Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1861)
- Date
- 1861-05-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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219 auch, wo das nicht der Fall war, war ich« jeder Gedanke an Rache fern, wiewohl sie in seiner Hand liegen mochte. Dagegen kann man ihn wohl zu zählen, denn er war 2-vv 27r-x und suchte den Frieden zu vermitteln, wo er konnte. Seine Friedensliebe ließ ihn einige Augenblicke zögern, ehe er seinen Beitritt zur Religions- Gemeinde zusagte. Mer seitdem er ihr angehörte, gehörte er ihr auch ganz an, und seine Thätigkeit > für sie kannte keine Grenzen. Des Tags wirkte, § Nachts dachte er an sie, ihr Bestand und Fortschritt war von nun an mit seinem Leben verwebt.. Niemand übertraf ihn an Thätigkeit und marinem Eifer, Wenige kamen ihm gleich. > Mayer Goldschmidt war Mitglied aller hervorragenden Zweige der Verwaltung. Als Gemeindeglied zierte ilm Opferwilligkeit, als Vorstand kamen ihm und der durch ihn vertretenen Sache eine klare Anschauung, ein richtiges Gefühl, der ernste und gute Wille zu statte», während er nie auf seiner Meinung beharrte, wen» er eines Bessern belehrt zn sei» glaubte. Obwohl nicht eigentlich Beamter der Syngtzoge,^ war ihm die Sorge für dieselbe kemeHweges french. Aull) hier fand seine Meinung eine wohlverdient« Beachtung bei seinen College», und auch lneö Pacht«- fein Eigfluß sich in heilsamer .Weise geltend. Wo aber! der Verlust dieses waArn! Msineßi am empfindlichsten verspürt wird , düS isb Mfere ^Schule. Sie hat viel, sehr viel an May« Gvlh-. - schm idt verloren. Zn ihr concentrirt sich gleichsam! seine ganze Tätigkeit und nichts lag ihm so sehr -am Herzen, rvie sw. Er batte eS richtig erkannt, was, müsse die Schule einst für die Gemeinde,-! was; für das Zudenthum bedeuten, und darum MPp sie der Gegenstand seiner besondern Liebe und Sorgfalt. Es ist nicht leicht zu schildern, was die Schule an M. Goldschmidt hatte und was sie an ihm verlor. Man muß ihn selbst in dem Zirkel beachtet haben, in welchem er sich heimisch fühlte, muß dem Manne selbst ins vergnügte Antlitz geschaut baden, wenn er an Lm< Confcct unter die jubelnden Kindlein der untersten Elaste vertheilte, muß den fröhlichen Greis gesehen, habe», wie sein kindliches Gemüth sich selig unter der blühenden Schaar fühlte, oder bei den Prüfungen, wie er sich befriedigt und glücklich schätzte, wenn er die Ueberzeuznng gewann, daß all die Mühen doch nicht vergeblich seien. Hier hatte seine Liebe den dankbarsten Boden gesunden. Und Allen ward sie zu Theil, von dem redlichen, pflichtgetreuen, (christlichen) Schnlpedellen an, bis hinauf zu dem Rector der Anstalt, unserm ehrwürdigen Rabbiner, dein der Selige mit grenzenloser Verehrung anhing. Mit seinem Hintritt haben die Schüler einen liebevollen Vater, die Lehrer ihren besten und wohlmeinendsten Freund verloren, die Schule als solche ihren nnermüdetcn Versorger. Indem er so für Verbreitung der Thora wirkte, selbst Tnnd p2ip und >i' pn.12 war, indem er für den Gottesdienst im engern Sinne wickle, und so gern -.2n rov'22 übte, gehörte er zu den leider nicht mehr so häufigen Erscheinungen, die als Private die drei großen Senlen der moralischen Weltordrmng ,71-;:^ stützen halfen.! Aber, so hat eZ der allgütige Schöpfer eingerichtet. daß Schmerz und Trost hienieden wunderbar verschnnstert erscheinen, und die Wunde die er schlügt, auch ihren Balsam in sich trägt. Vor Allen erscheint uns M.nGoldschmidt nicht beklagenSrverth, s denn er sah sein Streben anerkannt und durch den! Erfolg glänzend l belohnt. Er hat .i'N genossen/ wie ,! Wenige; er hat dafür gejocht, daß der Geist, drc in ihm rvoynte'Pich wirfte, nicht verloren ginge, wenn! auch eis selbst nicht Mehr unter uns Endete; er hatte! die ^2r genosien in! einer Zeit, wo es keine so seltene Erscheinung ist , daß Kinder vornehm und in dünkelhaftem Bewußtsein einer hohen Bildung, gleichgillig -vonides Vaters Wegen abweichenj — daß. seine!Minder, 'Erben seiner Tugenden, auch in ihres Vaters! und des Iüdenthnms Geiste sortlebey und streben; er hat es erlebt/ daß unsere Gemeinde*) von den kleinsten Anfängen bis zu dem Punkte ge- -- langte, wo sie eine Zierde der Indenheit bildet. Ec hat noch alle unsere Institutionen in einer Vollköm-' jmcnheit! gesehen, wie st« nu^ in einer religiösen Gr- ' meinde gewünscht werden können. Er hat die Synaaoge und die Nnterrichtsanstalt in ihrer Blüthe ge- . ü-ren, und wußte ihren Fortbestand in der Zukunft I dcn LuS vollkm Herzen sagen: YX-,2" '.2^ 27tl22l? Ahn