Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 13-14 (4.4.1861)
- Date
- 1861-04-04
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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165 digkeit eigenhändig unterzeichnen. Der nächste Landtag schon, von dem wir sehr vieles zu erwarten vollkommen berechtigt sind, könnte dieses Dokument zu unsrem Nachtheile benutzen. — (Auch wir können nicht umhin, ein ernstes, mahnendes Wort an die verehelichen, oben namhaft gemachten Gemeinden zu richten. Die Nolhwendigkeit, die dringende Noth- ' Wendigkeit der Schulen liegt nicht allein außer allem Zweifel, sie ist sogar durch das Religionsgesetz geboten. In der Neuzeit ist es nicht minder nothwendig geworden, daß auch in ihnen dem profanen Wissen Rechnung getragen werde; es ist dieses sogar inbegriffen in der Verpflichtung 'virr un -,2-^; die Schulen aufzuheben, ist daher ebenso, thöricht wie schädlich. Worauf es ankömmt, ist, sie so einzurichten und zu leiten, daß die Kinder zu echten Zehudim in ihnen herangebildet werden, und ein gehöriges Maaß von jüdischem Wissen Ln ihnen erlangen. Kein Mensch wird die Zustande vergangener Jahrhunderte wieder herbei zu führen vermögen; man muß seine Zeit verstehen und sie beherrschen. Die Strömungen zu hemmen, zu unterbrechen liegt außer dem Bereiche unsrer Macht; das Einzig Nothwendige ist, sie in das rechte Bett zu leiten, nrr H selbst der s-n darf nicht, vertilgt, aber er.muß dem Willen!Gottes unterworfen werden. 7^ Die Äedactiop.) > - -iß' j i'.! 1, j.HoLLandU!! I ' ' k Amsterdam,! Ende März. Iz-Ü Bqldj,, nach' der igi der isr.; Gemeinde zu Amsterdam' wurde' daselbst ^in Talmud-Tora-Verein errichtet,!dcssen ursprüngliche Bestimmung, war, die ^inhpr, dfr Armen i^-der schrismchen und mündlichen'^eh^ > unterrichten zll lasten. Später wurde, auch der Unterricht Ln. andern Gegenstößen mit in l^ey! 'Schulplan HLm'ingewgeu, upd wöchentliche Bottragefür Er- ,wachsene' wurhen! eingerichtet. Diese'sind sehr zahlreich besucht und werden von dem xühmlichst bekannten Sekxetär I des Centralcomitö's füx, die Armen des hl Landes, Herrn Jakob Ro os ist sehr anregender Weise gehalten. — Während bisher der Verein eines eigenen Hauses entbehrte, ist cs demselben^ in diesem Jahre gelungen sich ein solches den Aereinszweckeu entsprechend zu erbauen; am 17. Lebet wurde eS im Beisein des Vorstandes, der Rabbinatsassefforen und des Vercinspräsidenten, Herrn Isaak Philipps durch Herrn Noos in ergreifender Rede eingeweiht. Die schönste Frucht dieser EimveihungSrede war die Gründung eines neuen Vereins „zm Bekleidung der armen Kinder, die das erwähnte Bet Hamidrasch besuchen.* Bedeutende einmalige und jährliche Beiträge wurden sofort gezeichnet; ein freudiges Mahl beschloß die würdige Feier. Rußland. Warschau, 18. März. Rücksichtlich der stattgehabten Ereignisse und um den Beweis der Einmüthigkeit zu geben, hat die Warschauer Kaufmannschaft die Gleichstellung der Juden im CorporationSverbande beschlossen. Preßburg, 20. März. Die über Annahme des Krakauer NabbinersitzeS gepflogenen Verhandlungen sind endlich beendet. Herr. Oberrabbiner Simon Schreiber von Mattersdorf hat dem einstimmigen Rufe der zahlreichen Krakauer Gemeinde Folge geleistet und ist bereits Donnerstag, den 11. Marz dort § eingetroffen. An der Eisenbahnstation Schubin,. einige ^Stunden von Krakau, wurde derselbe bereits vom .Cultusvorstande und einigen hundert Gemeindemitgliedern empfangen. Am Bahnhofe in Krakau war die gesammte Gemeinde, mehr als 10,000 Personen anwesend, und auch Deputationen der übrigen! Confessionen. Jung und Mt begrüßte mit lautem Jubelrufe den hochverehrten Oberrabbiner und der Zudrang zu seiner Person war so groß, daß Militär und Polizei Spalier bilden mußte, um ihm und seinem Gefolge. die Erreichung der großen Synagoge zu ermöglichen; nichts destoweniger mährte der Zug volle drei Stunden. In der Synagoge hielt Herr S. sofort die geistvolle Antrittsrede, durch die der allgemeine Enthusiasmus nicht wenig gesteigert wurde. — Abends, war die Judenstadt illuminirt. 1, , > Moses Schreiber. (Wir wünschen dem Herrn Oberrabbiner vom Herzen Glück zum Antritte seiner höchst bedeutenden Stelle, und da wir das Vergnügen haben, denselben persönlich zu kennen, -so glauben wir noch mehr Ursache zu haben, die jüdische Gemeinde zu Krakau zu