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Der Israelit · 1861-04-24 · Heft 17 (24.4.1861) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 17 (24.4.1861)
Date
1861-04-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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208 studium verdrängt und der Talmud muß sich mit den Abfällen des Stundenkatalogs begnügen. Gebe Gott, daß eS bald bester werde. Arsn Weiß. Frankreich. Die äll. isr. umvers. hat einen Dankbrief an den Bey von Tunis erlaffen, in welchem sie ihre Tendenz als darin bestehend angibt: „die Israeliten zu moralisiren" (xour moratwer vos irdres.) Heißt das nicht den jüdischen Namen entweihen und dem bharacter unsres Volkes einen Makel aufdrücken? Bedürfen wir erst dieser alliance, um „moralisch* zu werden? — Solche „Redensarten* in die Welt hinaus zu posaunen, ist gelinde gesagt ein unverantwortlicher Leichtsinn. — Ein sehr ^ehrenwerthes Mitglied deS neuen isr. ConsistorinmS äu Ikaut-Rlün, hat die Gründung eines Vereins zur Unterstützung der Wiitwen und Waisen der dortigen Nabbinen vorgeschlagen und hat selbst einen Beitrag von jährlich 1000 Frs. gezeichnet. Zugleich soll dem ehrwürdigen Oberrabbiner von Colmar ein jährlicher Zuschuß von 2000 Frs. durch den neu zu bildenden Verein geleistet werden. — Herr Achille Ratisbonne, Präsident deS isr. Sonsistoriums zu Straßburg, steht im Begriff sein Amt niederzulegen , weil sein getaufter Bruder, der Abbe Theodor Ratisbonne unlängst beim Proceß Mall et eine so traurige Rolle gespielt hat. (Nach dem llniv. isr.) Asien. Jerusalem. Am Neumondstage des Monats Nissan wurde unter großen Feierlichkeiten der neuerwählte Chacham Baschi (Oberrabbiner), R. David CH as an in sein Amt eingesetzt. 'Amerika. BslLiWrre. Unser verehrter Rabbiner, Herr Dr B. Jllowy, durch Gesinnungstüchtigkeit und tiefes und ausgebreitetes Wissen gleich ausgezeichnet, hat einen Ruf nach der bedeutenden isr. Gemeinde zu Rew-Orleans erhalten und angenommen. So (Hierbei ei sehr wir den Abgang des Herrn vr. I. von hier auch bedauern, können wir doch ihm und seiner neuen Gemeinde zu der beiderseitigen höchst glanzenden Acquisitkon nur Glück wünschen. (Nach dem Äk088.) Ferrilletor^ GeMckte unck Isge cker Msnüsurkr Juckenim MIKlsltU. Dvn G. L. Kriegt. (Fortsetzung von Nro. 15.) Läßt sich in diesem Falle die den Juden drohende Gefahr nicht einmal entfernt vermuthen, so vermag man eS dagegen um so bester bei einer anderen Gefahr, in welche dieselben im October oder November 1390 kamen. Damals mußten die Juden während eines TurniereS, das in Frankfurt gehalten wurde, durch die Söldner geschützt werden, und diese ihre Beschützer lagen wieder in einem am Beginn des Judenquartiers stehenden Hause, nämlich im Stolzenberg. welches entweder das Haus Na. 21 der Fahrgaffe, oder das auf dem Garküchcnpkatz gekegene Haus No. 9 war; aus der Zahlung für dasjenige, waS jene Soldner verzehrten, geht übrigens hervor, daß der Schützerdienst derselben damals nur ein oder zwei Tage gedauert hat*). Der Grund, warum man damals währen» eines Turnieres besondere Maßregeln zum Schutze der Juden ergreifen mußte, ist leicht aufzufindeu. Anderthalb oder zwei Monate früher hatte König Wenzel durch einen Act schreiender Willkür alle Schulden, welche Neichsstände bei deutschen Juden gemacht hatten, für getilgt erklärt, und dabei sich selbst gewisse Procente von allen diesen Schulden Vorbehalten. Diese Maßregel traf die Frankfurter Juden, unter welchen damals mehrere sehr reiche Leute waren, recht empfindlich. Der *) Stadt -- Rechenbuch von 1390: ,2t Scbillinz 2 HrUer vrrtztrten Hans SSir, Irül Nuhuß unv ire zrseün z« stoltzene Beilage.)

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