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Der Israelit · 1861-05-01 · Heft 18 (1.5.1861) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 18 (1.5.1861)
Date
1861-05-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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214 und Aetzerriccher und jüdische Jesuiten, und wie die schonen Dinge alle noch heißsk mögen. nicht bedenkend, daß alle diese Bezeichnungen für den vorliegenden Fall durchaus nicht paffen. Es hat uns demnach auch nicht Wunder genommen, daß man bereits begonnen hat, das oben bezeichnet« Merkchen und Feinen gelehrten Verfasser sofort nach dem Erscheinen zu schmähen; so häuft der berüchtigte Ben Chana rjah gleich eine Fluth von Schimpfreden gegen Schrift und Verfasser und zugleich gegen da» orthodoxe Ju'oenthnm, aber man hat es noch nicht versncht, die genannte Schrift auch nur mit einem einzigen Worte zu widerlegen. Im B. CH. No. 15 wird die in Rede stehende „Beleuchtung" „ein an Albernheiten und Schmähungen reiches Pamphlet" genannt: wir aber haben darin eine wissenschaftliche, und zwar echt wissenschaftliche Beleuchtung des Fr.'schen Werkes gefunden. Da das Merkchen hebräisch geschrieben, so wollen wir versuchen, dem Leser eine möglichst ausführliche Darstellung davon zu geben, soweit das in deutscher Sprache möglich ist; es wird dadurch zugleich ein Einblick in das Frankel'sche Werk gewonnen. Herr Dr. A. gibt keine eigentliche Necension des Darke Hamischna, legt nicht den Plan und die Ausführung Fr.'s dar, und bespricht demnach auch nicht die einzelnen Theile von allgemeinen Gesichtspunkten aus; er will nur einzelne Partien berausgreifen und an ihnen Nachweisen „daß Herr Vr. Fr. Vieles von Mischna, Talmud und den Rischonim übersehen und Anderes irrig ausgefaßt habe." Wer das talmudffche Studium kennt, wird wissen, wie schwer ein solcher Vorwurf trifft. Will Jemand über Etwas schreiben, so muß er vox Allem den Stoff gehörig bewältig: haben, über den er sein Urtheil fällt; will aber gar Jemand „neue Bahnen" eröffnen (die wir jedoch in Darke Hamischna nur in einer sich überschätzenden Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von Gemara und Mephorschim gesunden haben), so muß er die alten Bahnen mindestens genau kennen, ehe er sie verwirft. Wir müssen es gestehen, es wäre uns lieber gewesen, wenn Herr Or. A. eine regelrechte und gründliche Beurtheiluug des Ganzen geschrieben; doch wollen wir auch die einzelnen Geistesblitze, die Lu > der Beleuchtung leuchten, dankbar hinnehmen. Uebergehen wir den Nachweis, daß Herr Fr. die Göttlichkeit der Tradition leugnet. Wir haben eS bereits wiederholt ausgesprochen, daß die Sprache Fr.'s eine zweideutige ist und daß derselbe sich in eine Ansdrucksweise hüllt, die nur dazu angethan ist, seine Ansichten über gewisse Dinge zu verbergen; in jedem Falle bietet Herr Fr. nur „getrübtes Wasser, das den religiösen Tod der mit Durst davon trinkenden Schüler herbeiznmhren geeignet ist." Das hat Herr vr. A. wiederum bis zur Evidenz nachgewiesen und in dreier Beziehung bleibt die Frage, selbst nach der Fr.'schen Erklärung (siehe ' Leitart. zu No. U». d. Bk.), eine unerledigte; für uns ist heute der wissenschaftliche Punkt die Hauptsache. Wissenschaft und wieder Wissenschaft ist die Parole der Fr.'schen Schule; gönnen wir uns in : diese absolute Wissenschaftlichkeit einen tieferen Ein-' - blick: Herr Fr. führt (Z. 2.) die Einrichtung des auf die Sopherim zurück, während der Talmud Salomo als den Urheber derselben nennt (Jebamoth 2t"). Herr Fr. begründet diese seine abweichende Ansicht nicht mit einem einzigen Worte. Heißt Willkür Wissenschaft? Aus derselben Seite zählt Fr. die Tekanoth der Anl.he Ehnenet hagdor r aus; A. weist ihm nach, daß er mehr nicht auszählt als ja; er hat deren nur einige und zwanzig vergessen; Zahlen beweisen! Aus S. 5. will Fr. das hohe Alter einzelner Mischnah's dadurch erweisen, daß sie das Bibelwort erklärend anfnehmen; wiederum zeigt A., daß bedeutend mehr Mischnah's von Fr. übersehen als angeführt worden. — Aus Leite 16. des D. Hm wird Fr. ein nicht unbedeutender Schnitzer uachgewiesen, der Zengniß ablegt, wie die Liebe für ein vorgefaßtes System selbst die Angen der Gelehrten verblendet; es heißt dort nämlich, daß die meisten Hatachotb des Seder Seraim nur im heiligen Lande nnd zur Zeit des Tempels gebräuchlich waren. Ieder Anfänger aber weiß, daß die meisten Halachoth des Seder Seraim mit der Existenz des Tempels nicht im geringste« Zusammenhänge standen, daß nur das Bringen der Erstlingssrüchte sich an die

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