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Der Israelit · 1861-04-17 · Heft 16 (17.4.1861) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 16 (17.4.1861)
Date
1861-04-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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197 Hinsicht der Einäscherung des Tempels geht sein Bericht an der Hand des Josephus mit einigen abweichenden Nüancirungen und Verwebung talmudischmidraschischer Berichte. Grätz erzählt*): „Die Römer hatten die Belagerungsmaschinen gegen die Außenwerke des Tempels aufgestellt und sechs Tage lang (2—8. Ab) unaufhörlich gearbeitet, ohne die Mauer erschüttern zu können. ..Da gab Titus den Plan aus, den Tempel zu schonen und ließ dessen Augenmerke in Brand stecken. Aber, als bereuete er diesen Schritt . . . befahl er wieder den Brand zu löschen. . . . Die Belagerten machten am 10. Ab einen neuen Ausfall gegen die römische Wachen an den Maschinen, wurden aber geworfen und verfolgt. In dieser Verwirrung ergriff ein Römer ein brennendes Holzsinck, ließ sich von einem Gefährten in die Höhe heben und warf es durch das sogenannte goldene Fenster in den Tempel. Das Holz der Tempelzellen sing Feuer und wälzte den Brand mit Windcsschnelle nach allen benachbarten Räumen und die Flammen schlugen in die Höhe**)." Rach diesen Vorbemerkungen geben wir zu der tief gelehrten, belehrenden und sehr interessanten Arbeit im „Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars" . . . Breslau . . . 27. Januar 1801. „Ueber die (fbronik deü Sutpicius Severus'")." Bon vr. I. Brrnays. über, und alles Sonstige als nebensächlich und nicht hierher gehörig betrachtend, geben wir in gedrängter Kürze, soweit die Grenzen dieser Blatter es gestatten und es für dessen Leser von Interesse sein könnte, alles im Auszuge, was die Vernayö'sche Forschung bezüglich der Einäscherung des zweiten Tempels bis zur Gewißheit klar beweist. > (Seite 49.) „Als Jerusalem siel, war das römische Kaiserthum und sein unzertrennlicher'Begleigut mit den erforderlichen Legionen hätten besetzt werden können, wie das unterworfene Alexandria und die Insel Pharos. . . Wirklich müssen auch späterhin, als die kriegerische Hitze abgekühlt und die Herrschaft der ersten Flavier sowie der Ruf ihrer Milde befestigt mar, solche Fragen der ruhig nrtheilenden Welt sich aufgedrängt haben; und die Antwort, welche Titus entweder selbst gab oder gern gegeben hörte, liegt uns in seines Clienten Josephus Beschreibung des jüdischen Krieges noch jetzt vor. .. . Josephus schärft es bekanntlich seinen Lesern wiederholt ein, daß die Römer auf Befehl des Titus alles anfgeboten HAZen, um die Stadt und vornehmlich den Tempel zu retten; die verzweifelten Juden selbst hätten mit dem Anzünden der Tempclhalle den Anfang gemacht (Belt. 2, 9.); und die schließliche Verwüstung sei durch ein brennendes Scheit herbei geführt worden, welches ein römischer Soldat beim letzten Sturmangriff ungeheißen durch ein Fenster in das Innere veS Tempels geworfen .... und die spätere von ihm (Titus) selbst geleiteten Löschversuche seien erfolglos geblieben (Bell. VI. 4, 5.). So möglich dies Alles klingt, so auffallend muß eS erscheinen, daß in der Verwirrung des Sturmes, die gerade Josephus als überaus entsetzlich schildert, dergleichen Einzelnbeiten mit solcher Genauigkeit bemerkt werden konnten; man wird daher, gemäß den sonst gellenden Regeln bistorischer Kritik, auch hier die Thatsächlichkeit alles seiner Natur nach schwer auszuwittelnden Details ans sich beruhen lasten, wird in der Erzählung des Josephus nur eine von Titus approbirte Version erkennen, und statt viel zu forschen, auf welche Art während des Sturmes der Feuerbrand geworfen worden , wird man die Frage zurnckverlegen in die Zeit vor dem Sturm und wird zu erfahren suchen , welchen Beschluß der' römische Kriegsrath, der eine Entscheidung über diesen ter, das stehende Heer, bereits ein ganzes Jahrhun- ' Punkt doch nicht umgehen konnte, gefaßt hat, ob die dert alt; man sieht nicht ein, warum das unterwor- ' Anordnung des letzten Sturmes von der Absicht befene Jerusalem und die Burg Antonia nicht eben so! gleitet war, den Tempel zu schonen, oder ihn unter! , allen Umständen zu zerstören. (S. 50.) Drei Nnsich- Das 444 : ten erzählt er (Joseph. Bell. Vl, 4. 3.) seien im ") Jostph. Jüd. K,i,gt 4. i-k. Kriegsrath vorgebracht worden. . . . Aber zwei Anlieber dir bisher gangbare Betitelung: Historia Soera sichten gegenüber habe TituS, und da drei V0N- »der Sarra Historia; siehe „Anhang' zu dieser Arbeit. j sechs Stimmführern der Versammlung ihm beigetre «Beilage ,u Nro. I« des Israelit.)

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