedingten Trägern ihrer Aussprüche hingeben, wie das Thier! geduldig seine Last trägt, ohne sich darum- Zn bekümmern) aus welchem Inhalte sie bestehe. Nun sehe ich «Her, wie > Sie rmit.dem Jngrimme eines reilenden Wolfes He geweihten und tröstenden Bande unserer .Tradition zu zerreißen drohen. Denn! nicht etwa gegen Dinge untergeordneter Tragweite richten Sie Ihre Angriffe,! es sind-vielmehr z gerade die solgeschwersten! Normen unserer mündlichen Lehre, die« Sie Si^ zur Zielscheibe Ihrer Giftpfeile auserkoren haben. Den Zierden unserer Vergangenheit rufen Sie dreist zu: Die Quellen, dis -ihr uns gegraben, enthalten, nur bitteres, ungenießbares Wasser, wahrend ich mit gewandter Meisterhand den Stein von der Oeffnung des Lebensbornes weggewafzt Habe! O könnte ich Ihnen doch meine Empfindungen nackt, ohne Hülle des Portch vyrsührcn, Sic würden dann erst recht erkennen, wie groß mein Befremden über Eie ist, daß Sie Sich unterfangen konnten, verleugnend Ihre Frömmigkeit, der wohlbegründeten Autorität unserer Poskim Ihre Einzelmeinuug entgegen zu halten und wegen einer Ihnen aufgetauchten Frage secundarer Bedeutung einen solch verderblichen Lärm anzuschlagcn.. In unserem in Bezug ans Thora gleichsam verwaisten Gcschlechte ist es unstreitig hohe Pflicht, uns an dir Worte unserer mit Liebe und Hingebung zu klammern, denn in ihnen lodert noch die Flamme, die am Sinai brannte; lassen mir dies aber außer Acht, geben wir sie Preis der massigen Phantasie jedes Ruhmsüchtigen, dann werden wir eS gar bald erfahren, wie jeder Unberufene sich seine eigene Anhöhe erbauet, um darauf dem Götzen seines Egoismus theure Opfer zu bringen*). ........ OMoSox-isr. HibelrmMt. Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: P. Habermann, Cultnsvorstand der isr. Gem. zu Aschbach, 10 fl. Gesammtsumme 6687,fl. Mu MMtk Annenunä MZMvoblwriHen ,! ,! in ZreuMem. l' ' .! ->i - I! i i - - ' - Durch -K..S. Salin, Vorsteher dev isr. Gemeinde zu Thsingen -(zweite Sendung):! Simon und Baruch!Hirsche Vorchheimer 10 Frs. — 4fl. 40 kr.; abz. -Vorjo 4 fl. 24 kr. Als Ergebniß einer Collccte in der isr. Gemeinde zu Ederheim 9 fl.; abz. Porto 36 kr. Durch Ortsrabbiner Löß >*) Anmerkung des Verfassers.!!7bige Darstellung, hie wir den No. 37 und 38 im Roda Bihuda I. O.. 6H. entnommen haben, erinnert uns unwillkürlich an ein ähnliches Stück 6rschichte, das vor nicht langer Zeit öffentlich auftrat. Herr Rabbiner Or. Zipfer such te nämlich im „von 6d»o»v)»" unfern Brauch der 'östlichen Grbrtrichtung als etwas, Unbegründete- und theilwrise Unbegreifliches ^arzustellen; die Stelle in A. B.?5. welche der Casuisiik zur Quelle dient, ist ihm nichts als eine wi^ige Svlpre, der jede praktische Bedeutung abzebet. Seiner Zeit habe ich! mich übet diese Angelegenheit näher ausgesprochen; aus Gründen jedoch, die anzuführen leine Veranlassung vorliegt, erschien die betreffende Arbeit nicht in den Spalten dieser geschähen Zeitschrift. Möglich bietet sich mir noch Telegacheit, hierauf zurückzukommen. (Der Herr Verfasser erweist dem vr. Z. viel zu viel Ehre, da er ihn mit R. Wolf ha Levi zusammenstrllt: Red.) .