Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1861)
- Date
- 1861-05-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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215 Existenz des Tempels knüpfte, nicht aber Ternmab, Maaßer rc.; denn es ist dieses in 2 Mischnoth (Bicknrim c. 2. M. 3. und Schekalini am Ende) Deutlich und klar ausgesprochen. Ja, selbst nach den Gesetzeslehrern, welche diese Verpflichtungen für die spätere Zeit als Derabbanan bezeichnen, knüpfte sich das nicht an die Zerstörung des Tempels, sondern an die fehlende Anwesenheit der Gesammtheit Israels im heiligen Lande. Der Ausspruch Fr.'s, daß die Halachoth über! Sabbat und Feiertage ans dem Munde der Sopherim hervorgegangen, Halachoth über die Feier des Sab-! bats, deren Ucbertrctung theilweise den Tod nach sich zog, richtet sich selbst; ebenso, was er gleich darauf über i'VN'pT, sagt. Wie denn eigentlich soll man Fr. selbst beim besten Willen verstehen, wenn er solche Dinge ausspricht? Haben die ' Sopherim, oder auch die Propheten diese Dinim gemacht, so fehlt der Religion Israels, das sie tragende Pnncip und sie sinkt zu einem bloßen Menschenwerk herab. — / Eine kennzeichnende Eigenthümlichkeit der Pr.'schcn Methode ist folgende. Es ist 'jedenr Anfänger Dckeinnt, haß sich in der talmndischen Literatur' zahllose, scheinbare Widcxsprüche finden; diese richtig DU lösen ist eine Hauptaufgabe des' talmndischen Etudirnns, und diese richtige Lösung ist ßasbenmßte Mel aller Mephorlchnn undPoßkim; bekanntlich sind! eS die Baale Tos aphot, die hierin das Meiste ge- - leistet haben. Es kömmt nun namentlich darauf an,! «nbcsangeu zu lernen, dH. nichts Fremdes hineinzutragen, sondern die anscheinend sich widersprechenden Stellen mit Hilfe anderer, ähnlicher Stellen aus jihr Ptinrip znrückzusühren und so vonjl AÜgeßjeineN ans das Besondere und Einzelne richtig zu würdigen und dadurch den gefundenen Widerspruch zw lösen -und zu heben. So hat alle Welt von Josua bin Nun und Athniel! bcn Aenas an bis auf unsre iTage gelernt. .Frankel aber will eine neue Bahn jervff^cn; er macht sich eine vorgefaßte Meinung, findet dann einen Widerspruch und löst denselben, ni cht objectiv, nicht aus der Sache selbst, sondern seinen inbjectiven Anschauungen gemäß. Wir nurdln hnvon irr, Verfolge unsrer Darstellung vielfache Beweise geben; hier gleich einen: . Fr. findet, daß Veth Echammai und Beth Hillel über Opservorschristen nur eine einzige Contraverse haben. (Fr. vergißt zu sagen „in der Mischnah;* denn die Gemara führt noch eine solche Menachot 63' an). Er schließt daraus, B. S. und B. H. haben sich mit Opservorschristen nicht beschäftigt. Ein völlig unberechtigter Schluß, der dazu angethan ist, unsren größten Lehrern einen Makel anzuhängen. Da haben wir also die snbjcctive Ansicht; von dieser ans wird mm von N. Elicser der Vorwurf (?) der Unselbstständigkeit genommen, daß er nämlich nichts gesagt habe, als was er von seinem Lel-rer gehört batte. Finden wir doch viele Aussprüche N. E.'s über Opservorschristen; woher soll er die gehabt haben, wenn er ein Schüler B. S. gewkürr? haben sich doch B. S. und B. H. nicht mit Opfervorschristen beschäftigt! — ergo, hat R. E. „selbstständig" geforscht. So geht das Naisonnement des Herrn Frankel; aus der selbstfabricirten, falschen Ansicht, daß sich , B. H. und V. S. nicht mit den Opservorschristen beschäftigt, werden wieder Trugschlüsse gefolgert; das sind die neuen, wissensäiaftlichen Bahnen, auf die mit Recht der BibelverS (V- B. M. 32. 17.) angewandt werden kann. -! Welch eine Anmaßung schon ist es, ^u sagen, Veth Schammai und Beth Hillel haben sich mit den Opservorschristen nicht, beschäftigt, N. E. habe den:- nach diese nicht vcm ihnen lemen können! es Herrn Fr. ausgefallen , daß sich von ihnen nur wenige Aussprüche über Opservorschristen - finden,! warum gibt er sich, da nicht selbst die naheliegende Antwort, daß -zu jener Zeit das Heiligthmn ^noch gestanden^ die Lpserpraris eine durchaus geregelte war und Eoütraversen darüber nur höchst selten stattfindcn konnten? Bei welcher Erklärungsweise mehr Pietät und , mehr echte Wissenschaftlichkeit herrscht, mag der Leser selbst entscheiden. jGcben wir sofort noch ein anderes! Beisvicl unsrer oben angeführten Behauptung.- Aus!S. 302. macht! Fr. die > Bemerkung, daß Chanukah nur vorübergehend in der Mischnah ermähnt wird und daß sich vom. Chanukahlicht auch nicht eine Spur in der Mischnah findet. (Sonderbarer Weise setzt Herr Fr., gleichsam, um sich selbst Lügen zu strafen, in Paranthese bei: i'v '"p,). Aus dieser Bemerkung folgert Fr. nun willkürlich, daß man