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Der Israelit · 1861-04-10 · Heft 15 (10.4.1861) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 15 (10.4.1861)
Date
1861-04-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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der Mit- And Mchwelt zur Nachahmung aufgestellt zu werden; humane Gesinnungen und Handlungen erwecken humane Gesinnungen und Beweise der Anerkennung bei unfern christlichen Mitbrüdern, und Anerkennung ist ein bedeutender Sporn zum eifrigen Fortschritte im Guten und Edeln. Ms Beleg hiesür möge nachstehende Thatsache dienen: Der jüdische Arzt Herr I. Winter stand und steht noch jetzt den armen Christen eben so uneigennützig bei wie den Armen jüdischer Confesston; er ist der Helfer der Israeliten und auch der Christen. Die Mitglieder der hiesigen Gemeinde, die aus Katholiken und Juden bestehen und einen politischen Körper bilden, haben bei der am 6. d. M. stattgehabten Wahl der Gemeinde-Repräsentanten Beweise gegeben, daß sie die Verdienste des H. Winter würdigen und anerkennen, - indem sie denselben zum Bürgermeister der Gemeinde Tucap wählten. Ich will hier besonders auf eine bei dieser Gelegenheit geäußerte Meinung aufmerksam machen. Als -irenden Assisen-Hof des Departement du Nord. He r betraf l die Untersuchung gegen einen gewissen Wt Mallet, 54 Jahre, alt, Domherr in der Domkirche zu Cambrai, des Verbrechens beschuldigt, zwei minderjährige Mädchen entführt zu haben. Die Elteyi dieser Mädchen, mit Namen Vluth, Deutsche, bekannten sich zum jüdischen Glauben; ab?r der Bahr nahm die katholische Religion an und wurde getauft. Durch die Vermittlung des Angeklagten wurden , auch mehrere ihrer Kinder getauft und in Klöster untergebracht. Bald darauf verbreitete sich jedoch das Gerücht, daß zwischen dem Abt . und der ältesten! Tochter des Bluth, mit Namen Siona, eine ungeziemende Verbindung bestehe. Die Eltern verließen! daraufhin ihren seitherigen Wohnsitz Cambrai und > zogen nach Paris. Hier versuchten sie, ihre Kinder , zurückzuerhalten, und nach einiger Zeit kamen zwei, - Adolph und Louise, wieder zu ihnen; aber nach dem! Anklageakt bot der Abt Mallet alle Mühe ans, die letztere von ihren Eltern wieder zu entfernen, und der chrenwerthe und allgemein geachtete Bezirksvor-! seine Bemühungen gelangen; denn Anfangs desJahsteher Hr. Schasfranck, der den Wahlakt mit r res 1856 verschwand plötzlich die noch nicht 21 Jahre Umsicht und Unparteilichkeit leitete, aus den Stimmzetteln ersah, daß Leide Consessionen im Vorstande vertreten sein werden, sprach er: „Sehen Sie, mcineH-erren, das ist die eigentlich^Meich'-! berechtigung." Außer dem Hrn. Vürgijrmeistsr wurden noch 4 Israeliten j als Ansschnßmitglieder gewühlt: die Herren Wnrmfeld, Steiy,i^chid-.! lpsf und Schwarz, j j!!-ES sei^chließlich noch bemerkt, daß die.hier D^ Tucgp -gewählten Vorstandsmitglieder diq Vorschrift len des iSr^Neligionsgeschcs gewissenhaft jbeÄ,gelten," während in Gemeinden, wo man sich mit Speise und Trank den Christen assimilirte, wo man die alte Louise, und während 2'.', Jahren konnten sie nicht erfahren, was aus derselben geworden war, als sie auf einmal wieder zu Hause erschien. . Sie gab damals an, ,sie sei, «als sie gegen Ende des Jahres-1855 nach Hanse gekommen, hauptsächlich durch den Abt veranlaßt worden, sie wieder zu verlassen und sei in verschiedene Klöster ausgenommen morden. Sie weigsrte M, ehre Nonne zu! werden; hierquf wurde eine-Hesle als Ladenmädchen m Ärras für sie, gefulchen aber sie - verließ die Stelle. und kehrte nach Hanse zurück. Bciiihrem Verschwinden verlangten die Eltern, daß Elisabeths welche in dem Vernardincn-Kloster zu Cambrai und noch nicht 16 Jahre Ceremonial-^onchrittcn für Lapglien hält-, nicht-ein alt war, ihnen gleichfalls znrückgegeben würde; aber Jude in dön Vorstand gewählt wurde. erst im Jahre 18H0 konnten sie trotz der thätigsten E '! Frankreich..-'. Paris. Ueder den bereits von uns erwähnten Proceß Mallet entnchrnm wir den französischen Blättern folgende detaillirte Darstellung:! ' - Ein Vorfall, welcher in dem nördlichen Frankreich das größte Interesse in Anspruch nahm, beschäftigte,in hcn jüngsten.Tagen den in Touai resi-!)rächsorschungen! entdecken, wo sie war, und sie fanden sie in einem Irrenhaus^ zu Douai. Sie war von Kloster zu Kloster! herumgeschickt worden. Der Abt gebrauchte jedwede List, um ihre Eltern auf eine verkehrte!Spur zu leiten, und da. sie endlich wahnsinnig geworden, würde sie in ein Irrenhaus gebracht. .Der beigcbrachte Beweis , zeigt, daß die dem Angeklagten zur Last gelegte Entführungvon mehr als einem dieser. Mädchen einen.höchst ünsttt-

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