Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1861)
- Date
- 1861-05-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2446984-2447002--00654-2455848- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
'220 gesichert. Er hat es noch erlebt, daß Zöglinge dieser Anstalt als Lehrer und Lehrerinnen in Israel die Wahrheit in ferne Gemeinden weiter verpflanzen, die sie in unserer Schule kennen und lieben gelernt. Und nach einem solchen freudevollen, gut und gewissenhaft benutzten Leben hat der nun Heimgegangene immer dem Ende seiner Tage ruhig entgegengesehen, welches für die Zurückbleibcuden nur zu frühe eintrat. Er hatte immer gewünscht, an einem Sabbat Zu i sterben und diesen Wunsch hat ihm Gott erfüllt. Nun ist er eingegangen -Lud Der Verstorbene hatte sich den -.ecr.i auf dem vd'.p rv2 verbeten, im Bewußtsein seiner menschlichen Schwäche und Unvollkommenheit. Ans ihn kann man den umgekehrten Spruch anwendcn r<LD .-r?x. Aber das unabsehbare Leichenbegängniß und die allgemeine Theilnahme und Trauer zeigten zur Genüge, wie Jedermann feinen Werth geschätzt hatte und wie er geliebt und geachtet war bei Jung und Alt. — Möge der allgütige Vater ihnen und vor Men seinen Kindern Trost und Stärke senden, und mögen Biele sich an Mayer Goldschmidt's Beispiel erwärmen, um; so für das Judenthum leben, wie er, von dem man sagen kann NV2 'Neu rv2 'L'L' rr.^. Nus dem Elferrat schon, tä April. Der von der ganzen; gebildeten Welt mit sq viel Theilnähme verfolgte Proceß gegen den Abbö Maltet mCambrai hat wohl nirgends einen so tief schmerzlichen Eindruck bewirkt, als gerade hier, da die so gräßlich schwer heimgesuchte, ja total rninirte Familie Blüth ans hiesiger Gegend, nämlich ans der Stadt Lengsseld stammt, woselbst noch nahe Verwandte derselben leben. Ohne auf die einzelnen, jetzt leider zu spät zu Tage getreteue» Scheußlichkeiten einzugehen, wollen wir hier Nur »mein wohlbegründeten Zweifel darüber geltend machen, daß der angeblich von London aus datirte Brief einer Frl. Sophie Blüth, die verschollen war, echt ist. Wie wir nämlich durch der ganzen Angelegenheit nahe stehende und unterrichtete Personen erfahren, befinden sich von den acht Lindern Blüth's sechs in Paris während die älteste Tochter noch im Irren- Hause sich befindet und deren Schwester Therese noch nicht aufgefunden ist. Sonach ist jener Brief von einer Sophie Blüth nicht geeignet, die gerechten Zweifel über das Schicksal der Verschollenen aufzuklären. (Did.) Preußen. Berlin, 19. April. Abermals macht das Herrenhaus der Regierung wie dem Abgeordnetenhaus einen Strich durch die Rechnung: eS empfiehlt durch seine Commission „mit sehr überwiegender Stimmenmehrheit" die Ablehnung des Gesetzentwurfs wegen Aenderung des Juden-Eides. Abermals also wird die Regierung daran gemahnt, daß mit diesem Herrenhause, wie es zur Zeit beschaffen ist, nichts in der Gesetzgebung erreicht werden kann! In wenigen Wochen ist die Landtagssession vorüber, und fragt man uns, was zu Stande gekommen sei, so suchen wir vergeblich nach irgend welchem erheblichen Resultat. (F. I.) Kv:n;;sberg, April. Sowohl der Ge- - burtstag nuferes erhabenen Königs als auch das Passascst ist diesmal in unserer Synagoge ohne' Predigt vvrübergegangen, allein gehoben und verherrlicht durch den vortrefflichen Gesang nuferes weit berühmten Cantors Hrn. Weint raub, dessen in Leipzig erschienenen allgemeiner Anerkennung sich zn erfreuen haben. Mit ihm, dem Sohne des einst in Polen gefeierten Käst an, der vor 20 Jahren hiersclbst seine Thätigkeit begann, erbielt unser Gottesdienst die eigentliche Weihe, und an seinen lies religiösen Melodien finden Fromme nnd Neuerer gleiche Erbauung. — Mau hat ermitttlt, daß hier bis jetzt circa 2 jüdische Knaben von dem Akte der Beschneidnng zurückgehalten worden sind, von denen mehrere bereits das t3. Lebensjahr erreicht haben. Es fragt sich nun, wie es mit dcrrn Bar Mizwah gehalten werden soll? Von unserm gottesfürchtigen Eantor W. hören wir wenig- , stens, daß er seine Mitwirkung dabei zn verweigern j entschlossen ist. — Wir haben nicht nm eine Anzahl neuer Repräsentanten bekommen, sondern haben ' auch Aussicht eine Anzahl uemr Vorsteher nächstens zu ertaltcn. welche beide dem orthodoxen Jn-! dcnthmn mehr, als die bisherigen entsprechen dmf-! ttn. So viel steht jedoch fest, daß Herr Dankdirekj tor Gabriel Obervorstcher der Gemeinde nnd (Hierbei eine Beilage.)