Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1861)
- Date
- 1861-04-10
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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L84 llchen Charakter hatte. Siona ist jetzt für wahnsinnig erklärt. Elisabeth, welche ihren Verstand wieder erlangt hat, wohnte der Verhandlung bei und gab Zeugniß zur Unterstützung der zur Last gelegten Entführung. Viele andere Zeugen, unter ihnen die Oberen des Klosters, bestätigten die wichtigsten^ Hauptungen der Anklage; der Gerichtshof fand Mall-t mit verringernden Umständen für schuldig und verurteilte ihn zu 6 Jahren Gesangniß. Feuilleton. Das Gmersriklen. Warum wandelt mit gewesenem Schritte Trüb und ernst der Jsra'lit einher? Frohsinn wohnt doch jetzt in jeder Hütte Ausgegossen ist ein Freudenmeer! l Alles schwelgt in wonnigen Gefühlen, . Athmet froh im Reiche der Natur, . Denn der Lenz mit seinen Farbenspielen. - Stimmt zur Freude jede Kreatur! / Und der Jsra'lit, er sollte trauern Jn^eS Frühlings heitrem Sonnenschein? . i Wannn ^dringt in seine düstern Mapery! s! '! Nicht jetzt^ Heiterkeit u,ld Frohsinn! ttNZ Singt bezaubernd doch die süßen- LieÄ j, , - , Philomele durch den grünen Wald, ^, Und nur Wonne hallt das Echo wieder, - / / , . Wenn in Lüsten ihr Gesang erschallt!? ,! 'l,! l!.>!! Er jedoch muß jede Freude meiden,, DH jetzt fluthet durch die weite Flur> , i Kaum j darf sich vergnügt sein Augenweiden . An dem Zauberreize der Natur!!!! j Denn verstummt sind seine Freudenklänge Jü dem «nisten, heü'gen Gotteshaus, :' , Und jdie sonst so frohen Lobgesänge i' -jljj Strömen jetzt nur Schmerzgefühle aüS!! Selbst der Bränt'gam kann nun mehr nicht führen Seine Braut zum Hochzeitszelte hin. Denn verriegelt sind der Freude Thüren Düster lagert sich der Schwermuth Sinn, (Hierbei Durch des Ernstes wohlverschloss'neS Gitter, Das die Zeit gelegt um unsre Brust, Dringt nach unsrer Leiden Ungewitter Spärlich jetzt ein Schimmer süßer Lust!' Denn nur trübe, traurige Gefühle Weckt in unsrer Brust die Gegenwart, Wie der Völkerhaß im Mordgewühle Leiden über Jakob einst geschaart; Leiden, die kein Volk bis jetzt erduldet Auf dem ganzen, weiten Erdenrund, Haben wir ertragen unverschuldet Blos um unfern heil'gen Glaubensbund!. Darum strömt in den Erinn'rnngstagen Unsres Volkes bittrer Jammer aus. Und von diesen kauten Schmerzesklagen Hallet dumpf das ganze Gotteshaus; Hier beweinen wir die harten Schläge Die so oft, ach, unser Herz durchbohrt. Und wird unsre Andacht wahrhaft rege, Werden wir von finster« Gram umflort Warum sollten wir nicht unsre Thränen Auch vergießen über unfern Fall? Warum sollte schuldlos denn verhöhnen JSra'l fast der ganze Erdenball? s Sind mir Menschen alle denn nicht Brüder, Haben eine n Vater wir denn nicht? Strahlt nicht über alle Menschenglieder, i Gleich des HiMnels heitres Sonnenlicht? l Und wir wurden grausam, ach, geschändet, i Wie kein Beispiel der Geschichte lehrt, >Qualen hat man reichlich uns gespendet ' Weit, wir standhaft blieben, unbekehrt. Weil wir Gottes Herrlichkeit verkündet Wie die Thora macht es uns zur Pflicht, An der doch die Völker all gezündet Ihr von uns erborgtes Glaubenskicht! Doch des Barbarismus 1raur*ge Zeiten Sind mit- Schande nun, mit Schmach bedeckt. Und des Fanatismus Grausamkeiten Liegen kn der Hölle hkngestreckt. Denn der Lichtes immer hell'res Tagen An dem großen Lebensfirmament Kann des Hasses Dunkel nicht ertrage«, Wenn der Liebe Fackel leuchtend brennt k Beilage.)