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Der Israelit · 1861-04-04 · Heft 13-14 (4.4.1861) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 13-14 (4.4.1861)
Date
1861-04-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1S4 biner. So möge denn Glück und Segen dieser .ikn-rp.i ipobi LV.i zu constituirenden Gemeinde werden, und die hohe Behörde, deren Intentionen es sicher nicht sind, daß die gcsetzestreuen Juden von den principlosen Fortschrittsmännern gepeinigt werden sollen, wird ihr sicher ihren hohen Schutz angedcihen lassen. Die wackern Glaubcnskampser freuen sich vom Joche ihrer Dränger (die sich „aufgeklärte" Juden nennen) befreit zu werden, und sie sind bereit jedes Opfer zu bringen, ihren theuren l Rabbiner in ihrer Mitte zu erhalten. Lwnyhad, im März. Von den hierländischen konstitutionellen Bewegungen blieben die Juden bisher fast gänzlich ausgeschlossen. Bei Gelegenheit der Neorganifirung der Komitate wurde ihnen in den meisten Orten die Vetheiligung an den Wahlen versagt. In Bezug ans die zum Theil bereits in Angriff genommene Wahl der Landtagdeputirten läßt sich ebenfalls kein günstigeres Proguostikon stellen. Das Gesetz vom Jahre 1848, das hier vorläufig als Norm dient, hat die Emancipation der Juden nicht ausgesprochen. Es wäre demnach unstreitig a» der Zeit, daß die gesammte Judenheit unseres KronlandeS mit vereinten Kräften daran ginge, bei dem am 2. April schon zu eröffnenden Landtage die bürgerliche Gleichstellung sich zu erringen. Der Zeitpunkt ist hiezu günstiger als je. In Folge der Losrcißung Kroatiens von der ungarischen Krone und der 'Nichtvertretung Siebenbürgens auf dem bevorstehenden Landtage empfindlich geschwächt, wird Ungarn gewiß mehr denn je danach streben, die Sympathie und das Wohlwollen aller hier lebenden Nationalitäten sich zu sichern! Wir wollen hiezu blos den Wink gegeben haben, die Wahl der Wege und der hiefür am meistens geeigneten Mittel denen überlassend, die durch Ansehen und Stellung zur glücklichen, endgiltigcn Lösung dieser ernsten Frage in sich Beruf und Befähigung suhlen. Möge die Zeit nicht mehr ferne sein, wo die viel jährige Lethargie endlich einem festen, thatlräsügen Gesammt,villen weiche. In diesem Falle hätten wir wohl keine Ursache, an dem Erfolg zu verzweifeln. Leider sicht es aber bei uns ganz unheimlich aus. In vielen Orten begrüßten unsre Glaubensgenossen die Wiederlangung der heißersehnten Gemeind e autonom» e mit der sofortigen — Auflösung der Volksschulen. So verfuhren die namhaften Gemeinden zu Großwardein, Paks und Tokai, während mehrere im Begriffe sind, diesem löblichen Beispiele zu folgen. Leider müssen wir ausrufen: 'Op rwp rnpi wriV! Durch die Auflösung der Schule erleidet die Gemeinde eine» zweifachen Verlust: einen geistigen und einen materiellen. Den Verlust in geistiger Beziehung wollen wir hier nicht auseinander setzen. Die vielen Kinder unbemittelter Eltern, die vater- und mutterlosen Waisen, die hiedurch des Unterrichtes und der Erziehung beraubt werden, geben hievon daS traurigste Zeugniß ab. Aber auch hinsichtlich der materiellen Beschädigung begnügen wir un§ mit folgenden Bemerkungen. — Heißt das nicht, der judenfeindlich en Presse das Schwert in die Hand liefern, das sie gegen uns zu gebrauchen gewiß nicht unterlassen wird? — Ist dies etwa der erste, wohlbedachte Schritt zur Anbahnung bürgerlicher Gleichberechtigung, zur Emancipation?? — Gewiß nicht! — Die gedeihliche Entwickelung der Schule ist bekanntlich das untrüglichste Kriterium für den vorgeschrittenen Bildungsgrad einer Gemeinde und umgekehrt. Schon hatte sich die Volksschule im Schoße der isr. Gemeinden Ungarns einen schönen Ruf errungen. Man sprach in öffentlichen Blättern von der Regsamkeit, der Opferfreudigkeit, dep tiefinnigen Hingebung, die in unsrer Mitte dem Erblühen - der Schule zngewandt wurde. Die hohe Negierung, unsre christlichen Mitbrüder sprachen sich über unsere diessälligcn Verdienste mit belebender Anerkennung aus. 'Nun ist aber alles verscherzt. Wir bekunden hiedurch, daß wir nie Freunde der Schule waren, daß wir die schönen und vielen Opfer nicht aus eigener Uederzeugung, sondern als dienstfertige Sklaven des Bach- Thun'scheu Systems gebracht; mit einem Worte, daß wir blos den Mantel nach dem Winde gedreht! Sollten wir doch bedenken, daß wir am Vorabende großer Ereignisse stehen und daß ein ähnlicher Vandalismus ganz danach angelhan ist, nuS die Liede und Achtung der civilisirken Welt zu entziehen. — rznr» '.ix xz ^x! :hun wir dies nicht; wir wurden uns hiedurch das Zeugniß geistiger Uumün-

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