Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 13-14 (4.4.1861)
- Date
- 1861-04-04
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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<167 Die ihn leuchtend zog von Ott zu Ott; Seine Freiheit mußte Juda zeigen Und in Demuth sich dem Höchsten neigen; Nur der Freie — dient — dem Gotteswort! — Als die Vater aus Mizrarm zogen. War der Auszug durch des Schilfmeers Wogen Mittel nur, und Ziel — der Sinai; Aus der Freiheit stolzen Himmelsffamme» Muß des Glaubens reines Licht entstammen, Oder — wahre Freiheit strahlt unnie! — Söhne Juda's, meines Volkes Blüthen, Mög' der Gott der Vater euch behüten, Wenn die Zukunft liebend euch umkost! - Wieder ist ein „Passah" uns erstanden; Ja, die Liebe rüttelt. an den Banden, Die so lange klirrend uns umtost! s Ob uns Druck und Jammer ward beschicken, Wie dereinst im Land der Pyramiden, Brüder, jauchzet! uns're Kette bricht! i - Willig auf des Weltengeistes Rauschen /; Mußten rings die Pharaonen lauschen; Unser Hüter schläft und schlummert nicht! ' ' ' Wie dereinst der hehre Gottgesandte! Seines MngS Herz zur Milde wandte,! Also standc« wir im Geistesstreit; Uns're Worte, gottgeweiht irz Schmerzen, ' Senkten tief sich in der Brüder Herzen; Und zum «Auszug" rüstet sich die Zeit! Freiheit, Freiheit wird die Welt uns schenken; Doch wohin willst dann den Schritt du lenken, Du beglücktes, freies Israel? — ' Willst versinken duiim Weltenmeere? l-?, Nein, dtjn «Horeb;" deine Gotteslehre Leuchte den Erlösten mild und hell! Unsre T^ora, die wir einst empfingen; - Als befreit wir ans Mizraim gingen, Sei der neuen Freiheit Schirm und Hott; Sie, der duldend sich die Väter weihten, Soll zunr Heil den freien Enkel leiten; Nur der Freie — dient — dem GotteSwort! Ach, die Väter haben Glück und Leben Für die Lehre gläubig hingegeben; Aber wir, wir dürfen Juden sein! Horch, wie flüstern ernst der Väter Manen: Inda, halte fest an deinen Fahnen! Höre, Israel! sei frei! sei rein! Sittlich rein und geistig groß zu leben,. Das nur muß der freie Mensch erstreben; Sklaven nur sind ihrer Lüste Spiel! Kannst du höher deine Krast bezeugen, Als vor Gott dich gläubig fromm zu beugen? — Gottesfurcht ist aller Weisheit Ziel! — Darum, Juda, wenn die Schatten fliehen, Wenn schon bald wir aus Mizrarm ziehen, O vergiß den Weg zum Horeb nie! Willst die höchste Freiheit du gewinnen: Frei nach außen, werde frei von innen! Ziel der Freiheit sei der Sinai! Laßt uns würdig unser Glück genießen! Laßt, wie uns're Väter einst verhießen, Uns ein einig Volk vsu Priestern sein! So empfangt die Freiheit bald, die neue, Söhne Juda's, mit der alten Treue! Höre, Israel! sei frei! sei rein! M. C. (Elmshorn.) GMickie Wttl Zrrge ller Mnnkjlurler Iuüeit im Mittelrrlt^ *). Aon G. L. Kritgk. - ' -! i' ' ' - ' ' /! Die Geschichte der Juden in den neueren Zeiten ist wesentlich die Geschichte eines immer wiederkehrenden! Jammers-, der in Verbindung mit dec Entsagung vieler natürlichen und fast aller bürgerlichen Rechte aus einem in die ganze civilisirte Welt zerstreuten unglücklichen Volke lastete^- Indessen ist die Lage der Juden nach den Ländern und den Zeiten verschieden gewesen; und was insbesondere die in Deutschland ansässig gewordenen Juden betrifft, so war ihre Lage während des Mittelalters