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Der Israelit · 1861-05-08 · Heft 19 (8.5.1861) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 19 (8.5.1861)
Date
1861-05-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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23L 1848 von 13,000 auf 40,000 gestiegen sei. Auf die Bemerkung, daß Europa das Benehmen Ungarns in der Judenkrage mit Aufmerksamkeit begleite, erfolgte die lakonische Antwort: „Wir können uns Europa zu Liebe nicht den Juden aufopfern; Europa kennt unsere Verhältnisse nicht; die Juden sind bei uns sowohl in moralischer Beziehung, als auch hinsichtlich den, der städtischen Jurisdircction unterstehenden Angelegenheiten, eine separirte Bürgerschaft." ES ward schließlich eine Commission zur erneuerter! Untersuchung deS politischen Theiles der Frage niedergesetzt. Pe» h, t8. April. Graf Eduard Karolyi, Mitglied des Unterhauses, hat sich im Namen einer großen Majorität des gesetzgebenden Körpers für eine bedingte Emancipation der Juden ausgesprochen. Es herrscht darob ungemeine Entrüstung, und man sieht geharnischten Erklärungen entgegen. (N.-Z.) 1 Denk. Gegen die Zusammenkunft jüdischer Gemein de-Ab geordneten, die unter dem Titel der israelitischen Landcscommission in Pesch berathen wollten, welche Schritte in Sachen der Emancipation zu thun seien, erheben sich jetzt von allen Seiten Stimmen ihrer israelitischen Glaubensgenossen. Dieselben wollen weder von Petitionen noch von Compromissen irgend etwas wissen.. „Die Gleich be-. rechtignng (heißt es in den betreffenden Circularen) wird erfolgen, weil sie erfolgen muß." Schweiz. Von der Lirrrmct, Ende April. Die Berufung des Rabbiners W. aus M. in Würtcmberg, der im Gerüche der Neologie steht, auf die vereinigte Nabbinatsstelle Endin gen-Lengnau hat diese Gemeinden, wie wir uns aus eigener Anschauung zu überzeugen Gelegenheit hatten, in eine wahrhaft schmerzliche Situation versetzt. Es kaun dies nicht überraschen. Wer weiß, wie diese beiden Gemeinden in frühern Jahren, und insbesondere die Gemeinde Lengnau bis vor kurzer Zeit noch, das Glück hatten, von streng orthodoxen Rabbinern geleitet zu werden, «rr ferner weiß, wie die konservativ-religiöse Rich tung, die heißeste Liebe zur angestammten väterlichen Rtligion alle Schichten der jüdischen Einwohnerschaft beider Gemeinden durchdrungen und von Alt und (Hierbei ei Jung in Wort und That durchs Leben getragen wird, den kann die angedeutete Unruhe über die gedachte Besetzung nicht befremden. Diese Berufung geschah natürlich weder durch mittelbare noch unmittelbare Dethciligung der beiden in Frage stehenden Gemeinden; im Gegentheil, es ward in dieser Hinsicht unzweideutig die vorherrschende Meinung in einem offiziellen Akt manifestier. Es hakten sich nämlich auf die geschehene Auskündigung der Vacanz mehrgenannten vereinigten Nabbinats zehn, oder noch mehr, Rabbiner gemeldet. Von diesen wurden von der Känwnal-Regierung zu Aarau drei Kompetenten den Gemeinden zur Wahl präsentirt. Unter diesen dreien war ein vr. F. aus D. und auch der im Eingang erwähnte Rabbiner W. aus M. Ans der Wahlurne ging aber vr. F. fast mit Stimmeneinhelligkeit hervor und eine freudige Bewegung erfüllte die Leute, weil einläßliche Erhebungen Hrn. vr. F. als einen Mann ganz nach Wunsch erscheinen ließen. Die Wahl erhielt aber die Sanktion der Kantonalregierung nicht, und nach einigen weitem Manipulationen ward von dieser Kollegial-Behörde plötzlich Rabbiner W. berufen. Wie wir schon früher vernommen haben, soll letzterer von allen Bewerbern allein die Ehre genießen, mit dem Vorsitzende» Rath in Aarau zu gleicher Zeit in Tübingen die Universität frequentirt zu haben. — Der Berufene war Samstag den 20. d. M. wL'np *v in Endingen und predigte über den Text: Ueber den Gehalt der Predigt äußern wir uns nicht, da wir physisch abgehalten waren, zur Zuhörerschaft zn gehören. — Werden den Rabbiner W. gewisse äußere Wahrnehmungen vielleicht veranlassen, die ihm übertragene Stelle abzulehnen? Wir wollen sehen. Nach unserer Ansicht kann ein Geistlicher nur dann mit Segen wirken, wenn — Vertrauen seine Nabbinatsbcsohlcnen zn ihm erfüllt; es dürfen in den beiderseitigen religiösen Anschauungen keine unversöhnlichen Gegensätze vorwalten. Rußland. Warschau, 22. April. Eine betrübende Nachricht ist heute aus der deutschen Fabrikstadt Lodz eingelaufen. Ein jüdischer Fabrikant daselbst hatte ,e Beilage.)

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