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Der Israelit · 1861-04-24 · Heft 17 (24.4.1861) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 17 (24.4.1861)
Date
1861-04-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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205 Ziel ihrer Bestrebungen angeben; würden sie vor aller Welt Augen die Consequenzen ihrer religiösen Denk- und Handlungsweise verfolgen: wie würden so Viele ihrer Bewunderer von ihnen abfallen und vor der Kluft, die sie von ihren Gefeierten trennt, zurückschaudern! Wie würden so Viele zur bessern Einsicht gelangen und den Gifthauch fliehen, der aus dem trügerischen Munde ihrer Verführer zu ihnen dringt! Wie würden so Viele sich überzeugen, daß jene Tageshelden, wenn auch das Feld profaner Wissenschaften von ihnen fleißig bebauet wurde, das der Religionswissenschaft brach liegen ließen und dasselbe daher mit Dornen und Disteln bewachsen ist. Darum lasset uns Conservativen eine scharf markirte ideelle Trennungslinie zwischen uns und unfern Gegnern ziehen. Führen wir in religiöser Beziehung zwischen uns und ihnen eine Scheidewand auf. Hören wir zwar nicht aus, sie als Menschen, als Brüder, alS Stammgenossen, Manche derselben auch als Prosangelehrte, als Vertheidigcr jüdischer Interessen zu betrachten und zu achten; aber als Thoragelehrte erkennen wir sie nicht an. Ziehen wir vielmehr ihre Thoraunwissenheit, ihre absichtlichen Täuschungen,! ihre Entstellung der j Wahrheit an das Tageslicht und fahren wir fort, ihrem religiösen Thun und Treiben den Nimbus zu entziehen, mit welchem sie sich umgeben.^ Drangen wir sie fort und fort zu einer unzweideutigen Erklärung über das Ziel und Ende ihrer resormatornchen Thätigkeit. Erwecken wir in ihnen den Muth, die von ihnen breit getretene Bahn der Zersetzung mit Entschiedenheit und Standhaftigkeit bis zu ihrer äußersten Eonsequenz zu verfolgen. Rufen wir ihnen zu: „ist der Ewige Gott und ist sein göttliches Wort ewig, so wandelt ihm nach; ist der Baal — Zeitgeist, falsche Aufklärung — Gott und sein wandelbares Wort göttlich, so wandelt ihm nach"! — Aber auch an uns Eonservative ergeht derselbe Ruf zur Entschiedenheit, zur Consequenz, zur Ausdauer. Kenre Halbheit, kein gu.->te-ntt!i<nr, keine Nachgiebigkeit hinsichtlich der Thorapsiichten, kein Anschmicgen an antijüdischc Sitten und Gebräuche! — Das sei die ideelle Trennung, die wir auszusühren uns bestreben, der Kamps, de» wir unermüdlich sortictzen sollen; damit das verderbliche Geschoß unserer Gegner an unserer Standhaftigkeit abpralle; damit ferner jeder Unbefangene jedem Unbekannten von der Stirne lesen könne, zu welcher Fahne er geschworen, vx und einen Ueberfall, eine Kriegslist nicht zu befürchten habe. Nur durch eine solche Trennung, bei welcher in dem einen Lager 'X2i ganze, consequente Frömmigkeit herrscht, im andern 2".i Hz ganze, consequente Unsrömmigkeit, werden die gegenwärtigen Wirren zu ihrem Endziele geführt. Vielleicht, vielleicht — das gebe Gott! — befinden sich auch im gegnerischen Lager noch Solche, die sich aus Mangel an Vorsicht vom Strudel der Lüge Hinreißen ließen, ohne über die natürlichen Folgen ihrer Unbesonnenheit sich Rechenschaft gegeben zu haben; Solche, die, wenn ihr Blick hierauf gelenkt wird, noch Sinn genug für die Wahrheit besitzen und — o welche beseligende Hoffnung! — den Rückweg antreten. Jedenfalls aber müßte die ideelle Trennung, wenn Persönlichkeiten, Spott, Schimpf, Leidenschaftlichkeit vom Kampfplätze fern bleiben, heraus stellen, auf welcher Seite ein ist. Den Vorzug räpmen wir Conservativen uns aber ein, daß wir das Endziel unserer Bestrebungen nicht erst anzugeben, vielweniger erst zu suchen haben. ES ist die Erhaltung der in Lehre und Gesetz, in Schrift und Ueberlieserung ausgedehnten Thora und sie zur praktischen Geltung zu bringen. Möchten unsre Brüder im andern Lager das Endziel ihrer Bestrebungen eben so unzweideutig angeben und konsequent verfolgen, und eS wird sich bewähren: „Bon jedem Endlichen sehe ich das Ende; ausgedehnt aber ist Dein Gebot gar sehr.? Lowknjlcin, Bezirksrabbiner. Ortkoclor-iZr. MklrrnjM. Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: Gebrüder Stadler in Steinamanger 30 sl. oft. W. Ein Ungenannter 10 fl. Earl Heller von Oppenheim 30 kr. beim Ausruf zur Thora. Durch Rabbiner M. Schick in St. Georgen bei Preßburg: von ihm selbst 1 fl. öst. W. 5 jl. öst. W.; zusammen 6 fl. öst. W. Gesammtsuiiunr 0003 fl. 7 kr.

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