Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1861)
- Date
- 1861-04-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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186 sprechen, daß in den Manifesten, in welchen der Erzbischof von Mainz die flüchtig gewordenen Frankfurter Bürger namentlich aufführt, der Namen des Juden Isaak nicht vorkommt; denn dies würde sich daraus erklären, daß Isaak, und zwar er allein von allen Flüchtlingen, alsbald gefangen wurde. Für die zweite Annahme aber, welche die wahrscheinlichere ist, spricht der Inhalt eines kaiserlichen Schreibens an den neuen Stadt-Schultheißen, Sifrid zum Paradies. In diesem vom 19. November 1366 datirten! Schreiben wird gesagt, die Juden zu Frankfurt hätten willkürlich sich selbst Vorsteher gewählt, sowie unter einander Gesetze ^gemacht und Gerichte gehalten, der Schultheiß solle sie dafür bestrafen und ihnen dergleichen fernerhin nur in so weit gestatten, als eS ihm von Reichs wegen zweckmäßig scheine. Fünfzehn Jahre später waren die Frankfurter Juden wieder tn einer Gefahr, von welcher bis jetzt noch kein Geschichtsschreiber etwas berichtet hat,.und die ich selbst nur ganz im Allgemeinen zu bezeichnen vermag. Es wurde nämlich, nach dem Stadt-Rechnungsbuch, im Mai des Jahres 1381 der Besitzerin des HanssZ zum neuen Falkenstein eine Summe Geldes dafür bezahlt, daß die städtischen Söldner . mehr als vier Wochen in ihrem Haufe lagen und die Juden hüteten), sowie auch weil damals ihre Betten und ihr übriges Weißzeug verbrannten*). Der neue Falkenstein ist das südliche Eckhauder Fahrgaffe und der Predkgerstraße (Nr. 18), und liegt gerade da, wo auf der Fahrgaffe das Juden- Quatier begann. Warum damals die Juden einer mehr als vier Wochen dauernden besonderen Hut bedurften, läßt sich weder aus irgend einer andere» gleichzeitigen Meldung, noch aus der allgemeine» Lage der Dinge vermuthungSweise bestimmen- ES muß ihnen irgend eine Gefahr gedroht haben; den» daß man umgekehrt von ihnen etwas für die Stadt gefürchtet habe, kann nicht angenommen werden^, weil es 1381 nicht mehr als 19 Steuer-zahlende Judenfamilien in Frankfurt gab. (Forts, folgt.) *) Die Worte kaute»: 14 Pfund Engeln zu nuwen Falke»- stein für ihre muhfal aiß die Diener zu Falkenstein lagen unl> A, sr H e L g e «. Mit Beschwerden wegen unregelmäßiger Zusendung wolle man sich an das betreffende Postamt, resp. Buchhandlung wenden! An dse löblichen Lomilö's „für den Ausbau von Armen- L Mgerwoljmmgen rn Jerusalem" . in - V'! Oesterreich, Preußen, Hannover, Paiern, Frankreich, Holland,» Belgien, Hessen, Franksvrt a. M./ Hambarg. Vau im großartigen Maaße auszeführt werden kann. Selig HauSdorff. Die löblichen Buchhandlungen M. ENinaer tn Preß» bürg, M. Poppelaüer in Berlin, neue Friedrichsstraße, Nr. 6l und Knöpslmacher Sk Söhne in Wien, die Herr«» M. S. Ifaae S5 Sohn, Herausgeber dtS Iewijh Messenger in New-Bork» haben für unser Blatt Agentur über, nommen. 2Vie Expedition de- ) braeltt. Csncurs! Behufs sofortiger Wederbesekunz der hiesigen vacanten Nab - binats-Stelle, mit welcher ein zahrirches Fstum von st. 563 — dann rin akbt unbedeutender Emolumenten - Ertrag und stete Wohnung verbünde« ist, werden Bewerber ersucht, ihre Qualifi» catlouS Roten und Zeugnisse über absolvirte Sw» dien und Rednertaleat längstens bizum 1. Juni l. I. a» de» unterfertigte» Eultus-Borstand portofrei emzusende». Jchenhausea, Könizr. Baiern. den 5. April 166t. Der tsr. Lultus-Dorstand: Daniel Einstein- I. B. Selig,nan«.