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Der Israelit · 1861-04-10 · Heft 15 (10.4.1861) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 15 (10.4.1861)
Date
1861-04-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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165 Hat sich auch des Schicksals Rad gewendet Und ein schönres Loos nun unser Harri: Ist der Schmerz dennoch nicht ganz geendet, Den wir, ach, empfanden einst so hart. Ewig kehrt er, wenn auch immer linder, In Erinnrungszeiten noch zurück, Die zur Schwermuth stimmen Jakobs Kinder, Und verschleiern dunkel unfern Blick l Denn des Omers gegenwärt'ge Tage, Die der Jsra'lit alltäglich zählt, Mahnen uns an unsre Lebensfrage, Die zum Ernste unfern Busen stählt. Denn die Tage, wer vermag zu zählen, Ohn' zu werden wehmutbsvoll gestimmt? Den Gedanken Niemand kann verhehlen, Daß nur kurz das Lebenslicht uns glimmt! Fühlbar wird uns dann des Daseins Kürze, Wie es schwindet wie ein Nichts dahin, Und des Lebens schönste Freudenwürzen Bringen nichts als trüglichen Gewinn! Nichts auf Erden bleibt in seinem Glanze, Auf den Morgen folgt des Todes Nachts Strahlt das Leben auch im Rosenkränze, Bald zum Grab wird welkend er gebracht! Doch nicht'dürfen wir dabei verzagen, Hoffnung muß beleben unfern Muth Müssen wir auch kämpfen viel und wagen. Bis in unfern Adern starrt das Blut: s . Bricht uns dann ein Offenbarungsmorgen ' Nach des Lebens Ausgang leuchtend an, Der besel'gend hält uns wohlgeborgen, Auf des Himmels sternbesäter Bahn!! Jadann zeigt sich uns das ew'ge Wesen Strahlender denn einst ans Horebs Haupt, Als Vcstraser, Rächer jedes Bösen, Wie belohnend, die au ihn geglaubt! Und die Tugend schwelgt irr höhern Wonnen - Ganz gemäß dem großen Lebenskampf, Doch das Laster ist in Nichts zerronnen, Aufgelöst wie leichter Ncbeldampf! Darum soll des Omers Tagezählen Aorbereiten uns aus unser Ziel, Daß wir uns den Glaubenspfad erwählen, Fliehen ganz der Sünde eitles Spiel; MeiLage zu Würdig hier ans Erden anzubahnen Uns des Jenseits Offenbarungsfest, Wandeln gläubig in der Thora Bahnen, Bis an unsres Daseins letzten Nest! Und in Wonne wandelt sich die Trauer, Trübsal löst sich auf in Festlichkeit, Fest und stark gleich einer ehrnen Mauer, Trotzen wir dem rauhen Zahn der Zeit, Dis die Völker werden um uns schlingen Dann das Band der süßen Harmonie, Die uns eine schönre Zeit wird bringen, Wo der Völkerfriede endet nie! vr. Aron Hirschsrld. Gefcluclile unä Inge cker A'nnkhrrter Zullen im MittelnltG Von G. L. Kriegt. (Fortsetzung.) Gehen wir in der Geschichte der Frankfurter Juden weiter, so ist das Jahr 1305 nicht nur wegen des Ausstandes der Zünfte eines der wichtigsten in der Frankfurter Geschichte, sondern zugleich auch in Betreff der Frankfurter Inden ein wichtiges Jahr; denn diese regten sich damals ebenfalls, und einer von ihnen war, was bisher unbemerkt geblieben ist,! vielleicht sogar; bei jenem Znnfte-Anfstande betheiligt. Es böstndet sich nämlich! in dem Stadt-Nechnungsbuch von 1300 eine detaillirte Angabe des Erlöses von der verkauften Habe mehrerer Haupttheilnehmer am Zunst-Ausstande, die sich der gerichtlichen Untrrsu-! chung und Bestrafung durch die Flucht entzogen hat- : ten, und zu welchen bekanntlich auch der Stadt-! Schultheiß Heinrich im Saale gehörte'; mitten in! diesem Verzeichnisse findet sich aber folgender Posten: j „800 Gulden von Mackis wegin des Juden alß he gesangin waz^" Dies kann doch nicht anders vers standen werden, als daß entweder der kgenannte I Jude auf irgend eine Weise in jenen Ausstand verwickelt war, oder daß zu gleicher Zeit mit den - Zunftunruhen auch die Frankfurter Judenschaft in! Bewegung war, um gleich den Zünften sich eine größere Selbstständigkeit zu verschaffen. Gegen die erstere Auslegung, welche allerdings etwas sehr Be-! sremdliches an sich hat, würde der Umstand nicht 18 Isrsslit»)

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