Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 17 (24.4.1861)
- Date
- 1861-04-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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203 dern ihm anvcrtraute Gut nicht autasten, um da-! mit zur Erreichung des vorgcsieckten Zieles beizn- - tragen. Das- Iudenthum ist ein von Gott uns anvertrautes Gut; der Jude ist bei seinem Eintritte . in die Welt schon verpflichteter Jude; wie dürste er! auch nur rin TbeilLen seines IildentlmmS, seiner Gotteslehre, oder seines Gottesg,Netzes, vcrnustern? Darum. hinweg mit der Täuschung, der Conservatismus könnte sich mit der Neologie verständigen. Ja, sogar Letztere kann hierin;nr Nachgiebigkeit die Hand nicht bieten, so lange sie nicht osten und sreimüthig erklärt, dost nach ihrer Anschauung der gesetzliche Tbeil der Tbora nur eine Puppe, nur ein Steckenpferd, für welche spielende Kinder bei zunehmender Reise immer gleicdgiltiger werden, bis sie endlich diese Spielsachen in einen abgelegenen Winkel werfen. — Man halte dieses Gleichnis; nicht kür zn grell. Man gehe die Annalen der Neologie durch und sehe, wie mit 7mm-, mit mit mit.-.d-:, mit Tu-, mit .-2w x. ein Svicl getrieben wird; wie dem EomervatiSmuS Nerv um 'Nerv. Ader um Ader abgeschniMn. und nur, um eine ganchiche Verstümmelung, oder eine Verblutung zu verhüten, mit einem staben ans dem Gewebe der Acschetik und einer vorgeblichen Pbilantropie die noch vorbandenen jüdischen LebenSfasern unlinbundev. werden sollen. Warum hat man den Mull: nicht, dem speemich jüdischen Gesetze den Todesstof, zu geben, anstatt demselben ein schleichendes Gift bnznbringen? Man will aber vor den Angen einer geblendeten Menge als vollblütiger Jude erscheinen, nur mehr Vertrauen, melr Eingang zu finden; wie könnten nun Eonseirative, abgesehen von ihrem religiösen Standpunkte, einen Vergleich mit Deslrnc tiven eingehcn, da im Voraus an der religiösen Aufrichtigkut und 3stdltchk.it der Letztern mehr als zu zweifeln ist? — 'Wersen wir ferner einen Blick aus die vor ungefähr 7tt Jahren begonnenen rcsormotorischen Bestrebungen. Was damals als Reform verschrieen und am> feindet wurde, wird jetzt kaum der Beachtung werth gehalten; und wie wird eS in weitern 7tt Jahren feind Wird die Kritik ans dem Boden der Religion fortwährend gehegt und gepflegt, welche Gestalt wird die praktische Thora nach einem Menschenalter haben? 'Was htNte noch von einem Heiligenschein umgeben ist, kann schon nach einem Decenninm als antiguirt betrachtet und als „geschmackwidrig" belächelt, verhöhnt werden. Wer bürgt nnS dafür, dast der in andern Beziehungen immer fortschreitende Menschengeist vom GotteSgesetze nicht so viel und so oft subtrahiren werde, bis Alles, ohne einen Nest zu lasten, „nnfgebt"? Wer könnte sich der Furcht erwehren, die RiesenschrittSmänner könnten bald den Antrag stellen, mit dem alten GotteSworte tabula rasa zn machen und „schmackhaftere" Speisen dafür anszutragcn? Wo soll menschliche 'Weisheit aushören und Gottes Weisheit ansangen? Wie kann also für alle Zukunft 27:77 X2 x7m -71 — eine Uebereinkunst cndgiltig abgeschlossen werden? Oder soll mit jedem neuen Stadium der Kritik, mit jeoer Frühgeburt einer Hypothese, mit jedem gehätschelten PhilosoplnSmus; wenn nicht gar mit jedem veränderten Geschmacke, jedesmal wieder zu Gericht geststen und über Leben und Tod dieses oder jenes GottesworteS abgeurtheilt werden? Welcher Unsinn würde DieieS sein.' Wir sehen hieraus, dast ein .jur-tt'-milien, die Hoffnung ans einen Friedcnstraclat, eine dauernde Abfindung w.it den Neologen, ein sich nicht rcalisirender Tranm, ein Hirngespinnst ist. Eben so wenig können wir einer der Parteien das Prognostikon stellen, sie werde über die andere die Herrschaft erringen. Ta, wo eine so weite Linst zwischen beiden sich auSbreitet; wo es sich nicht um '2 und um Auktion der liturgischen Verrichtungen u. dgl. bandelt, vielmehr um Sein oder 'Nichtsein deS ReligionSgesetzeS; wo Dieses von der. Einen als etwas Gegebenes, von der allerhöchsten Autorität Gegebenes, von den Andern als ein Werk aufgn'astl wird., an welches gebrechliche Meuichenvernnnft den Probierstein anlcgen darf über Echtheit - cMr Unechlheil, über Wahrheit oder Lüge, über Dauerhaftigkeit oder Wandelbarkeit: wer sollte da nachgeben; wer seine Ueberzcugnng der ' des Andern zum Opfer bringen? Die Eonselvatioeil können es nicht, ohne ihren Glauben, ihr Heiligstes anszngeben; die Testruetiven dürfen es nicht, wenn sie ihr Idol — Aufklärung — nicht verleugnen wellen.. Was Jene unter .-,2-.-. 7-^2 7x verstehen (7^2 m-2: 22-22;-22), eben dastelbe ver- . stehen ja Diese unter .-.2-.-. '.-,2 7x. — Zu diesen diametralen Gigcnsätzen gesellen sich oft noch Eigendünkel, Erbitterungen, Anfeindungen und Lei-