Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 13-14 (4.4.1861)
- Date
- 1861-04-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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sellschaft wahrte und aufrecht hielt. Nicht nur verblieb er darin um des Friedens willen als Milvorsteher, als welcher er bereits vierzehn Jahre fungirte, obgleich er wegen vorgekomrnener Verletzung des Statuts alle Ursache zum Austritte hatte, sondern er protestirte auch energisch ein für allemal gegen die fernere unjüdische Küche eines jüdischen Wohlthätigkeitsvereins. Hr. I)r. Kosch ist auch Präses der israelitischen Repräsentanten - Versammlung. Atmoni. Oesterreichischer Kaiserstaat. Stuhlweifienburfl, 23. Adar. Hochgeschätzter Herr Aedacteur! Noch tief ergriffen von einer herzzerreißenden Scene, deren Zeuge ich mit einigen andern würdigen Männern aus Vesprim, Ofen, Moor und andern Orten des Somogyer Comitates war, theile ich dieselbe Ihnen, dem rvastern Verfechter von Recht und Wahrheit, in der Hoffnung mit, daß Sie meinem kurzen Referate die Spalten Ihres geschätzten Blattes öffnen werden. Sie wissen, mit welch edlc^l und ehrbaren Waffen der Vorstand der Gemeind^ in Stuhlweißenbnrg schon seit Monden seinen, vop ihm selbst creittenObevraLdiner> den hochverehrten, in sehr seltenes Weise gestnuuygstüchtigen Herrn L)r. Guggenheirpcr,' anfeindet Mir, die wir alle diese Gemeinheit und Niedrigkeit j in/ der Nähe mitangesehen, habest uns überzeugt, dqß salle Züge jener Ausgelassenheit und Lösung jedcA'sitthäjen Bandes ^wiö solche zMifchnah Ende Sö!a 'geschildert, hier buchstäblich erfüllt wurden; deß darf sich wahrlich der „aufgeklärtes Vorstand rühm en t Gestern nun hat der gelehrte Herr sDberrabbiner eipe heszergreifendc Ansprache an die Gemeinde gehalser!,!hie jeden Zuhörer hurch und durä) durchdringen uiußje, und voll Äetümmcrrnß,! aber mit edler Festigkeit, ^(welche nur ein sfi würdiges geistliches Oberhaupt! besitzen kann, -der seiner Pflicht gegenüber g ar keine Rücksicht nimmt) fuhr' er ungefähr folgendermaßen fort: Ich habe bis jetzt jeder Unbill und Verunglimpfung in- und außerhalb der Gemeinde mich bloßgestellt, ich Ihat dies frcudigst, ich that dies für Gott und seine heilige Thora; noch immer gab ich mich der Hoffnung hin, daß ich die Verirrten-auf die Bahn des Rechtes uud der Wahrheit zu leiten im Stande sein werde. Ich sehe aber jetzt, daß Mühe und Hoffnung umsonst waren, nachdem am Donnerstage vorher ein großer Theil der Gemeinde Statuten der Gemeindeordnung entworfen und festsetzen wollten, welche unfern rituellen Vorschriften zuwider sind, und mich zur Zustimmung zu zwingen suchten. Ich verkaufe aber meine Ueberzengung nicht für mein Amt, und ich werde unter diesen Umständen das hiesige Rahbinat aufgeben. Was nun während dieser herzzerreißenden Scene von Seiten dieser „Männer der Zeit," dieser „Fortschrittsmänner" in der Synagoge selbst Großes und Wichtiges geschehen, darüber erlauben Sie mir zu schweigen. Schildern aber muß ich Ihnen mit wenigen Worten den tiefen Eindruck, den diese Rede ans die Gesinnungsgenoffen des hochwürdigen Herrn Oberrabbiners und auf nns, denen diese schreckliche Scene für diesen j-'-§ bestimmt war, gemacht hat. Ströme der Thränen, in denen sich die so lange gedrückte und geknechtete gcsetzcStrene Partei endlich einmal Luft machte, erfüllten Synagoge, Straße und Häuser, es war ein Tag des heißesten Schmerzes. — Aber nein, so sehr es auch hinzieht, von diesen! unfern tiefinnerlichen Schmerze zu sprechen;- ich thue mir Gewalt an-^unsre unversöhnlichen Feinde sollen uns nicht schwach finden, soffen nicht höhnen. Nein! Gott behüte. Die Wcißenburger^ Orthodoxen sind nicht schwach, nur schwankende sind schwach, Entschiedene aber stehen fest und ivqnken nicht; .sie fühlen die Kraft des echten Judenthumes,! sie schreckt und bestürzt nicht die VetcinsamunH; siq, sind vorbereitet auf die Zeiten der Prusrjng; hat schon Jes. gesagt 712! -axi Lv »NL2 Mü'v ->L'rr .12^ n-.p Die treuen echten Q'-NN' haben sogleich beschlossen, sich von den Feinden ihres Herrn Rabbiners! uni welchen sie sich jetzt mehr als je fchaaren werden, zu trennen, und eine besondere jüdische Gemeinde zu constituiren. Alle Anhänger dieser neuen „alten^ Gemeinde, welche .-»in '222 in <, d,et' Synagoge halten, - haben solche p"vQ sofort! heransgenommen, es wurden - einstweilen mehrere 2222 verunstaltet. Man kann diesen opfcrfähigen j Männern nur Recht geben. Sie haben , lange, lange -versucht, in der Gesammtgemeinde zu bleiben, eS wird ihnen jetzt ein Opfer abverlangt, das ihnen! größer als Alles ist, ihr hochverehrter Herr Rab-