Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 17 (24.4.1861)
- Date
- 1861-04-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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207 noch Charaktere in Israel, cs gibt auch in unserer flatterhaften Zeit noch schöne Beispiele der Liebe und der Treue. Ich sehe aber auch von Tage zu Tage mehr und mehr die Wahrheit des von Ihnen in einem Leitartikel der zweiten Nummer Ihres Blattes mit zündendem Feuer, mit Energie und Klarheit vertheidigten Satzes, das; es unter gewissen Verhältnissen unumgänglich nothwendig ist, wenn j das Gewissen keine Gemeinschaft mit frivoler und ' indifferenter Gemeindcverbrüderung zulügt, so wehe es auch tlmi, von langjährigen Genoffen oft mit ties innerlichem Sc-elenschmerze, der sogar im Fa.ni- , lienverhältniffe gar ost tief einschneidend ist , sich zu ' einer besonderen Gemeinde zu constilniren; ich sehe immer mrhr und mehr die zwingende Wahrheit dieses Satzes ein. Ein längeres Zuiammeügehen mit! einer Gemeinde oder vielmehr mit einem Gemeindevorsiande. denn nur dieser hat sich dieses wenig bencrdcnswerthc Denkmal gesetzt, nur dieser, von welchem das Heiligste, Höchste und Edelste mit Hohn, Verachtung und Impertinenz behandelt wurde, der sich alle Tage in die Gewissensruhe eines so großen T heiles der Gemeinde, wie sich gerade jetzt hcraussiellt die brutalsten Eingriffe erlaubt; mit einem solchen Vorstande ist ein Zusammengehen und Zusammenleben unmöglich und es z heißt daher -r^xr; ^>:x7! '7<-.x 7>-2 x^ — Die neu constituirte Retigionsgesellschaft mit dent Hrn. Oberrabbiner 1)r. G. an der Spitze gibt ein großartiges Beispiel davon, was der Mensch karr», wenn er will und ganz besonders, was der Ichndi kann, wenn er seine jnnd schützen will. Wie Ein Mann kämpft diese herrliche Neligiousgescllschaft um ihre Gewissensfreiheit!, um ihren Glauben, - um ihren;:r"X7 geliebten Rabbiner. Es stehen, Gott sei Tank, Männer vom echten Schrot und Korn, von echtem jüdischen Geblüte an der Spitze, Männer, welche, wie dieses heutzutage Wenige thun, von den Gütern, mit denen sie der Allgülige gesegnet hat, den höchsten und edelsten Gebrauch mach'-n 7I-1.-.7- Als Zeugnis; von dem großartigen, universellen Standpunkte und von dem sichern Takte, mit welchem diese Religionsgesellschait ohne die großen Opfer zu scheuen, die Reorganisation des jüdischen Lebens an der Wurzel angrcift, dient der nngst für die von ihr ins Leben germene echtjüdische uird zugleich zeitgemäße Unterrichtsanstalt ansgeschriebcne Eoncurs, welcher nächste Veranlassung dieser Zeilen ist. In demselben werden 4 Lehrer mit einem Durchschnittsgehalte circa von 200 fl. gesucht, und es ist unter diesem so ehrenvollen Documente einer jener oben angedeutcten Ehrenmänner, deren 2iamen ich nur sehr ungern, aber überzeugt, daß ihnen diese Diseretion lieber ist, verschweige, unterfertigt. — DaS ist echtes jüdisches Handeln; eine Gemeinde erziehen für Gott, für die tinvx und für die bürgerliche Gesellschaft. — Der allgütige Vater im Himmel wird diese wackere opsermulhige Religionsgesellschaft in Seinen erhabenen Schutz nehmen, und sie wird, wie dieß bei allen ans diese Weise gebildeten Gemeinden der Fall ist, die Freude haben auch den andern Theil der Gemeinde durch die Macht der Wahrheit zu sich herüber zu ziehen. Dank, tausend Dank Ihr edlen Männer! Erschlaffet nicht; nächst dem Bewußtsein einer so großen That, möge auch das der Sympathien von euren Glaubensgeiiosien euch stärken und kräftigen zur Aussüh- ' rung des Werkes, das ihr ja nicht um euretwillen,! sondern um unserer heiligen Religio nsnbnng willen! so energisch unternommen: 'xp x^ x->s-x 'xj? xllnip. - Nachschrift. Soeben höre ich, daß'in diesen I Tagen 25 Mitglieder aus dem jenseitigen Lager in! die ueuconstitnirte Religionsgesellschaft übergetreten ' sind, wodurch die oben ausgesprochene Hoffnung sich! bereits zu rcalisiren beginnt. — Ich benutze zugleich die Gelegenheit zur Ergänzung meines in No. 1!! und 1! erwähnten Monitums, und bemerke, daß : das dort Angeführte nicht allein Raschi, sondern auch . die x^-r: daselbst betrifft. I. H. i Ältoferr, im April. Uiffre altberühmte Ge-! n'.einde mar dereinst der Mittelpunkt des jüdischen! Lebens in Ungarn. War dereinst! — sie ist es! nicht mehr; seit mehr denn 25> Jahren haben wir i keinen Rabbiner und seitdem geht Alles rückwärts:! Thora, Abodah und Gemilüth Ehaßadim!. Die fremden Armen erhalten nicht mehr die Freikost, die kleineren Synagogen sind-sämmtli-.h geschloffen, der Ernw hat anfgehört zu eristiren, die Legate der Verstorbenen für -.wr> sind wie ihre Stifter meistens heimgegaugen und in unsrer Mnsterhauptsä)»le hat Gesang und Zeichnen das Thorah-